Der Fluch von Novgorod und ein Riesen-Burger im Saloon: Ein Sommerbesuch im Hansapark
Martin Schöler
26.08.2012
"Fluch von Novgorod" im Hansapark.
Foto: Hansapark
Vergnügungsparks gibt es in Deutschland eine ganze Reihe, einen ganz oben an der Küste. Ob der Hansapark eine Reise wert ist? - Der Freizeitpark liegt direkt am Meer. Genauer gesagt, im Ostseebad Sirksdorf (Schleswig-Holstein). Der Park macht seiner Namenspatronin alle Ehre. Der Eingangsbereich gleicht einer Architekturausstellung zu Zeiten der Hanse.
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Schnell ein Ticket für moderate 31 Euro gekauft, dann ab durchs Mini-Holstentor ins Reich der Glückseligen. 37 Karussells und Bahnen warten darauf, ausprobiert zu werden.
Achterbahn, Freifallturm, Safari-Jeeps. Hier kommt die ganze Familie auf ihre Kosten. Ich steuere schnurstracks den "Fluch von Novgorod" an. Eingebettet in ein schauriges Hanse-Abenteuer erlebe ich einen der besten Rollercoaster Deutschlands. Düstere Klänge im liebevoll gestalteten Wartebereich, die Rahmengeschichte um einen verschwundenen Kaufmannssohn, Mitarbeiter in Hanse-Kostümen.
Die Fahrt erinnert an "Huracan" in Belantis. Nur mit weniger Überschlägen. Wen wundert's, ist die Bahn doch vom gleichen Hersteller. Ein witziger Clou: Zwei besonders rasante Streckenabschnitte sind komplett verdunkelt. In völliger Finsternis geht's im 97-Grad-Winkel in die Tiefe. Das macht Laune. Ist man dem Fluch entronnen, landet man in einem kleinen Irrgarten. Liebes Belantis-Team, so inszeniert man eine Achterbahn. Davon dürft ihr euch gerne eine Scheibe abschneiden.
Hanse-Flair mit Holsten-Tor.
Foto: Hansapark
Die thematische Einbettung der Attraktionen ist ein Schwerpunkt der Parkgestaltung. Kein Karussell wirkt lieblos ins Grüne betoniert. Um die Illusion nicht zu durchbrechen, sind manche Mitarbeiter an Karussells und Imbissbuden sogar kostümiert. Und die bunten Blumenbeete sind ein Paradies für jeden Landschaftsgärtner.
Nach drei Stunden Achterbahn fahren und Schiffsschaukeln brummt mein Magen. Den großen Bonanza-Burger im stilechten Western-Saloon gibt's für schlappe 8,40 Euro. Pommes, Getränk und Winnetou-Gedudel inklusive. Die Catering-Preise sind auch für's schmale Portemonnaie erschwinglich. Und wer Speis und Trank lieber selbst mitbringt, findet viele Picknickplätze vor.
Nach dem Mittagessen geht's weiter: Rasende Maus, Fliegender Hai, Wildwasserbahn. Eine nostalgische Loopingbahn, in der man noch mit Beckenbügeln gesichert wird. Eine überdimensionale Wasserrutsche, die mit Schlauchbooten befahren wird. Eine Weiterentwicklung der Frisbee-Scheibe, die man von der Kirmes kennt. Und ein gigantisches Kettenkarussell, das einen wunderbaren Blick über die Neustädter Bucht verspricht.
Einen hauseigenen Strand hat der Hansapark (noch) nicht. Gäste mit weiter Anreise können aber im parkeigenen Feriendorf übernachten. Ich mache mich nach fast acht Stunden auf den Heimweg. Nicht nach Leipzig, sondern in meine Unterkunft nahe Hamburg. Denn 476 Kilometer Strecke sind für einen Tagesausflug leider zu weit.
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