Umweltschützer aus Leipzig unterstützt Greenpeace Russland: Sven Willner nimmt an einem „Firefighting-Camp“ bei Moskau teil
Redaktion
08.07.2012
Sven Willner.
Foto: Greenpeace Leipzig
Der 26-jährige Sven Willner aus Leipzig lässt sich für zwei Wochen in einem Trainingscamp für die Bekämpfung von Waldbränden in Russland ausbilden und wird gegebenenfalls bei Bränden helfen. Möglich macht dies ein Austauschprogramm zwischen Greenpeace Deutschland und Greenpeace Russland. Am Donnerstag, 12. Juli, macht er sich auf die Reise.
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Runde 1.100 Kilometer ist die russische Grenze von Leipzig entfernt. Überquert man die Grenze, ist alles ganz anders als in Deutschland. Die Umweltsituation in Russland ist dramatisch. Die russischen Öl- und Gaspipelines sind häufig marode. Zahlreiche Flächen, Flüsse und Seen sind in Russland radioaktiv verseucht. Und jedes Jahr gibt es dramatische Waldbrände so wie 2010 in der Nähe von Moskau. In diesem Sommer waren die Brände besonders dramatisch.
Die Hauptstadt war in einer gigantischen Rauchwolke verschwunden, Dörfer brannten ab und Menschen verloren ihre Heimat. Die jährlich von Waldbränden betroffene Fläche hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich vergrößert. Doch vom Staat gibt es so gut wie keine Unterstützung. Die staatlichen Forstbehörden sind selbst mit der Erfassung der Waldbrände überfordert. Die ohnehin knappen Mittel zur Waldbekämpfung sind weiter gekürzt worden, und seit einer administrativen Reorganisation sind die Behörden gelähmt.
Was den Menschen vor Ort bleibt: die Hilfe zur Selbsthilfe. Greenpeace Russland unterstützt die Menschen vor Ort. Experten von Greenpeace Russland machen jedes Jahr Kontrollfahrten, messen die Bodenfeuchte, sagen potenzielle Waldbrände voraus und warnen öffentlich vor der Gefahr. Greenpeace Russland ist sehr wichtig als unabhängige Quelle. Bevor es zu Bränden kommt, bilden sie Freiwillige vor Ort darin aus, Brände zu bekämpfen, um sich selbst zu helfen.
Brandbekämpfung in Russland.
Foto: Greenpeace Leipzig
Sven Willner ist seit 2008 ehrenamtlich bei Greenpeace Leipzig aktiv. Der 26-jährige Physiker engagiert sich lokal gegen neue Tagebaue und Kraftwerke nahe der Stadt sowie in der Lausitz. Sven engagiert sich außerdem für Fledermäuse und Amphibien. Den größeren Handlungsbedarf sieht er allerdings bei den globalen Umweltproblemen unserer Zeit. Deswegen freut er sich, bei einer international tätigen Organisation wie Greenpeace dabei sein und anpacken zu können.
Anfang 2012 hat Sven Russland schon einmal besucht. Im Zuge eines Austausches russischer und deutscher Ehrenamtlicher von Greenpeace besuchte er Moskau und St. Petersburg. Gemeinsam haben sie leckende Dieselpipelines oder illegale Einleitungen in die Newa um St. Petersburg dokumentiert. Damals hat Sven auch schon einen Tag am „Firefighter-Training“ teilgenommen und war bei einem Einsatz dabei. Die russischen Kollegen hatten über Satellitendaten einen Flächenbrand nahe der estnischen Grenze ausgemacht.
Bestürzt war der begeisterte Radfahrer und Wanderfan bei der Ankunft vom Ausmaß: Die Fläche war bereits niedergebrannt. Auf dem Rückweg nach St. Petersburg haben die Umweltschützer allerdings noch Feuer löschen können. Manche hatten sich bereits bis auf wenige hundert Meter an Dörfer herangefressen. Die akute Bedrohung wertvoller Naturlandschaften im größten Land der Erde motivieren Sven, erneut nach Russland zu reisen, um bei der Brandbekämpfung zu helfen und von vor Ort berichten zu können.
Am 29. Juli will er aus dem „Firefighting-Camp“ bei Moskau nach Leipzig zurückkehren.
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