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Uniklinik mit positiver Jahresbilanz: Bald zur Spitzengruppe deutscher Medizinstandorte aufgeschlossen

Matthias Weidemann
Operatives Zentrum der Uni-Klinik Leipzig.
Operatives Zentrum der Uni-Klinik Leipzig.
Foto: Uni-Klinikum Leipzig
Ein schwieriges Jahr gemeistert und obendrein noch Erfolge erzielt. So ist die Bilanz für 2010 des Uniklinikums Leipzig. Darin waren sich der Dekan der Medizinischen Fakultät sowie der Vorstand des Uniklinikums auf einer Bilanzpressekonferenz einig. So sei man dem Ziel, in die Spitzengruppe deutscher Universitätsmedizinstandorte aufzurücken, deutlich näher gekommen.

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"Die im Verlauf des Jahres 2010 erreichten Ergebnisse unterstreichen, dass wir in den Vorjahren die Weichen richtig gestellt haben, um die Zukunftsfähigkeit unserer Einrichtungen zu sichern und uns als wichtiger Wachstumskern für Sachsen zu etablieren,“ so Prof. Dr. Wolfgang Fleig, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig. So sei die Zahl der Mitarbeiter trotz gesunkener Landeszuweisungen (minus 10 %) auf fast 5.500 gestiegen, womit die Universitätsmedizin Leipzig (UML) zu den größten sächsischen Arbeitgebern zählt. Seit 2006 wurden so inzwischen mehr als 400 Stellen neu geschaffen.

Prof. Wolfgang Fleig erinnerte daran, dass neben den direkt an der UML existierenden Arbeitsplätzen auch Jobs bei anderen Forschungsunternehmen und Dienstleistern entstünden: "Von unserem Umsatz in Höhe von 318 Millionen Euro fließt trotz unserer Pflicht, die meisten Aufträge europaweit auszuschreiben, ein erheblicher Teil an Unternehmen in Sachsen. Mit diesen Aufträgen sichern wir seit Jahren hunderte Stellen bei kleinen und mittleren Firmen".

Prof. Dr. Joachim Thiery, Dekan der Medizinischen Fakultät, bekräftigte, dass die UML auch für die hiesigen Hotels und das Congress Center Leipzig von großer Bedeutung sei: „Große wissenschaftliche Veranstaltungen und Kongresse locken tausende Gäste nach Leipzig, von denen die ganz Region profitiert“.

Das Universitätsklinikum versorgte 2010 mehr als 51.000 Patienten voll- und teilstationär und etwa 315.000 Menschen ambulant. Die Auslastung der aufgestellten Betten lag mit 88,6 Prozent nahezu auf Vorjahresniveau. Dies bedeute quasi eine Vollbelegung an Wochentagen. Deshalb bemühe man sich um zusätzliche 100 Betten. Die Personalkosten, der größte Kostenblock, seien 2010 stark gestiegen. "2010 konnten wir uns auf neue Haustarifverträge einigen. Im Ergebnis können alle Mitarbeiter spürbare Gehaltserhöhungen und das Klinikum eine Personalkostensteigerung um etwa 9 Millionen Euro einkalkulieren", so Fleig.

Operatives Zentrum der Uni-Klinik Leipzig.
Operatives Zentrum der Uni-Klinik Leipzig.
Foto: Uni-Klinikum Leipzig

Dennoch habe man auch im Jahr 2010 die enorme Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter mit einer Sonderzahlung in Höhe von insgesamt 2 Millionen Euro honorieren können. "Das ist in der deutschen Universitätsmedizin einmalig", betonte der Medizinische Vorstand. Der Gesamtumsatz aus Krankenhausleistungen betrug rund 318 Millionen Euro (303 Millionen Euro 2009).

Thiery betonte noch einmal ausdrücklich die Verzahnung von Spitzenforschung und herausragender Lehre auf dem Campus Liebigstraße: „Wir haben im Medizinischen Viertel neben dem neugebauten Uniklinikum, den hochmodernen Forschungslaboren der Fakultät und der Nähe zu unseren naturwissenschaftlichen Schwesterfakultäten und Max-Planck-Instituten eine Reihe international beachteter Forschungsschwerpunkte vorzuweisen.“

So beschäftigten sich die Forschungsprojekte LIFE und der IFB Adipositas Erkrankungen in einem bisher nicht dagewesenem Umfang mit den bedeutenden Zivilisationskrankheiten. Auch mit dem Medizinstudium zeigte man sich zufrieden. „Seit Jahren haben wir uns in der Lehre mit guten Konzepten bis an die Spitze im deutschlandweiten Vergleich vorgearbeitet. Schon seit längerem haben wir die kürzeste Studiendauer im Humanmedizinstudium in Deutschland. Diese kurze Studiendauer geht einher mit einer hohen Qualität des Studiums, die sich in der Bestehensquote beim schriftlichen Teil des 2. Abschnitts der Ärztlichen Prüfung zeigt", erinnerte der Dekan der Medizinischen Fakultät.

Mit Blick auf die Politik meinte Prof. Fleig, dass man sich in Leipzig Dank der Unterstützung durch den Freistaat Sachsen eine sehr gute Position für die Zukunft erarbeitet habe und gerade dabei sei, die ersten Früchte dieser Anstrengungen zu ernten. Deshalb sei es gerade jetzt wichtig, Kontinuität zu waren und sich ergebende Chancen zu nutzen.

"Der Freistaat kann erheblich von uns profitieren", gab sich Fleig überzeugt, "denn wir repräsentieren innerhalb eines Wachstumsbereiches den Sektor, aus dem Innovationen und damit später auch Investitionen erwachsen." Auch wurde darüber hinaus eine solide finanzielle Absicherung von Forschung und Lehre angemahnt, weil sonst das System nicht mehr funktioniere. Die Politik solle nicht nur die Kosten sehen, so Ekkehard Zimmer, kaufmännischer Vorstand der Uniklinik, sondern auch den Nutzen universitärer Medizin und Forschung. Positiv zu vermerken sei, dass der Freistaat Sachsen den Neubau der Zahnkliniken mit einem Investitionsvolumen von 17 Millionen Euro im Doppelhaushalt verankert habe. Gleichzeitig investiere das Klinikum jedoch allein im laufenden Jahr 2011 voraussichtlich mehr als 16 Millionen Euro aus eigenen Mitteln in andere Bauvorhaben und medizinische Geräte.

"2011 wird nicht leicht", ist Prof. Fleig überzeugt. "Wir haben einige sehr große Projekte angeschoben, wie zum Beispiel ein Projekt zur Führungskräfteentwicklung, die Einführung eines einheitlichen Patientenmanagements, den Neubau der Zahnkliniken und den Umbau des Roten Hauses. Unsere Mitarbeiter arbeiten mit einem sehr hohen Engagement, aber wir haben nur noch wenige Reserven und müssen daher schnell und konsequent unsere Kapazitäten erweitern." Man plane, die Zentrale Notfallaufnahme neu zu strukturieren und zu erweitern, die Leistungen in der 2010 neu etablierten bariatrischen Chirurgie (Adipositaschirurgie) zu steigern und die technische Ausstattung verschiedener Fächer zu verbessern.

"Als eines von vier deutschen Universitätskliniken erhalten wir einen PET-MRT (eine Kombination von Kernspintomograf (MRT) und Positronen-Emissionstomograf (PET) – Anm. d. Red.)", sagte Fleig. Auch die Möglichkeiten der roboter-assistierten Chirurgie wolle man ausbauen. Insgesamt blicke man optimistisch in die Zukunft. Man sehe den im Doppelhaushalt 2011/2012 erstmals seit Jahren erhöhten Landeszuschuss für die Fakultät als Bekenntnis der Landesregierung zur Stärkung der Wissenschaft und Bildung gerade auch in Bezug auf die Universitätsmedizin.


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