Klarer kann man ein politisches Statement nicht in ein Bild packen.
Foto: Sascha Bethe
Nordirland war für mich während meiner ersten Zeit in England unerreichbar. Zu weit der Weg, zu kurz die Zeit. Beim zweiten Trip nach England ließ sich ein Vorbeischauen in der britischen Enklave gut einbauen, auch wenn die Fährunternehmen unverschämte Preise für eine Touri-Gruppe samt Gefährt haben. Im Land galt dann vor allem: Bloß keinen Fehler machen.
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„DERRY!“ Die nette Vermieterin konnte wirklich ungemütlich werden, wenn man ihre Heimatstadt aus ihrer Sicht falsch benennt. Zu viert sitzen wir am Frühstückstisch eines Bed & Breakfasts in (London-)Derry an der Grenze Nordirlands zu Irland. Über Dublin und Belfast hatten Sascha und ich uns hierhin mit dem Auto durchgeschlagen, unterwegs noch zwei Freunde eingeladen und dann den Norden der „grünen Insel“ aufgesucht. Für die Fähre auf die Insel und zurück mussten wir, dann schon zu dritt und mit Auto, unverschämte 386 Euro löhnen. Von Dünkirchen nach Dover, also quer über den Ärmelkanal, fährt man ähnlich lang und bezahlt für fünf Leute und ein Auto zu einer günstigen Tageszeit 66 Euro. Die Fährstrecke ist mit 90 Kilometern nur ein Viertel kürzer als die Seepartie nach Irland.
Vorsichtsmaßnahmen in Belfast.
Foto: Sascha Bethe
Am Flughafen Dublin hatten wir uns in den Kopf gesetzt, schnell unseren vierten Mitstreiter einzusammeln, doch vergessliche Verkehrsplaner haben dort nur kurze Haltepunkte für die Autos eingerichtet, die Leute zum Abflug abliefern wollen. Wer Ankommende mitnehmen will, muss Runden über das Gelände drehen, denn kurz halten und niemanden mit Koffern bewaffnet aussteigen lassen, ist nicht. Die Polizei ist äußerst wachsam. Also umkreiste ich den Terminal, während Sascha den nächsten Mitstreiter suchte. Als der gefunden ward, fuhr ich kurz in A-Team-Manier vor, die Koffer flogen hinten rein und dann quietschten wir auch schon vor den anstürmenden Politessen davon. Vielleicht war es nicht ganz so krass, aber viel Zeit hatten wir nicht, bevor schon die erste Politesse auf unser Auto zurammelte. Sie hatte aber auch nicht viel Zeit, uns auf unser Fehlverhalten aufmerksam zu machen. Als sie ankam, waren wir schon losgerollt.
Die Murals gibt's an den Stirnseiten.
Foto: Sascha Bethe
Über die nicht mehr sichtbare Landesgrenze „flüchteten“ wir direkt nach Belfast. Ein Guinness gegenüber dem meist bebombten Hotel Europas, namens Hotel Europa, gehörte zum Programm, ein Besuch der berühmten Murals auch. Murals, vom Lateinischen „murus“, die Mauer, sind Wandmalereien, beispielsweise an Giebelwänden. In Nordirland haben sie eine stark politische Note und stehen im Zusammenhang mit den Unruhen zwischen Katholiken und Protestanten in einigen Städten des Landes. In Belfast gibt es Stadtviertel, an denen man hinter jeder Giebelwand ein Mural bewundern kann. Diese Viertel sind allerdings nicht ausgeschildert, sie werden nicht als touristisches Ziel angepriesen. Wir selbst erreichten eines erst nach einer Odyssee durch die Stadt und auch nur durch Zufall.
Martin Luther in Belfast.
Foto: Sascha Bethe
Stacheldraht auf den Häusermauern gab einen Einblick, was sich hier zu Spitzenzeiten abgespielt haben wird. Als wir aufkreuzen, spielen ein paar Kinder auf einer Rasenfläche, andere lungern auf einem Mauervorsprung herum. Die Murals prangen am Ende jeder Reihenhäuserkette, jedes hat seine eigene Botschaft, aber hier sind alle Botschaften protestantisch. Die rote Hand der Provinz Ulster, die im Wesentlichen das heutige Nordirland ausmacht, ist das Zeichen der Unionisten. Der Befürworter der Einheit mit Großbritannien. An einer Giebelwand ist Martin Luther zu sehen. Die berühmte Anhörung auf dem Reichstag zu Worms. Als wir am nächsten Morgen im Hotel den Fernseher anschalteten, sahen wir, dass wir das „richtige Viertel“ gewählt hatten. In East Belfast war es am Abend und in der Nacht zu den schwersten Unruhen seit zehn Jahren gekommen.
Es wird ungemütlich. Gerade hatte uns die Vermieterin erklärt, welche Seite des Flusses Folye in ihren Augen die gute ist und welche die schlechte, wo die „guten“ Katholiken leben und wo die „schlechten“ Protestanten, wo man also Derry sagt und wo Londonderry. Fährt man aus Richtung Irland nach Londonderry – so der offizielle Name - so steht auf den Hinweisschildern nur Derry, in Nordirland steht Londonderry. Der lokale Fußballklub heißt Derry City und ist der einzige nordirische Verein, der in der irischen Liga spielt. Derzeit nur in der zweiten. In der Stadt selbst ist höchste Vorsicht geboten, wenn man mit Leuten ins Gespräch kommt. Meist verrät schon die Frage: „How do you like …?“, welcher Konfession der Gesprächspartner ist und welche Form des Stadtnamens man verwendet. Nicht jeder fährt aus der Haut, wenn der falsche Stadtname verwendet wird. Doch noch immer gibt die Religion einen guten Anlass für Unruhen.
Biodiversivität ist ein sperriges Wort, dem aber aufgrund weiter um sich greifender Umweltzerstörungen auf unserem Planeten immer mehr Bedeutung zukommt. Die Artenvielfalt auf der Erde ist zunehmend bedroht. 60.000 Tier- und Pflanzenarten stehen auf der Roten Liste. Auch der Leipziger Zoo hat sich die Arterhaltung auf die Fahne geschrieben, gibt 165.000 Euro jährlich für Schutzprojekte aus und hat sich mit dem künftigen Deutschen Zentrum für Integrative Biodiversivitätsforschung (iDiv) einen wichtigen Partner an Bord geholt. mehr…
„Wenn jeder hier im Raum begreift, dass Energiesparen nötig ist und beim eigenen Griff zum Lichtschalter beginnt, dann ist es egal, ob es ab heute einen neuen Umweltminister gibt“, machte Schulleiter Thomas Graupner am Dienstag, 22. Mai, im Berufsschulzentrum 7 deutlich, worum es bei der neuen Bildungsinitiative Energie geht. mehr…
Der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Leipziger Stadtrat Reik Hesselbarth hat den Beschlussvorschlag von Kulturbürgermeister Faber zur Umsetzung des Finanzierungsanteils für die Freie Szene scharf kritisiert. Denn statt einen Vorschlag zu machen, wie der Stadtratsbeschluss von 2008 bis 2013 erfüllt werden kann, hat Kulturbürgermeister Michael Faber am 16. Mai eine Verschiebung des Termins vorgeschlagen. mehr…
Eigentlich könnten sich die Freunde des Leutzscher Fußballs gedanklich schon in die Sommerpause verabschieden. BSG Chemie Leipzig und SG Leipzig Leutzsch haben beide die Klasse gehalten. Sportlich betrachtet geht es für beide Teams in den letzten Saisonspielen nur noch um die goldene Ananas. Wäre da nicht das grün-weiße Derby am 9. Juni. Die Chemie-Fans nutzen die Gunst der Stunde für eine klare Ansage. mehr…
Die Frage nach den personellen Konsequenzen in der Affäre um die Herrenlosen Häuser entzweit Leipzigs Parteien. Die linke OBM-Kandidatin Dr. Barbara Höll fordert eine Beurlaubung von Verwaltungsbürgermeister Andreas Müller (SPD). Für Leipzigs FDP ist Oberbürgermeister Burkhard Jung der Verantwortliche, Hölls Forderung nur „eine erste wahltaktische Brücke“. mehr…
Am 27. Mai, um 19 Uhr, lädt der Freundeskreis „Gohliser Schlösschen“ e.V. herzlich zu einer „Pfingstlesung“ in den Festsaal des Hauses ein: „Erleben Sie mit uns die abenteuerlichen Geschicke des Reineke Fuchs, und wie es ihm, mehrfach angeklagt und verurteilt, immer wieder gelingt, mit verblüffender Intelligenz, mit Witz und Verschlagenheit, mit Lug und Trug, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, um schließlich sogar 'Kanzler des Reichs' zu werden.“ mehr…
Die Drogenpolitik und der Umgang mit Suchtkranken in Leipzig ist und bleibt offenbar ein heißes Eisen, das von dem einen oder anderen Protagonisten mit mehr oder weniger Eifer am Glühen gehalten wird. So schlug ein Interview von Michael Burgkhardt in der LVZ hohe Wellen. Der Chef der Bürgerfraktion im Stadtrat, gleichzeitig Suchtmediziner, ging mit der Stadt und dem Umgang mit der Drogenszene Leipzigs hart ins Gericht. mehr…
Am Dienstag, 22. Mai, wurden im Festsaal des Neuen Rathauses die Leipziger Agenda-Preise 2012 verliehen. In fünf Kategorien wurden Preisgelder in einem Gesamtumfang von 14.000 Euro sowie Sachpreise im Wert von rund 10.000 Euro vergeben. mehr…
Die Lebenshilfe Leipzig organisiert vom 8. bis 10. Juni zum zweiten Mal ein Geschwisterseminar mit der renommierten Sozialwissenschaftlerin Marlies Winkelheide (Bremen/Geschwisterkinder.de) und ihrem Team. Dieses wendet sich an die Eltern und Geschwisterkinder in Familien mit behinderten Kindern und findet in der Jugendherberge in Dahlen bei Leipzig statt. mehr…
Den 29. Mai kann, wer Lust hat, sich über diese seltsame Stadt am sächsischen Westrand ein paar Gedanken zu machen, vormerken im Kalender. Es ist ein Dienstag. Und die Stadt lädt ein in die Kongresshalle, konkret in den Händelsaal. Ab 19 Uhr darf man rein und schon mal die Fühler ausstrecken, 19.30 Uhr beginnt die Auftaktveranstaltung für ein Leipziger Zukunftsprojekt. Motto: Leipzig weiter denken. mehr…
Am 24. Mai um 15 Uhr lädt der Garten Annalinde mit Kaffee und Kuchen herzlich zur Eröffnung seiner Gartensaison ein. Seit Juni 2011 gibt es den mobilen Nutzgarten auf der Freifläche hinter der Bibliothek Plagwitz. Neben Kohl und Kartoffeln in Säcken werden dort Radieschen, Salat und Tomaten zusammen mit einer Vielzahl weiterer, teils alter Kultursorten in mobilen Hochbeeten angebaut. mehr…
Das nächste Monatlich Gespräch über Wissenschaft findet am Mittwoch, 23. Mai, um 19:30 Uhr im Haus des Buches (Gerichtsweg 23) statt. Moderiert wird es von Bettina Kremberg und Ulrich Johannes Schneider. Im Mittelpunkt steht Martin Seel, der über "111 Tugenden. 111 Laster" spricht. mehr…
Die Königin der Instrumente, die Orgel, ist zu Pfingsten in der Kirche Zuckelhausen, Zuckelhausener Ring, zu entdecken und zu hören. Am Sonnabend, dem 26. Mai 2012, erläutert Orgelbauer Stefan Pilz bei einer Orgelführung um 10 Uhr die Funktionsweise der Johann-Gottlob-Mende-Orgel (1822). mehr…
Mitteldeutschland befindet sich mitten in der Luther-Dekade. 2012 ist das Jahr der Musik. 2017 jährt sich Luthers Thesenanschlag zum 500. Mal. Und die Evangelische Verlagsanstalt hat ein Heft-Projekt gestartet, das im Mai 2011 mit Nürnberg startete und den Verlag auf Jahre beschäftigen wird: Orte der Reformation. Das wichtigste Heft liegt jetzt mit "Wittenberg" vor. mehr…
In Verfassungsschutzberichten landen nicht nur die wirklich staatsgefährdenden Organisationen. Oft beobachten die Schlapphüte auch Parteien und Vereine, von denen sie die Gefährdung nur vermuten. Manchmal über Jahrzehnte ohne Ergebnis. Da ist es schon erstaunlich, dass die Bundesregierung allein diese Beobachtungen zum Vorwand nehmen will, Vereinen ihre Gemeinnützigkeit abzuerkennen. mehr…