"Kommst du wohl raus, du fauler Sack? Du kannst doch nicht den ganzen Winter da drin verbringen?" - Kann ich wohl. Ich bin doch kein Eisbär. Ich muss mich nicht mit Eisschollen, Schnee, Hagel, Nebel, Frost und Eisbrechern beschäftigen. Eiszapfen von der Reling kloppen und so ein Quatsch. Ich bin auch kein Rentier und kein Polarfuchs. Ich habe ein Recht auf Faulheit. Vom 1. November bis zum 31. Februar.
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Und noch länger, wenn ich schon an der Nase friere, wenn ich nur aus dem Fenster gucke. "Da könnte ein Glühwein helfen", meint Schröder, der mich partout überreden will, die etwas sonnigeren Vormittage ein bisschen ums Quartier zu streunen. Zum Beispiel, mal Madame Ming zu besuchen. Oder Felicitas.
Aber wenn mir schon beim Rüberlaufen das beste Teil einfriert, was soll das? Anmauzen kann ich sie auch vom Fenster aus. Ich kann auch ein Briefchen schicken mit der Lila Post. Oder der Rosa Post. Kommt dann zwar erst nächstes Jahr an. Aber ist zumindest eine Geste. Ich könnte auch anrufen und Oma Blümchen bitten, den Hörer an Felicitas weiterzureichen - was sie aber noch nie getan hat. Sie hat immer nur sowas gesagt wie: "Sie Lustmolch! Ich melde das der Polizei!"
Sie ist streng, wenn es um die Einhaltung der elf Gebote geht. Unzivilen Umgang in ihrer Wohnung mag sie nicht dulden.
Klar, ich könnte mir auch das Schaffell aus dem Flur schnappen und ein berühmtes Märchen nachspielen. Hab ich ja auch mal versucht. Und auch meine Stimme verstellt. Oma Blümchen ist zwar kurzsichtig. Aber hören kann sie noch prima: "Nach einem Wolf hört sich das nicht an, wenn Sie mich fragen."
"Ösch bön öbör dör böse, böse Wölf."
"Glaub ich ja gern. Aber Sie sind vielleicht noch im Stimmbruch und ein bisschen minderjährig."
"Ösch bön dör Wölf! Grrrrr!"
"Zeig mal deinen Schwanz!"
"Wösö dön Schwönz? Dö Pföte möss ös döch ..."
"Den Schwanz bitte."
Naja. Man kann ja nicht alles mit Mehl einsauen. Irgendwie muss man sich doch an die Regeln halten. Und bei Professor Grimm steht: die Pfote.
Aber wenn sich nicht einmal mehr die älteren Generationen an die Regeln halten, wie soll man da als Raubtier noch zu Respekt kommen? - Da begnügt man sich doch lieber mit Schröders Glühwein. - "Dönkö."
"Was hast du gesagt?"
"Dönkö."
"Ach. Jetzt wird er auch noch vornehm. Soll ich mir jetzt ein Spitzenschürzchen umbinden, wenn ich den nächsten Becher bringe?"
"Wörö nött."
Kleine Warnung: Versucht die vorsichtigen Scherze älterer Leidensgenossen in Filzpantoffeln nur ja nicht ernst zu nehmen. Schröder redet seitdem kein Wort mehr mit mir, hat dafür eine hübsche Röte im Gesicht. Kann natürlich vom Glühwein kommen, den er die ganze Zeit in sich hineingießt, während er mich beobachtet, als wäre ich ein Wesen von einem anderen Stern. Aber das Schaffell, finde ich, hält wenigstens meine arme zitternde Seele ein bisschen warm, während die Leute da draußen ihre Rehe, Ratten und Kühe aus der Trühe - hick: Truhe - geholt haben, um sich gegen die sibirischen Fröste zu wappnen.
Manche haben auch graue Mäntel angezogen und Sonnenbrillen aufgesetzt. Aber die kenn ich nicht. Die sind geheim. Nur manchmal schauen sie ganz heimlich hoch zu mir. Dann zeig ich jedes Mal meine Pfote. Wie sich das gehört. Aber ich hab sie nicht in Mehl getaucht, sondern in Puderzucker.
"Grimms Märchen" ist seine vierte Show am Leipziger Centraltheater. Showmaster, Regisseur, Liedermacher und Schauspieler Rainald Grebe ließ in Leipzig Indianer vom Marterpfahl los, blickte in die "WildeWeiteWelt" und klettert seit Christi Himmelfahrt für Grimms Kinder- und Hausmärchen aus dem Sarg. Wir sind Grimm! Da bleibt kein Auge trocken, oder Herr Grebe? mehr…
Der Nachfolger für den umstrittenen Intendanten des Centraltheaters, Sebastian Hartmann soll ein „alter Bekannter“ werden. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung hat im Einvernehmen mit den städtischen Vertretern der Auswahlkommission sowie dem Betriebsausschuss Kultur und dem Fachausschuss Kultur dem Stadtrat den Schauspieldirektor des Chemnitzer Theaters, Enrico Lübbe, als neuen Intendanten des Schauspiels Leipzig vorgeschlagen. mehr…
Anzeige. Es gibt viele gute Gründe bei der AOK PLUS versichert zu sein. Einer davon: Keine Zusatzbeiträge bei der Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen. Ein weiterer Grund: Mit dem Wahltarif AOK PLUS aktiv können Sie sich zusätzlich bis zu 600 Euro Prämie sichern. Also machen Sie sich die doppelte Freude! mehr…
Biodiversivität ist ein sperriges Wort, dem aber aufgrund weiter um sich greifender Umweltzerstörungen auf unserem Planeten immer mehr Bedeutung zukommt. Die Artenvielfalt auf der Erde ist zunehmend bedroht. 60.000 Tier- und Pflanzenarten stehen auf der Roten Liste. Auch der Leipziger Zoo hat sich die Arterhaltung auf die Fahne geschrieben, gibt 165.000 Euro jährlich für Schutzprojekte aus und hat sich mit dem künftigen Deutschen Zentrum für Integrative Biodiversivitätsforschung (iDiv) einen wichtigen Partner an Bord geholt. mehr…
„Wenn jeder hier im Raum begreift, dass Energiesparen nötig ist und beim eigenen Griff zum Lichtschalter beginnt, dann ist es egal, ob es ab heute einen neuen Umweltminister gibt“, machte Schulleiter Thomas Graupner am Dienstag, 22. Mai, im Berufsschulzentrum 7 deutlich, worum es bei der neuen Bildungsinitiative Energie geht. mehr…
Der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Leipziger Stadtrat Reik Hesselbarth hat den Beschlussvorschlag von Kulturbürgermeister Faber zur Umsetzung des Finanzierungsanteils für die Freie Szene scharf kritisiert. Denn statt einen Vorschlag zu machen, wie der Stadtratsbeschluss von 2008 bis 2013 erfüllt werden kann, hat Kulturbürgermeister Michael Faber am 16. Mai eine Verschiebung des Termins vorgeschlagen. mehr…
Eigentlich könnten sich die Freunde des Leutzscher Fußballs gedanklich schon in die Sommerpause verabschieden. BSG Chemie Leipzig und SG Leipzig Leutzsch haben beide die Klasse gehalten. Sportlich betrachtet geht es für beide Teams in den letzten Saisonspielen nur noch um die goldene Ananas. Wäre da nicht das grün-weiße Derby am 9. Juni. Die Chemie-Fans nutzen die Gunst der Stunde für eine klare Ansage. mehr…
Die Frage nach den personellen Konsequenzen in der Affäre um die Herrenlosen Häuser entzweit Leipzigs Parteien. Die linke OBM-Kandidatin Dr. Barbara Höll fordert eine Beurlaubung von Verwaltungsbürgermeister Andreas Müller (SPD). Für Leipzigs FDP ist Oberbürgermeister Burkhard Jung der Verantwortliche, Hölls Forderung nur „eine erste wahltaktische Brücke“. mehr…
Am 27. Mai, um 19 Uhr, lädt der Freundeskreis „Gohliser Schlösschen“ e.V. herzlich zu einer „Pfingstlesung“ in den Festsaal des Hauses ein: „Erleben Sie mit uns die abenteuerlichen Geschicke des Reineke Fuchs, und wie es ihm, mehrfach angeklagt und verurteilt, immer wieder gelingt, mit verblüffender Intelligenz, mit Witz und Verschlagenheit, mit Lug und Trug, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, um schließlich sogar 'Kanzler des Reichs' zu werden.“ mehr…
Die Drogenpolitik und der Umgang mit Suchtkranken in Leipzig ist und bleibt offenbar ein heißes Eisen, das von dem einen oder anderen Protagonisten mit mehr oder weniger Eifer am Glühen gehalten wird. So schlug ein Interview von Michael Burgkhardt in der LVZ hohe Wellen. Der Chef der Bürgerfraktion im Stadtrat, gleichzeitig Suchtmediziner, ging mit der Stadt und dem Umgang mit der Drogenszene Leipzigs hart ins Gericht. mehr…
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Den 29. Mai kann, wer Lust hat, sich über diese seltsame Stadt am sächsischen Westrand ein paar Gedanken zu machen, vormerken im Kalender. Es ist ein Dienstag. Und die Stadt lädt ein in die Kongresshalle, konkret in den Händelsaal. Ab 19 Uhr darf man rein und schon mal die Fühler ausstrecken, 19.30 Uhr beginnt die Auftaktveranstaltung für ein Leipziger Zukunftsprojekt. Motto: Leipzig weiter denken. mehr…
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