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Forsa-Befragung im Auftrag der DAK: Immer mehr Grundschüler leiden unter psychischen, motorischen und Gewichtsproblemen

Redaktion
Kinder essen zu ungesund und bewegen sich zu wenig.
Kinder essen zu ungesund und bewegen sich zu wenig.
Foto: Ralf Julke
Es wird in Deutschland zwar viel über gesunde Lebensweise geredet, ganze Verlage leben von immer neuen Diätratgebern, um gesunde Kinder wird oft ein regelrechter Kult getrieben. Doch Deutschlands Kinderärzte können eine andere Geschichte erzählen. Immer mehr Kinder leiden unter einem schlechten Gesundheitszustand. Und nicht nur gedankenlose Eltern sind schuld.

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Die DAK hat Forsa beauftragt, 100 Kinder- und Jugendärzte nach dem Gesundheitszustand der Kinder in Deutschland zu befragen. Und das Ergebnis ist alarmierend: Der Gesundheitszustand hat sich in den vergangenen zehn Jahren verschlechtert. Häufig beginnen die Gesundheitsprobleme bereits in der Grundschule.

In der DAK-Untersuchung erklären mehr als die Hälfte der Mediziner, dass sich der Gesundheitszustand der Kinder seit dem Jahr 2000 eher (51 Prozent) bzw. deutlich (4 Prozent) verschlechtert hat. Mit 97 Prozent stellen fast alle befragten Kinderärzte fest, dass vor allem psychische Probleme und Verhaltensauffälligkeiten zugenommen haben. 55 Prozent erkennen sogar einen „starken“ Anstieg.

Nach Ansicht der meisten Mediziner sind vor allem Grundschüler zwischen sechs und acht Jahren betroffen. In dieser Altersgruppe treten auch viele Gesundheitsprobleme durch Übergewicht auf. 95 Prozent der Kinderärzte stellen hier eine Zunahme fest. Auch motorische Defizite sowie Sprach- und Hörprobleme haben zugenommen. Die Diagnosen treten am häufigsten bei den 3- bis 5-Jährigen auf.

Alarmierender Trend: Kinder essen zu ungesund und bewegen sich zu wenig.
Alarmierender Trend: Kinder essen zu ungesund und bewegen sich zu wenig.
Foto: Ralf Julke

„Die Einschätzung der Kinderärzte ist alarmierend“, sagt DAK-Expertin Dr. Christina Sewekow. „Wenn sich der Gesundheitszustand der Kinder in den vergangenen zehn Jahren spürbar verschlechtert hat und die Erkrankungen bei einzelnen Diagnosen stark ansteigen, dann muss zum Beispiel das bestehende Konzept der Früherkennung dringend überprüft und notfalls überarbeitet werden.“

Es gehe aber nicht darum, die Zahl der Vorsorgeuntersuchungen auszuweiten. Vielmehr müssten bei den Untersuchungen einzelne Aspekte wie psychische Probleme oder Übergewicht stärker in den Fokus gerückt werden. „Wichtig ist auch, Eltern und Schule mehr einzubinden“, erklärt Dr. Christina Sewekow. „Die Gesundheitserziehung unserer Kinder muss in Deutschland ein stärkeres Gewicht bekommen. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Die größten Gefahren für die Gesundheit der Kinder sind nach Einschätzung der befragten Kinderärzte vor allem ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel in der Freizeit und eine zu intensive Nutzung von Fernsehen und Computer. Sehr häufig stufen die Mediziner auch eine fehlende Vorbildfunktion der Eltern als Risikofaktor ein. Zu wenig oder schlechten Sportunterricht an Schulen gaben immerhin 61 Prozent der Ärzte an.

Auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hat kürzlich bei seiner Jahrestagung in Berlin auf die Entwicklung und die veränderten Gesundheitsprobleme bei Jungen und Mädchen hingewiesen. Man sehe die zunehmende Zahl von Kindern mit Entwicklungsdefiziten und anderen Schwierigkeiten „mit großer Sorge“, erklärte der Verband. Die betroffenen Jungen und Mädchen mit diesen Handicaps würden „zu einem großen Teil schon in der Schule scheitern“.

Die Studie bestätigt eine ähnlich angelegte Studie der DAK aus dem Vorjahr.


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