Eine Bürgerreise in Leipzigs Partnerstadt Addis Abeba (2): Etwas Wichtiges fehlt noch
Gastbeitrag von Katharina Krefft und Co-Autorinnen
06.11.2011
Katharina Krefft in Lalibela.
Foto: Katharina Krefft
Zusätzliche Verbindungen zwischen den Partnerstädten Leipzig und Addis Abeba wachsen jenseits von Politik und Schulpartnerschaften auch auf anderen Gebieten. Ursula und Siegward Funke von der Thomaskirche besuchten im Rahmen der Bürgerreise die Partnergemeinde der evangelisch-äthiopischen Mekane Yesus-Kirche in Nefas Silk Lafto im Süden der Stadt.
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Hier konnte die Leipziger Gruppe einem wunderbar lebendigen Gottesdienst mit Gospelchor beiwohnen und die soziale Arbeit der Gemeinde kennen lernen.
Doch etwas fehlt in der Aufzählung – eine leere Stelle gibt es derzeit noch in der Städtepartnerschaft: Es fehlt das Gegenstück zum Leipziger Verein auf äthiopischer Seite. Die Vorsitzende, Sophie Ebert, spricht es bei jeder Gelegenheit an, wie nötig ein Verein zur Förderung der Beziehungen mit Leipzig in Addis Abeba wäre! Ob die Elternvertreter, Lehrer, Gemeindemitglieder, Stadtverwaltungs- und Botschaftsvertreter nun genug Motivation erfahren haben, werden wir sehen – bei der nächsten Bürgerreise nach Addis Abeba.
Am Meskal Platz startet auch der Great Ethiopian Run.
Foto: Katharina Krefft
"Wird ein Baumstamm von tausend Menschen getragen, ist er nicht schwer."
(äthiopisches Sprichwort)
Eine Bürgerreise ist auch eine touristische Unternehmung, und die führte diesmal nach Lalibela, der alten Stadt der Felsenkirchen, und nach Gondar, der nicht minder alten Stadt der Paläste. Hier ist auch ein palastartiges Entree zum Universitätscampus zu finden. Wir lernten die Medizin-Professorin Dr. Assegedech Bekele kennen, die in Leipzig studiert hat und uns die Vorklinik der medizinischen Fakultät zeigt - 1979 im Bau durch die DDR finanziert. Dr. Assegedech ist die Verbindungsfrau zur Uni Leipzig und regelmäßig zu längeren Aufenthalten in unserer Stadt.
Die junge und am schnellsten wachsende Universität Äthiopiens besteht aus neun Fakultäten und zehn Colleges mit 20.000 Studierenden. Dicebu Danyo, der Vizepräsident der Uni, kommt eigens hinzu, um die Reisegruppe zu begrüßen. Die Universitätspartnerschaft mit Leipzig ist ihm so wichtig, dass er mit lächelndem Gesicht bei den sechs Leipziger Schülern für ein Studium in Gondar wirbt!
Der Merkato ist Afrikas größter Freiluftmarkt.
Foto: Katharina Krefft
Die Eindrücke aus dem Land werden auch durch eine Tagesreise in den afrikanischen Grabenbruch, nach Debre Zeyt/Bishoftu, bereichert. Der Weg dorthin führt entlang der Transitstrecke von Addis nach Dschibuti, dem befreundeten Nachbarstaat mit großem Handelshafen. Vorbei an neuen Produktions- und Lagerhallen, Märkten und gigantischen chinesischen Gewerbegebieten drängt sich der Verkehr auf dieser Straße. Entlastung wird eine Autobahn bringen, die von den Chinesen finanziert und exakt an ihren Gewerbegebieten vorbeigeführt wird, sogar wenn dafür ein neues Wohngebiet weichen muss.
Planungsfehler gibt es auch in Äthiopien. Sie zu vermeiden, ist unter anderem die Aufgabe von Thomas Gross, dem Architekten aus Chemnitz, den wir treffen. Seit zwei Jahren ist er bei der Landesregierung von Oromia als Berater angestellt. Er ist für eine nachhaltige Entwicklung der Wasser- und Abwassernutzung sowie für das Entstehen von lebenswerten Wohngebieten und die Erhaltung der Landschaft auch für touristische Zwecke mit verantwortlich. Verwaltungsaufbau gehört dazu ebenso wie die Schaffung einer Infrastruktur mit regionalen Ressourcen.
Katharina Krefft in Lalibela, der alten Stadt der Felsenkirchen.
Foto: Katharina Krefft
In Bishoftu sieht man dann auch befestigte Seitenstraßen und Fußwege mit vulkanischen Pflastersteinen aus der Region. So etwas gibt es im übrigen Land sonst kaum. Für ihre sachkundige Beratung und Hilfe zur Entwicklung werden die Deutschen geschätzt. Durch ihr Engagement wird Bishoftu vielleicht einmal das Naherholungsgebiet für viele Addiser werden.
Die zweite Leipziger Bürgerreise nach Addis Abeba zeigte die sichtlich gewachsenen Aktivitäten dieser Städtepartnerschaft. Im vergangenen Jahr hatte der Stadtrat die zunächst befristete Partnerschaft für dauerhaft beschlossen. Im März 2010 besiegelte der Oberbürgermeister bei seiner Reise mit den Stadträten die Verbindung und weihte den „Leipziger Platz“ in Addis Abeba feierlich ein.
Inzwischen können die Städtepartnerschaft auf sieben und der Verein auf neun Jahre Geschichte zurückschauen. Man engagiert sich für Schulpartnerschaften, unterstützt die Kirchenpartnerschaft der Gemeinde St. Thomas und der Mekane Yesus-Gemeinde von Nefas Silk Lafto, kreierte mit dem Eine Welt e.V. den Partnerschaftskaffee „Der Leipziger“ und läuft mit Leipziger Sportlern den Great Ethiopian Run in Addis Abeba.
Nächstes Jahr ist die Konzertreise eines Leipziger Chores geplant. Gibt es noch Wünsche? - Ja, sagt der deutsche Kulturattaché: Wie wäre es mit Äthiopien auf der Leipziger Buchmesse!? Und: Addis könnte das Luftfrachtdrehkreuz für Ostafrika werden so wie Leipzig das für die Posttochter DHL in Europa ist. An Ausblicken und Parallelen mangelt es der Städtepartnerschaft mit Addis also nicht.
Biodiversivität ist ein sperriges Wort, dem aber aufgrund weiter um sich greifender Umweltzerstörungen auf unserem Planeten immer mehr Bedeutung zukommt. Die Artenvielfalt auf der Erde ist zunehmend bedroht. 60.000 Tier- und Pflanzenarten stehen auf der Roten Liste. Auch der Leipziger Zoo hat sich die Arterhaltung auf die Fahne geschrieben, gibt 165.000 Euro jährlich für Schutzprojekte aus und hat sich mit dem künftigen Deutschen Zentrum für Integrative Biodiversivitätsforschung (iDiv) einen wichtigen Partner an Bord geholt. mehr…
„Wenn jeder hier im Raum begreift, dass Energiesparen nötig ist und beim eigenen Griff zum Lichtschalter beginnt, dann ist es egal, ob es ab heute einen neuen Umweltminister gibt“, machte Schulleiter Thomas Graupner am Dienstag, 22. Mai, im Berufsschulzentrum 7 deutlich, worum es bei der neuen Bildungsinitiative Energie geht. mehr…
Der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Leipziger Stadtrat Reik Hesselbarth hat den Beschlussvorschlag von Kulturbürgermeister Faber zur Umsetzung des Finanzierungsanteils für die Freie Szene scharf kritisiert. Denn statt einen Vorschlag zu machen, wie der Stadtratsbeschluss von 2008 bis 2013 erfüllt werden kann, hat Kulturbürgermeister Michael Faber am 16. Mai eine Verschiebung des Termins vorgeschlagen. mehr…
Eigentlich könnten sich die Freunde des Leutzscher Fußballs gedanklich schon in die Sommerpause verabschieden. BSG Chemie Leipzig und SG Leipzig Leutzsch haben beide die Klasse gehalten. Sportlich betrachtet geht es für beide Teams in den letzten Saisonspielen nur noch um die goldene Ananas. Wäre da nicht das grün-weiße Derby am 9. Juni. Die Chemie-Fans nutzen die Gunst der Stunde für eine klare Ansage. mehr…
Die Frage nach den personellen Konsequenzen in der Affäre um die Herrenlosen Häuser entzweit Leipzigs Parteien. Die linke OBM-Kandidatin Dr. Barbara Höll fordert eine Beurlaubung von Verwaltungsbürgermeister Andreas Müller (SPD). Für Leipzigs FDP ist Oberbürgermeister Burkhard Jung der Verantwortliche, Hölls Forderung nur „eine erste wahltaktische Brücke“. mehr…
Am 27. Mai, um 19 Uhr, lädt der Freundeskreis „Gohliser Schlösschen“ e.V. herzlich zu einer „Pfingstlesung“ in den Festsaal des Hauses ein: „Erleben Sie mit uns die abenteuerlichen Geschicke des Reineke Fuchs, und wie es ihm, mehrfach angeklagt und verurteilt, immer wieder gelingt, mit verblüffender Intelligenz, mit Witz und Verschlagenheit, mit Lug und Trug, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, um schließlich sogar 'Kanzler des Reichs' zu werden.“ mehr…
Die Drogenpolitik und der Umgang mit Suchtkranken in Leipzig ist und bleibt offenbar ein heißes Eisen, das von dem einen oder anderen Protagonisten mit mehr oder weniger Eifer am Glühen gehalten wird. So schlug ein Interview von Michael Burgkhardt in der LVZ hohe Wellen. Der Chef der Bürgerfraktion im Stadtrat, gleichzeitig Suchtmediziner, ging mit der Stadt und dem Umgang mit der Drogenszene Leipzigs hart ins Gericht. mehr…
Am Dienstag, 22. Mai, wurden im Festsaal des Neuen Rathauses die Leipziger Agenda-Preise 2012 verliehen. In fünf Kategorien wurden Preisgelder in einem Gesamtumfang von 14.000 Euro sowie Sachpreise im Wert von rund 10.000 Euro vergeben. mehr…
Die Lebenshilfe Leipzig organisiert vom 8. bis 10. Juni zum zweiten Mal ein Geschwisterseminar mit der renommierten Sozialwissenschaftlerin Marlies Winkelheide (Bremen/Geschwisterkinder.de) und ihrem Team. Dieses wendet sich an die Eltern und Geschwisterkinder in Familien mit behinderten Kindern und findet in der Jugendherberge in Dahlen bei Leipzig statt. mehr…
Den 29. Mai kann, wer Lust hat, sich über diese seltsame Stadt am sächsischen Westrand ein paar Gedanken zu machen, vormerken im Kalender. Es ist ein Dienstag. Und die Stadt lädt ein in die Kongresshalle, konkret in den Händelsaal. Ab 19 Uhr darf man rein und schon mal die Fühler ausstrecken, 19.30 Uhr beginnt die Auftaktveranstaltung für ein Leipziger Zukunftsprojekt. Motto: Leipzig weiter denken. mehr…
Am 24. Mai um 15 Uhr lädt der Garten Annalinde mit Kaffee und Kuchen herzlich zur Eröffnung seiner Gartensaison ein. Seit Juni 2011 gibt es den mobilen Nutzgarten auf der Freifläche hinter der Bibliothek Plagwitz. Neben Kohl und Kartoffeln in Säcken werden dort Radieschen, Salat und Tomaten zusammen mit einer Vielzahl weiterer, teils alter Kultursorten in mobilen Hochbeeten angebaut. mehr…
Das nächste Monatlich Gespräch über Wissenschaft findet am Mittwoch, 23. Mai, um 19:30 Uhr im Haus des Buches (Gerichtsweg 23) statt. Moderiert wird es von Bettina Kremberg und Ulrich Johannes Schneider. Im Mittelpunkt steht Martin Seel, der über "111 Tugenden. 111 Laster" spricht. mehr…
Die Königin der Instrumente, die Orgel, ist zu Pfingsten in der Kirche Zuckelhausen, Zuckelhausener Ring, zu entdecken und zu hören. Am Sonnabend, dem 26. Mai 2012, erläutert Orgelbauer Stefan Pilz bei einer Orgelführung um 10 Uhr die Funktionsweise der Johann-Gottlob-Mende-Orgel (1822). mehr…
Mitteldeutschland befindet sich mitten in der Luther-Dekade. 2012 ist das Jahr der Musik. 2017 jährt sich Luthers Thesenanschlag zum 500. Mal. Und die Evangelische Verlagsanstalt hat ein Heft-Projekt gestartet, das im Mai 2011 mit Nürnberg startete und den Verlag auf Jahre beschäftigen wird: Orte der Reformation. Das wichtigste Heft liegt jetzt mit "Wittenberg" vor. mehr…
In Verfassungsschutzberichten landen nicht nur die wirklich staatsgefährdenden Organisationen. Oft beobachten die Schlapphüte auch Parteien und Vereine, von denen sie die Gefährdung nur vermuten. Manchmal über Jahrzehnte ohne Ergebnis. Da ist es schon erstaunlich, dass die Bundesregierung allein diese Beobachtungen zum Vorwand nehmen will, Vereinen ihre Gemeinnützigkeit abzuerkennen. mehr…