Diakonissenkrankenhaus lädt ein zum Tag der Begegnung: Es geht um den Patienten und dass es ihm gut geht
Gernot Borriss
23.06.2011
Turm des Diakonissenhauses.
Foto: Gernot Borriss
Die unzureichende Krankenhausfinanzierung und der spürbare Fachkräftemangel bereiten Hans-Christoph Runne Sorge. Die Entwicklung seines Hauses freut ihn, so der Geschäftsführer des Leipziger Diakonissenkrankenhauses im L-IZ-Interview. Beim Georg-Schwarz-Straßenfest an diesem Sonnabend lädt das Haus zum Tag der Begegnung.
Anzeige
Herr Pfarrer Runne, öffentliche Nachrichten über Krankenhäuser haben meist mit Kostensteigerungen und Kürzungsrunden der Politik zu tun. Wie stellt sich aktuell die Situation im Diakonissenkrankenhaus dar?
Wir merken, dass unsere Arbeit Früchte trägt. Ich bin nun 18 Jahre im Haus. Ich freue mich über die steile Entwicklung, die das Haus genommen hat.
Uns geht es gut. Wir schreiben seit geraumer Zeit schwarze Zahlen und sind damit bei weitem besser als die Mehrzahl der Krankenhäuser in Deutschland. Das liegt an den betriebswirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Haus wie im Unternehmensverbund der edia.con überhaupt. So können wir betriebswirtschaftliche Einsparpotenziale identifizieren und heben, das hilft uns enorm.
Inwieweit sind aus Ihrer Sicht die Problemlagen der Krankenhäuser bei der Politik angekommen?
Unser Haus ist Mitglied im Deutschen Evangelischen Krankenhaus-Verband und in der Sächsischen Krankenhausgesellschaft. Beide Institutionen halten den Finger auf den Wunden, sagen der Politik und den Krankenkassen, wo es weh tut, was geht und was nicht geht.
Wir versuchen, mit Mandatsträgern vor Ort Kontakt zu halten und zur politischen Meinungsbildung beizutragen. Jeder, der sich interessiert, ist als Gesprächspartner willkommen.
Wo drückt der Schuh am meisten?
Pfarrer Hans-Christoph Runne, Rektor und Geschäftsführer Ev. Diakonissenkrankenhaus Leipzig.
Foto: Ev. Diakonissenkrankenhaus Leipzig
Der allgemeine Preisverfall bereitet uns Sorge, ebenso die steigende Inanspruchnahme unserer Leistungen. So hatten wir in 2010 648 Patienten mehr als 2009. Da kommt schon die Frage auf, wie kriegen wir das finanziell unter, wenn das Budget ausgehandelt ist und bei Überschreitung die Kosten nur zum Teil erstattet werden.
Ein weiteres gravierendes Problem stellen die ungenügenden Investitionsmittel dar. Diese müssen in ausreichender Höhe finanziert werden, um mit viel Mühe Geschaffenes zukunftsfähig zu erhalten. Im Budget der Krankenhäuser sind investive Mittel nicht berücksichtigt. Das ist der wunde Punkt, wollen wir nicht wie in der DDR einmal vor den Ruinen unserer Arbeitsmittel stehen.
Schließlich ereilt uns schon heute außerhalb der großen Städte bei Ärzten und Fachkräften in Funktionsbereichen ein Mitarbeitermangel. Hier könnte es helfen, die Möglichkeiten der Krankenhäuser zur Sicherung der ambulanten Leistungen einzusetzen. Bis 1995 hatten wir eine solche Situation, in der sich über unsere Poliklinik Krankenhausärzte um die ambulante Versorgung kümmern konnten. Der Gesetzgeber tut sich schwer mit einer Verknüpfung.
Wie wollen Sie Ihr Haus weiter profilieren?
Wir wollen den Schwerpunkt auf die innere Entwicklung unseres Hauses legen. Es geht also weniger um das Was, sondern um das Wie. Zuletzt haben wir die Qualität unserer Speiseversorgung verbessert. Frischer Brötchenduft zum Frühstück auf der Station, hat es so etwas vorher schon einmal gegeben?
Zuwendungsorientierte Patientenbetreuung soll als Wesenszug unserer Krankenhauskultur weiter ausgeprägt werden. Wir wollen die Fähigkeiten unserer Mitarbeiter besser zur Entfaltung kommen lassen und ihre Identifikation mit unserem Haus stärken.
Nun sind Krankenhäuser auch wichtige lokale Akteure. Wie schätzen Sie die jüngsten Entwicklungen rund um die Georg-Schwarz-Straße ein, und welche Akzente wollen Sie im Quartier selbst setzen?
Neubau des Diakonissenkrankenhauses.
Foto: Gernot Borriss
Wir freuen uns über die positiven Entwicklungen, die sich an der Georg-Schwarz-Straße abzeichnen. Wir selbst wollen durch die Erweiterung der alten Poliklinik und durch eine enge Kooperation mit den niedergelassenen Ärzten zur besseren Verzahnung der medizinischen Versorgung beitragen.
Sehen Sie zum Beispiel die Radiologische Gemeinschaftspraxis in unserem Haus, die hat einen kräftigen Entwicklungsschub genommen. Wir im Krankenhaus müssen röntgen, und die niedergelassenen Ärzte müssen röntgen, das kann man doch an einem Ort zusammenbringen.
Den Bauantrag für eine Kita auf dem Krankenhausgelände haben Sie bei der Stadt Leipzig eingereicht. Wie kam es zu dieser Entscheidung?
Der Bedarf an zusätzlichen Betreuungsplätzen im Leipziger Westen ist da. Da bot es sich an, dass das Diakonische Werk bei uns auf unserem Gelände eine Filiale der Kita in der Nathanaelgemeinde betreibt. Wir wirken daran gern mit und steuern über das Diakonissenhaus als einem unserer Gesellschafter 1,2 Millionen Euro zur Herrichtung des alten Pfarrhauses bei.
Bei den Öffnungszeiten der neuen Kita wird es Besonderheiten geben, die den Bedürfnissen unserer Mitarbeiter Rechnung tragen. Denn wir haben ein großes Interesse daran, dass die Familienfreundlichkeit gestärkt wird und so neue Mitarbeiter für unser Haus gewonnen werden.
Das Diakonissenkrankenhaus lädt am Sonnabend zum Tag der Begegnung. Was erwartet die Besucher?
In den drei Stunden zwischen 10 und 13 Uhr wird es viele Mitmachangebote geben. Es geht also nicht nur um Gucken und Prospekte einstecken. Wir wollen zeigen, was wir machen. Es geht um den Patienten und dass es ihm gut geht.
So werden wir auch unsere Physiotherapie präsentieren, die zu den Besonderheiten unseres Hauses zählt. Wir setzen auf die frühe Rehabilitation nach einer Operation und verfügen dafür über physiotherapeutische Spezialisten in ausreichender Anzahl. Hier haben wir auch Kapazitäten für eine ambulante Nachbehandlung.
Terminhinweis: Samstag, 25. Juni, 10.00 bis 13.00 Uhr, Tag der Begegnung im Evangelischen Diakonissenkrankenhaus Leipzig (Georg-Schwarz-Straße 49).
Biodiversivität ist ein sperriges Wort, dem aber aufgrund weiter um sich greifender Umweltzerstörungen auf unserem Planeten immer mehr Bedeutung zukommt. Die Artenvielfalt auf der Erde ist zunehmend bedroht. 60.000 Tier- und Pflanzenarten stehen auf der Roten Liste. Auch der Leipziger Zoo hat sich die Arterhaltung auf die Fahne geschrieben, gibt 165.000 Euro jährlich für Schutzprojekte aus und hat sich mit dem künftigen Deutschen Zentrum für Integrative Biodiversivitätsforschung (iDiv) einen wichtigen Partner an Bord geholt. mehr…
„Wenn jeder hier im Raum begreift, dass Energiesparen nötig ist und beim eigenen Griff zum Lichtschalter beginnt, dann ist es egal, ob es ab heute einen neuen Umweltminister gibt“, machte Schulleiter Thomas Graupner am Dienstag, 22. Mai, im Berufsschulzentrum 7 deutlich, worum es bei der neuen Bildungsinitiative Energie geht. mehr…
Der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Leipziger Stadtrat Reik Hesselbarth hat den Beschlussvorschlag von Kulturbürgermeister Faber zur Umsetzung des Finanzierungsanteils für die Freie Szene scharf kritisiert. Denn statt einen Vorschlag zu machen, wie der Stadtratsbeschluss von 2008 bis 2013 erfüllt werden kann, hat Kulturbürgermeister Michael Faber am 16. Mai eine Verschiebung des Termins vorgeschlagen. mehr…
Eigentlich könnten sich die Freunde des Leutzscher Fußballs gedanklich schon in die Sommerpause verabschieden. BSG Chemie Leipzig und SG Leipzig Leutzsch haben beide die Klasse gehalten. Sportlich betrachtet geht es für beide Teams in den letzten Saisonspielen nur noch um die goldene Ananas. Wäre da nicht das grün-weiße Derby am 9. Juni. Die Chemie-Fans nutzen die Gunst der Stunde für eine klare Ansage. mehr…
Die Frage nach den personellen Konsequenzen in der Affäre um die Herrenlosen Häuser entzweit Leipzigs Parteien. Die linke OBM-Kandidatin Dr. Barbara Höll fordert eine Beurlaubung von Verwaltungsbürgermeister Andreas Müller (SPD). Für Leipzigs FDP ist Oberbürgermeister Burkhard Jung der Verantwortliche, Hölls Forderung nur „eine erste wahltaktische Brücke“. mehr…
Am 27. Mai, um 19 Uhr, lädt der Freundeskreis „Gohliser Schlösschen“ e.V. herzlich zu einer „Pfingstlesung“ in den Festsaal des Hauses ein: „Erleben Sie mit uns die abenteuerlichen Geschicke des Reineke Fuchs, und wie es ihm, mehrfach angeklagt und verurteilt, immer wieder gelingt, mit verblüffender Intelligenz, mit Witz und Verschlagenheit, mit Lug und Trug, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, um schließlich sogar 'Kanzler des Reichs' zu werden.“ mehr…
Die Drogenpolitik und der Umgang mit Suchtkranken in Leipzig ist und bleibt offenbar ein heißes Eisen, das von dem einen oder anderen Protagonisten mit mehr oder weniger Eifer am Glühen gehalten wird. So schlug ein Interview von Michael Burgkhardt in der LVZ hohe Wellen. Der Chef der Bürgerfraktion im Stadtrat, gleichzeitig Suchtmediziner, ging mit der Stadt und dem Umgang mit der Drogenszene Leipzigs hart ins Gericht. mehr…
Am Dienstag, 22. Mai, wurden im Festsaal des Neuen Rathauses die Leipziger Agenda-Preise 2012 verliehen. In fünf Kategorien wurden Preisgelder in einem Gesamtumfang von 14.000 Euro sowie Sachpreise im Wert von rund 10.000 Euro vergeben. mehr…
Die Lebenshilfe Leipzig organisiert vom 8. bis 10. Juni zum zweiten Mal ein Geschwisterseminar mit der renommierten Sozialwissenschaftlerin Marlies Winkelheide (Bremen/Geschwisterkinder.de) und ihrem Team. Dieses wendet sich an die Eltern und Geschwisterkinder in Familien mit behinderten Kindern und findet in der Jugendherberge in Dahlen bei Leipzig statt. mehr…
Den 29. Mai kann, wer Lust hat, sich über diese seltsame Stadt am sächsischen Westrand ein paar Gedanken zu machen, vormerken im Kalender. Es ist ein Dienstag. Und die Stadt lädt ein in die Kongresshalle, konkret in den Händelsaal. Ab 19 Uhr darf man rein und schon mal die Fühler ausstrecken, 19.30 Uhr beginnt die Auftaktveranstaltung für ein Leipziger Zukunftsprojekt. Motto: Leipzig weiter denken. mehr…
Am 24. Mai um 15 Uhr lädt der Garten Annalinde mit Kaffee und Kuchen herzlich zur Eröffnung seiner Gartensaison ein. Seit Juni 2011 gibt es den mobilen Nutzgarten auf der Freifläche hinter der Bibliothek Plagwitz. Neben Kohl und Kartoffeln in Säcken werden dort Radieschen, Salat und Tomaten zusammen mit einer Vielzahl weiterer, teils alter Kultursorten in mobilen Hochbeeten angebaut. mehr…
Das nächste Monatlich Gespräch über Wissenschaft findet am Mittwoch, 23. Mai, um 19:30 Uhr im Haus des Buches (Gerichtsweg 23) statt. Moderiert wird es von Bettina Kremberg und Ulrich Johannes Schneider. Im Mittelpunkt steht Martin Seel, der über "111 Tugenden. 111 Laster" spricht. mehr…
Die Königin der Instrumente, die Orgel, ist zu Pfingsten in der Kirche Zuckelhausen, Zuckelhausener Ring, zu entdecken und zu hören. Am Sonnabend, dem 26. Mai 2012, erläutert Orgelbauer Stefan Pilz bei einer Orgelführung um 10 Uhr die Funktionsweise der Johann-Gottlob-Mende-Orgel (1822). mehr…
Mitteldeutschland befindet sich mitten in der Luther-Dekade. 2012 ist das Jahr der Musik. 2017 jährt sich Luthers Thesenanschlag zum 500. Mal. Und die Evangelische Verlagsanstalt hat ein Heft-Projekt gestartet, das im Mai 2011 mit Nürnberg startete und den Verlag auf Jahre beschäftigen wird: Orte der Reformation. Das wichtigste Heft liegt jetzt mit "Wittenberg" vor. mehr…
In Verfassungsschutzberichten landen nicht nur die wirklich staatsgefährdenden Organisationen. Oft beobachten die Schlapphüte auch Parteien und Vereine, von denen sie die Gefährdung nur vermuten. Manchmal über Jahrzehnte ohne Ergebnis. Da ist es schon erstaunlich, dass die Bundesregierung allein diese Beobachtungen zum Vorwand nehmen will, Vereinen ihre Gemeinnützigkeit abzuerkennen. mehr…