Fachlicher Beistand in schwierigen Situationen: Im Leipziger Park-Krankenhaus gibt es jetzt ein Klinisches Ethikkomitee
Redaktion
06.01.2012
Park-Krankenhaus Leipzig.
Foto: Park-Krankenhaus
"Im klinischen Alltag müssen Ärzte, Therapeuten und auch Pflegekräfte insbesondere bei der Versorgung schwerkranker Patienten damit rechnen, plötzlich mit einer ethisch schwierigen Fragestellung konfrontiert zu sein", formuliert Alexander Friebel, Pressesprecher des Park-Krankenhauses Leipzig, ein Dilemma, in das nicht nur Patienten und Angehörige geraten, sondern auch die behandelnden Ärzte.
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Wenn es um Tod oder Leben geht oder gar um irreparable Erkrankungen und ein drohendes langes Hinsiechen, dann brauchen auch Mediziner oft Beratung. Oder kollegiale Hilfe, um für die Betroffenen die richtige und vor allem eine humane Entscheidung zu finden.
Das Park-Krankenhaus Leipzig hat aus diesem Grund jetzt ein Klinisches Ethikkomitee (KEK) ins Leben gerufen, das dem jeweiligen Mitarbeiter oder Behandlungsteam bei Bedarf eine möglichst ausgewogene und fachlich fundierte Orientierungshilfe für die eigene Werteentscheidung an die Hand geben möchte.
Das Klinische Ethikkomitee ist interdisziplinär besetzt und wird jeweils auf Antrag eines therapeutisch tätigen Mitarbeiters aktiv. Hauptaufgabe des Gremiums ist die klinische Ethikberatung, die in der Regel auf der jeweiligen Station durchgeführt wird. Ziel dieser Beratung ist es, unter Berücksichtigung des dokumentierten und mutmaßlichen Willens des Patienten die beste Behandlungsentscheidung zu finden und diese ethisch fundiert zu begründen.
Weitere Aufgaben sind die Erarbeitung von Leitlinien für den ethischen Umgang mit wiederkehrenden klinischen Problemsituationen sowie die Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter des Park-Krankenhauses auf dem Gebiet der Medizinethik.
Park-Krankenhaus Leipzig.
Foto: Park-Krankenhaus
„Das klinische Ethikkomitee will den Mitarbeitern dabei helfen, möglicherweise schwerwiegende und weitreichende Einzelfallentscheidungen nach bestem Wissen und Gewissen treffen zu können“, erläutert Prof. Dr. Thomas W. Kallert, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, der dem Klinischen Ethikkomitee vorsteht. „Das Gremium wird dabei nur Empfehlungen aussprechen – die Entscheidung selbst und die damit verbundene Verantwortung bleibt bei den behandelnden Ärzten bzw. bei dem Behandlungsteam.“
Das Park-Krankenhaus Leipzig ist ein Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Leipzig und gehört seit 1999 zur Rhön-Klinikum AG. Im Jahr 2010 wurden rund 16.000 ambulante und mehr als 15.000 stationäre bzw. teilstationäre Behandlungen durchgeführt.
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