Kochen wie Gott in Frankreich: Leipziger Gastronomienachwuchs wieder auf Entdeckungsreise
Redaktion
02.04.2011
Start auf dem Hauptbahnhof Leipzig.
Foto: IHK Leipzig
Über ihren Tellerrand hinausgucken – das nehmen zurzeit 13 Gastronomielehrlinge aus der Region Leipzig wieder wörtlich. Die sächsischen Köche, Hotel- und Restaurantfachleute in spe befinden sich aktuell in Douvres in der französischen Region Calvados, wo sie im Rahmen eines vierwöchigen Praktikums den kulinarischen Berufsalltag in Küchen und Hotels des Nachbarlandes entdecken.
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Nach einer gemeinsamen Kennenlernwoche, um mit Sprache, Land und Leuten vertraut zu werden, verteilen sich die Azubis auf neun französische Unternehmen entlang der nordfranzösischen Kanalküste und stehen drei weitere Wochen alleine ihren Mann bzw. ihre Frau in der Fremde.
Den lehrreichen Aufenthalt an der französischen Atlantikküste ermöglichen in diesem Jahr das Hotel The Westin Leipzig, die Porsche Dienstleistungs GmbH, das Studentenwerk Leipzig, die Ratskeller der Stadt Leipzig GmbH, die fairgourmet GmbH, das HEIDE SPA Hotel & Resort, das Hotel Holiday Inn, Joseph Pub und das Restaurant Macis.
Die Reise ist Teil eines Austauschprogramms, das die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Leipzig zur Förderung von Auslandserfahrung in der Berufsausbildung organisiert. Seit drei Jahren wechseln sich gegenseitige Besuche Leipziger und französischer Gastronomielehrlinge ab.
Die Leipziger Gastronomie-Azubis vor dem Start auf dem Hauptbahnhof.
Foto: IHK Leipzig
Austauschpartner in Frankreich ist das Lycée Technique et Professionnel Privé in Douvres la Délivrande (Normandie, Region Calvados) – eine katholische private Ausbildungseinrichtung, in der Jugendliche zu Köchen, Restaurantfachleuten, Hotelfachleuten sowie in Hauswirtschaft zum Teil mit Abitur ausgebildet werden. Die jungen Leute absolvieren ihre Ausbildung im Unterschied zu deutschen Azubis nur in der Berufsschule, wo sie sowohl theoretischen als auch praktischen Unterricht haben. Im Lauf ihrer zwei- bis dreijährigen Ausbildung absolvieren sie verschiedene vier- bis sechswöchige Praktika in Firmen in ganz Frankreich. Ausgewählte Auszubildende kommen zum Praktikum nach Leipzig. Der Kontakt zur Schule wurde 2008 über das Deutsch-Französische Sekretariat in Saarbrücken hergestellt, das auf Grundlage des Staatsvertrags zwischen Deutschland und Frankreich den Austausch finanziell unterstützt.
„Von den Auslandserfahrungen der Azubis kann das gesamte Unternehmen profitieren. Nicht nur, dass sich die Sprachkenntnisse enorm verbessern, die Auszubildenden erweitern in dieser anders strukturierten, fremdländischen Arbeitswelt ihren Horizont und kehren selbstbewusster in die Heimat zurück“, erklärt Dr. Thomas Hofmann, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Leipzig. „Leider ermöglichen noch zu wenige Unternehmen ihrem Nachwuchs diese Erfahrung. Vielen Unternehmen ist nicht bewusst, dass sie dabei von verschiedenen Seiten unterstützt werden. Die IHK zu Leipzig übernimmt nicht nur bürokratische Wege bei der Organisation eines Auslandspraktikums, sondern berät auch zu weiteren Fördermöglichkeiten.“
Den Unternehmen entstehen in der Regel keine Zusatzkosten. Sie müssen nur die Ausbildungsvergütung weiter zahlen. Reise- und Unterkunftskosten oder Kosten für einen Sprachkurs der Auszubildenden können zum Großteil über verschiedene Förderprogramme abgedeckt werden, zum Beispiel über das europäische Förderprogramm Leonardo da Vinci, den Europäischen Sozialfonds in Sachsen oder das Programm des Deutsch-Französischen Sekretariats.
Die Erlebnisse der Anreise können Sie morgen an dieser Stelle lesen.
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