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Kater am Mittwoch: Verdächtige Stellen

Der Kater
Sehr geehrter Herr Dr. Kater, als KaterPlag müssen wir Sie darauf hinweisen, dass wir Ihre jüngst eingereichte Doktorarbeit gespickt mit Eigenzitaten gefunden haben. Sie wissen, dass das in unseren Kreisen unzulässig ist und Ihre wissenschaftliche Leistung in Frage zieht?

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Zum Thema "Fisch in den täglichen Verteilungskämpfen der Südvorstadt" haben Sie eine Ihrer Arbeiten aus dem Jahr 2005 ohne Änderung zitiert:

// "Einen Fisch? Höre ich richtig: einen Fisch?! Hat sich den der Herr Kater schon verdient?" Womit denn verdient? Bin ich ein Hund, dass ich hier apportiere und Männchen mache? Ich bin ein Kater! Ich habe meinen Stolz, HERR Schröder! "Nicht mal Männchen machen, der Herr? Ist man sich zu fein dazu?" Und dann krieg ich Fisch? "Nee, dann kriegst du Gräten." Sagt Herrchen jedenfalls. Wenn ich nicht aufpasse, schickt er mich zu Schröder: Grätenfressen. Igitt. Ich hab Hunger!!!

Im gleichen Kapitel haben Sie eine Ihrer Arbeiten aus dem Jahr 2006 komplett zitiert:

// Solche Typen, denen man ansieht, dass sie sich nicht anstrengen wollen, nicht mal für sich selbst. Einzelkinder. Verwöhnte Bälger, die den besten Fisch sowieso nie von einem missglückten Kochexperiment unterscheiden können. Man muss ihnen nur sagen, dass es das beste ist, und sie fressen das Zeug.

Es kann ja sein, dass Sie während der Erarbeitung Ihrer Doktorarbeit etwas darben mussten, weil Ihnen der Zutritt zur Zentralmensa verwehrt wurde. Aber mal Hand aufs Herz, Herr Doktor: Gehört das nicht zu jedem wissenschaftlichen Lebensweg? Ist es nicht selbstverständlich, dass man für einen ordentlichen deutschen Doktortitel darbt, hungert, leidet und sein letztes Hemd verkauft? Und dass man sich dabei bemüht, die Welt mit neuen Erkenntnissen zu bereichern - über das Brunftverhalten der Wale oder die Invasionsstrategien des Gemeinen Knöterichs?

Ohne boshafte Seitenhiebe auf staatliche Einrichtungen wie unsere viel geliebte Bundeswehr, die Sie 2007 in Ihrem Beitrag "Ihr Fettsäcke, wollt ihr ewig leben?" attackierten, welchselben Artikel Sie in Ihrer Doktorarbeit ebenfalls ohne Änderung zitierten:

// "Aber ich weiß es, Jungs. Ich kann da nur eins zu sagen: Fresst, wenn euch euer Leben lieb ist!"

Welchen Erkenntnisgewinn haben Sie dadurch für Ihre Doktorarbeit gewonnen? Fließen Ihre Angaben über knurrende Mägen, Speichelflüsse und das vorhandene Nahrungsangebot an irgendeiner Stelle sinnvoll in Ihre Erörterungen ein?

Was sollen wir mit Ihrem Ausruf auf Seite 212 anfangen?:

// "Wo ist das verflixte Bier hin?"

Oder war das Ihr Versuch, auf das (nicht gekennzeichnete) Eigenzitat von 2008 hinzuweisen?:

// Was unsereiner im neuen Jahr auf keinen Fall vergessen sollte. Ich liste das mal auf. Könnte ja sein, irgendwer glaubt mir meine guten Absichten nicht. Auch nicht, wenn ich schnurre. Also. Erstens: Fische fragen, bevor man sie frisst, ob sie was dagegen haben. Wenn sie blubbern, darf man sie NICHT fressen. (Verfluchter Kater! Gehst du wohl von den Fischen weg!)

Sie sehen, Ihre Eigenzitate erweisen sich aus wissenschaftlicher Sicht als höchst problematisch und wir sehen uns veranlasst, Ihre Arbeit zur genaueren Prüfung einzureichen.

Mit akademischen Grüßen, Prof. Prof. Dr. h.c., dent., rer. nat. Müller-Sülbenkraut.


Sie sehen also einen etwas verwirrten Kater vor sich. Als ich meine Arbeit abgegeben habe, war sie gespickt mit Praxisbelegen. Schröder kann's bezeugen. Der hat noch gesagt, ich solle "das Zeugs" wieder rausnehmen.

Aber man nimmt Zeugs nicht wieder raus, wenn es zur wissenschaftlichen Beweisführung dient - oben zitierte Analysen des auktorialen Fischverzehrs habe ich, wie sich das gehört, mit den entsprechenden Gräten der verspeisten Garnelen, Makrelen und Heringe untersetzt. Die Ausführungen zum Übergewicht südstädtischer Hunderassen habe ich - ebenfalls korrekt - mit eingelegten Schinkenstreifen und einer Erdnussflips-Tüte belegt. Vom lokalen Knotenpunkt hündischer Bewegungsprofile ist - logischerweise - die Bierkarte von Ingos Eckkneipe der Beleg, genauso wie die Bierdeckel mit meinen Rechnungen drauf. Ganz zu schweigen von den 23 Kunstdärmen der per Zitat nachgewiesenen Würstchen und dem Deckel der Leberpastetendose, die ich extra von einer Straßenwalze schön platt fahren ließ (nebst dreier Brausedosen, die schön geknallt haben - die ich aber nicht als Beleg verwenden konnte, weil der Walzenfahrer glaubte, ich wolle ihm seine schöne Walze kaputt machen - deswegen stecken sie heute noch im Asphalt ...)

Sehr geehrter Herr Prof. Müller-Sülbenkraut,

ich fühle mich missverstanden, fehlinterpretiert, bin mir keiner Schuld bewusst, weiß von nix, war durch familiäre Begleitgeräusche abgelenkt, war stinkbesoffen, habe die Nacht durchgearbeitet, war in meinen politischen Ämtern voll eingespannt, war's nicht, habe nie vorgehabt, die geltenden Standards in Frage zu stellen, habe das in Oxford gelernt, das macht man da so ...

... und wenn Sie mir den Doktortitel wegnehmen, dann komm ich zu Ihnen nach Hause und fress Ihnen die Speisekammer leer. Dass Sie's wissen! (Steht übrigens auf Seite 301 links oben. Aber bis zu der Stelle haben Sie wahrscheinlich in ihrem wissenschaftlichen Neid gar nicht gelesen, sonst hätten Sie sich gar nicht getraut, meine Arbeit überhaupt in Zweifel zu ziehen.

Und überhaupt:

Was haben Sie mit den Schinkenstreifen gemacht? Und der Schokolade im Kapitel "Die Vorliebe von kurzhaarigen Hunden für Pralinen und Schokomints"? Und was ist mit dem 100-Euro-Schein, den ich zwischen die Seiten 98 und 99 geklemmt habe? Ich hab extra auf den Rand geschrieben: "Der gehört meinem Doktorvater." Sie erwähnen ihn in Ihrem Schreiben mit keinem Wort.

Sollten Sie etwa ...?

Sollte ich annehmen ... ?

Ich bin ein klein wenig enttäuscht von Ihnen, mein Lieber.

Und ich finde es eine Unverschämtheit, wenn Sie in Ihrer Abwesenheit Ihre Speisekammer mit einem Sicherheitsschloss verschließen. Das gehört sich nicht.

Ihr Kater.


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