Ging ich doch so fröhlich für mich hin auf meinem Morgenspaziergang. Kein Blick links, keiner rechts. Was kümmern mich SUVs, Fahrradfahrer, Krankenwagen oder plattgefahrene Hasen? Bin ich ein Hase? - Normalerweise weicht mir das ganze Gebembel mit quietschenden Reifen aus. Und die Fahrer haben noch einen ganzen Tag lang ein schlechtes Gewissen: Da hätte ich doch beinah einen grünen Kater überfahren!
Anzeige
So was macht man nicht. Deswegen scheppert es manchmal bei uns in der Gegend. Mal ist es ein erschrockener Opi, der mit seinem selbstgeputzten Mercedes Antik in einen fremdgeparkten Opel lenkt. Mal ist es ein überbezahlter Zeitungsausträger, der sein Handwägelchen mit den billigen Preisen umwirft. Oder ein Mädchen namens Zahnspange, die mitsamt ihrem rosaroten Girlie-Fahrrad mitten in die blauen Tonnen lenkt. "Kannst du nicht aufpassen, blöder Dingsbums!" Ihre Eltern haben ihr das Fluchen verboten.
Aber was soll ich sagen? - Ich bin ja nicht in die blauen Tonnen gebrettert. Ich ging nur so für mich hin. Lauschte der anstrengenden Arbeit von Frieda und Fridolin, die sich oben auf dem Dachfirst antrillerten, als müsste alle Welt erfahren, wieviele Eier sie diesmal ausbrüten wollen.
War das am Montag, als ich so für mich spazierte? - Kann sein.
Die Löcher in der Straße sind tatsächlich seit vorgestern geflickt. Das muss wohl am Montag gewesen sein, dass es hier den unauffälligen Dienstwagen eines nicht genannt sein wollenden Amtsleiters erwischt hat. Er hat mich noch mit strengem Blick anvisiert, als ich vor ihm die Straße als anständiger Kater mit 30 m/h überquerte. Und als er merkte, dass ich gar nicht daran dachte, ihm die Vorfahrt zu lassen, bloß weil er so einen tanzenden Elvis am Rückspiegel baumeln hatte, riss er das Steuer in allerletzter Minute herum, trat auf die Bremse und landete natürlich in der Gemüseauslage von Herrn Thran, der - für seine Art recht aufgeregt - hinter der Kasse hervorkam und dem erregten Kraftfahrzeugführer mit der Sonderparkerlaubnis erklärte, dass er nun doch die Polizei anrufen müsse und dass das ganz, ganz unschön sei.
Worauf Herr X. (den wir hier mal nicht Herrn Z. nennen, sonst wissen ja alle, wer gemeint ist) verdattert auf die Straße hinter sich wies.
Die natürlich völlig unschuldig und verlassen da lag. Außer den versprengten Möhren, Gurken, Salatköpfen und Sprossenkeimlingen. "Die die die ...."
Und weil er merkte, dass eine möhrenübersäte Straße nicht wirklich ein Grund für vegetarische Auffahrunfälle ist, nannte er im letzten Moment die gewaltigen Schlaglöcher als Grund seines missglückten Ausweichmanövers.
Und so kam es, dass zwar Herr Thran die Polizei anrief, aber unter Eid bezeugte, dass eines der unheimlichen Schlaglöcher daran schuld war, dass Herr X. in seinen Melonen und Salatköpfen landete. Woraufhin schon am späten Vormittag ein emsiges Trüppchen orange-gekleideter Schwergewichte erschien, das sämtliche Schlaglöcher auf der Straße mit Unmengen dampfender Füllmasse verschloss.
Einige Schlaglöcher standen eigentlich unter Denkmalschutz. Ältere Anwohner konnten sich erinnern, dass sie schon als Kinder darin gebadet hatten. Früher, als die Dienstwagen noch kleiner waren und Herr Thran noch Herr Mückenberger (Mückenberger & Co., Obst, Gemüse & Colonialw.) hieß, der ebenfalls Mohrrüben verkaufte. Dafür keine Melonen, keine Ananas und die Bananen nur einzeln. Zu Weihnachten.
Was mich natürlich als eingefleischten Gesundheitsfanatiker nicht die Bohne und auch nicht die Sprosse interessiert. Außerdem war ich beschäftigt, denn was ich an diesem so schönen vegetarischen Morgen entdeckte, war ein strahlend weißes Geschöpf mit grünen Augen. Ming heißt sie, hat sie gesagt. Oder genauer: Madame Ming. Sie gehört Frau Thran und ist noch sehr neu auf der Welt. Deswegen wollte sie mit mir nicht sprechen, weil sich das nicht schickt.
"Macht nix", hab ich gesagt. "Dann spreche ich mit dir auch nicht nicht."
Was sie natürlich stutzen ließ.
"Nicht nicht oder doch nicht?"
Sie schaute dabei so schön unerfahren, dass mir ganz wuschelig wurde im Pelz.
"Doch nicht nicht."
"Also doch nicht?"
"Würde ich mich gar nicht trauen."
"Aber du darfst nicht mit mir sprechen?"
"Nein, ganz bestimmt nicht nicht."
Worauf ihre grünen Augen noch ein bisschen grüner wurden und sie sah mich an, als hätte ihr tatsächlich einer im Katzenunterricht verraten, dass es mit Nicht-nicht-Katern vielleicht doch besser wäre, nicht nicht zu sprechen. Schon gar nicht, wenn Herr Thran und Frau Thran verzweifelt damit beschäftigt sind, wieder Ordnung in die Grünanlage zu bekommen und Herr X. noch viel verzweifelter versucht, einen Abschleppdienst zu erreichen. Aber irgendwie waren an diesem Morgen alle Abschleppwagen im Einsatz. Im Viertel schien irgendwo ein rücksichtsloser Lump unterwegs gewesen zu sein, der sämtliche Autovorfahrtsregeln missachtet und damit für diverse große und kleinere Blechschäden gesorgt hatte. Passiert hier montags immer mal. Ich geb mir zwar jedes Mal Mühe, den Strolch vielleicht zu erwischen. Aber irgendwie begeht er jedes Mal Tatortflucht. Nie bekommt man ihn zu sehen.
"Nie nie?"
Da hab ich wohl etwas lauter gedacht.
"Nie nie nie. Was aber nicht dich betrifft."
Und wieder so ein großer grüner Katzenblick. Ich glaub, ich muss mich öfters mal um Mohrrüben kümmern. Oder um Gurken.
"Morgen zum Beispiel."
"Morgen? - Aber du darfst nicht mit mir reden!"
"Ich muss ja nix sagen. Ich kann auch ganz leise."
Aber Sie wissen ja, wie Mädchen dann gucken, wenn man so was sagt. Es ist zum Steinerweichen und Haaresträuben und Jodeln und Spazierengehen. Also trollte ich mich lieber mit einem großen Tatütata im Herzen. Das Abschleppauto hab ich natürlich nicht gesehen. Dafür hat der Fahrer mich gesehen. Und Herr Thran und Frau Thran mussten das Gemüse noch einmal aufräumen. Und Herr X. braucht jetzt wirklich ein neues Dienstauto. Das alte war zwar auch neu. Aber Sie wissen ja: die Schlaglöcher.
Aber das sind Menschengeschichten. Die gehen mich nichts an. Ich bin ja nur
"Grimms Märchen" ist seine vierte Show am Leipziger Centraltheater. Showmaster, Regisseur, Liedermacher und Schauspieler Rainald Grebe ließ in Leipzig Indianer vom Marterpfahl los, blickte in die "WildeWeiteWelt" und klettert seit Christi Himmelfahrt für Grimms Kinder- und Hausmärchen aus dem Sarg. Wir sind Grimm! Da bleibt kein Auge trocken, oder Herr Grebe? mehr…
Der Nachfolger für den umstrittenen Intendanten des Centraltheaters, Sebastian Hartmann soll ein „alter Bekannter“ werden. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung hat im Einvernehmen mit den städtischen Vertretern der Auswahlkommission sowie dem Betriebsausschuss Kultur und dem Fachausschuss Kultur dem Stadtrat den Schauspieldirektor des Chemnitzer Theaters, Enrico Lübbe, als neuen Intendanten des Schauspiels Leipzig vorgeschlagen. mehr…
Anzeige. Es gibt viele gute Gründe bei der AOK PLUS versichert zu sein. Einer davon: Keine Zusatzbeiträge bei der Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen. Ein weiterer Grund: Mit dem Wahltarif AOK PLUS aktiv können Sie sich zusätzlich bis zu 600 Euro Prämie sichern. Also machen Sie sich die doppelte Freude! mehr…
Biodiversivität ist ein sperriges Wort, dem aber aufgrund weiter um sich greifender Umweltzerstörungen auf unserem Planeten immer mehr Bedeutung zukommt. Die Artenvielfalt auf der Erde ist zunehmend bedroht. 60.000 Tier- und Pflanzenarten stehen auf der Roten Liste. Auch der Leipziger Zoo hat sich die Arterhaltung auf die Fahne geschrieben, gibt 165.000 Euro jährlich für Schutzprojekte aus und hat sich mit dem künftigen Deutschen Zentrum für Integrative Biodiversivitätsforschung (iDiv) einen wichtigen Partner an Bord geholt. mehr…
„Wenn jeder hier im Raum begreift, dass Energiesparen nötig ist und beim eigenen Griff zum Lichtschalter beginnt, dann ist es egal, ob es ab heute einen neuen Umweltminister gibt“, machte Schulleiter Thomas Graupner am Dienstag, 22. Mai, im Berufsschulzentrum 7 deutlich, worum es bei der neuen Bildungsinitiative Energie geht. mehr…
Der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Leipziger Stadtrat Reik Hesselbarth hat den Beschlussvorschlag von Kulturbürgermeister Faber zur Umsetzung des Finanzierungsanteils für die Freie Szene scharf kritisiert. Denn statt einen Vorschlag zu machen, wie der Stadtratsbeschluss von 2008 bis 2013 erfüllt werden kann, hat Kulturbürgermeister Michael Faber am 16. Mai eine Verschiebung des Termins vorgeschlagen. mehr…
Eigentlich könnten sich die Freunde des Leutzscher Fußballs gedanklich schon in die Sommerpause verabschieden. BSG Chemie Leipzig und SG Leipzig Leutzsch haben beide die Klasse gehalten. Sportlich betrachtet geht es für beide Teams in den letzten Saisonspielen nur noch um die goldene Ananas. Wäre da nicht das grün-weiße Derby am 9. Juni. Die Chemie-Fans nutzen die Gunst der Stunde für eine klare Ansage. mehr…
Die Frage nach den personellen Konsequenzen in der Affäre um die Herrenlosen Häuser entzweit Leipzigs Parteien. Die linke OBM-Kandidatin Dr. Barbara Höll fordert eine Beurlaubung von Verwaltungsbürgermeister Andreas Müller (SPD). Für Leipzigs FDP ist Oberbürgermeister Burkhard Jung der Verantwortliche, Hölls Forderung nur „eine erste wahltaktische Brücke“. mehr…
Am 27. Mai, um 19 Uhr, lädt der Freundeskreis „Gohliser Schlösschen“ e.V. herzlich zu einer „Pfingstlesung“ in den Festsaal des Hauses ein: „Erleben Sie mit uns die abenteuerlichen Geschicke des Reineke Fuchs, und wie es ihm, mehrfach angeklagt und verurteilt, immer wieder gelingt, mit verblüffender Intelligenz, mit Witz und Verschlagenheit, mit Lug und Trug, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, um schließlich sogar 'Kanzler des Reichs' zu werden.“ mehr…
Die Drogenpolitik und der Umgang mit Suchtkranken in Leipzig ist und bleibt offenbar ein heißes Eisen, das von dem einen oder anderen Protagonisten mit mehr oder weniger Eifer am Glühen gehalten wird. So schlug ein Interview von Michael Burgkhardt in der LVZ hohe Wellen. Der Chef der Bürgerfraktion im Stadtrat, gleichzeitig Suchtmediziner, ging mit der Stadt und dem Umgang mit der Drogenszene Leipzigs hart ins Gericht. mehr…
Am Dienstag, 22. Mai, wurden im Festsaal des Neuen Rathauses die Leipziger Agenda-Preise 2012 verliehen. In fünf Kategorien wurden Preisgelder in einem Gesamtumfang von 14.000 Euro sowie Sachpreise im Wert von rund 10.000 Euro vergeben. mehr…
Die Lebenshilfe Leipzig organisiert vom 8. bis 10. Juni zum zweiten Mal ein Geschwisterseminar mit der renommierten Sozialwissenschaftlerin Marlies Winkelheide (Bremen/Geschwisterkinder.de) und ihrem Team. Dieses wendet sich an die Eltern und Geschwisterkinder in Familien mit behinderten Kindern und findet in der Jugendherberge in Dahlen bei Leipzig statt. mehr…
Den 29. Mai kann, wer Lust hat, sich über diese seltsame Stadt am sächsischen Westrand ein paar Gedanken zu machen, vormerken im Kalender. Es ist ein Dienstag. Und die Stadt lädt ein in die Kongresshalle, konkret in den Händelsaal. Ab 19 Uhr darf man rein und schon mal die Fühler ausstrecken, 19.30 Uhr beginnt die Auftaktveranstaltung für ein Leipziger Zukunftsprojekt. Motto: Leipzig weiter denken. mehr…
Am 24. Mai um 15 Uhr lädt der Garten Annalinde mit Kaffee und Kuchen herzlich zur Eröffnung seiner Gartensaison ein. Seit Juni 2011 gibt es den mobilen Nutzgarten auf der Freifläche hinter der Bibliothek Plagwitz. Neben Kohl und Kartoffeln in Säcken werden dort Radieschen, Salat und Tomaten zusammen mit einer Vielzahl weiterer, teils alter Kultursorten in mobilen Hochbeeten angebaut. mehr…
Das nächste Monatlich Gespräch über Wissenschaft findet am Mittwoch, 23. Mai, um 19:30 Uhr im Haus des Buches (Gerichtsweg 23) statt. Moderiert wird es von Bettina Kremberg und Ulrich Johannes Schneider. Im Mittelpunkt steht Martin Seel, der über "111 Tugenden. 111 Laster" spricht. mehr…