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Neue Attraktion im Landesmuseum für Vorgeschichte: Bäume fällen nach Art der Steinzeit

Terminredaktion
Baum fällen mit Steinzeitwerkzeugen.
Baum fällen mit Steinzeitwerkzeugen.
Foto: Freistaat Sachsen / Landesamt für Archäologie
Noch sitzt das Landesamt für Archäologie in Dresden. Deswegen kann man seine aktuellen Präsentationen derzeit noch im Japanischen Palais besichtigen. Darunter ist jetzt ein ganz neues, visuell aufbereitetes Experiment: Die Archäologen haben eine Eiche gefällt - mit den Werkzeugen der Steinzeit.

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Diese Attraktion bereichert jetzt die Sonderausstellung "Funde, die es nicht geben dürfte - Brunnen der Jungsteinzeit in Sachsen" im Landesmuseum für Vorgeschichte, die die Leipziger schon vor einem Jahr im Stadtgeschichtlichen Museum sehen durften.

In einer völlig neu eingerichteten Sektion können Besucher des Landesmuseums nun die spektakuläre Aktion der experimentellen Archäologie mitverfolgen. Mit nachgebauten Beilen der Jungsteinzeit (um 5.500 v. Chr.) haben Wissenschaftler eine Eiche gefällt, um der Holzbearbeitungstechnik unserer Vorfahren auf die Spur zu kommen. Das Experiment verschliss mehrere Steinbeile und die Kraft einiger der Beteiligten, bis es gelang, eine Eiche von 40 cm Durchmesser nach fast acht Stunden zu Fall zu bringen.

Eine Erkenntnis aus der Aktion ist: Die Altvorderen vor 7.500 Jahren verfügten über Fertigkeiten, die uns abhanden gekommen sind. Wie sonst hätten sie mit ihren Gerätschaften aus Stein auch Bäume von einem Meter Durchmesser schlagen können? An solche Exemplare haben sich die experimentierfreudigen Fachleute nicht getraut ...

Experimentelle Archäologie: Wie fällt man eine Eiche mit einem Steinzeitbeil?
Experimentelle Archäologie: Wie fällt man eine Eiche mit einem Steinzeitbeil?
Foto: Freistaat Sachsen / Landesamt für Archäologie
Die Filmaufnahmen von der Fällaktion nach "Art der Steinzeit" können nun auf einem Großbildschirm in der Ausstellung miterlebt werden. Auch eines der rekonstruierten Werkzeuge und die bearbeiteten Baumstümpfe gehören nun zu den eindrucksvollen Exponaten, die einen Eindruck von den technischen Fähigkeiten der Menschen vor über 7.000 Jahren vermitteln. Zur aktuellen Erweiterung der Ausstellung gehört außerdem eine digitale 3D-Rekonstruktion des berühmten Brunnens von Altscherbitz, die nicht nur die aufwändige Konstruktion des Holzbauwerks sichtbar macht, sondern auch die Lage verschiedener Funde in der Brunnenverfüllung darstellt.

Die Ausstellung "Funde, die es nicht geben dürfte" zeigt äußerst seltene jungsteinzeitliche Funde aus organischen Materialien, die in den letzten Jahren bei Ausgrabungen in Sachsen zu Tage kamen. Sie hatten sich unter dem Grundwasserspiegel in zugeschütteten Brunnen erhalten, die vor mehr als 7.000 Jahren gebaut worden waren. Die Erweiterung der Ausstellung wurde auch zum Anlass genommen, die Schau bis zum 7. August 2011 zu verlängern.

Am Ostersonntag und Ostermontag hat die Ausstellung für Besucher geöffnet.

"Funde, die es nicht geben dürfte - Brunnen der Jungsteinzeit in Sachsen", Ausstellung im Landesmuseum für Vorgeschichte, Japanisches Palais, Palaisplatz 11, 01067 Dresden.

www.archaeologie.sachsen.de


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