Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche



Osterverwirrung: Leo Leu bekommt ein Schaf

Leo Leu
Osterlamm mit Fähnchen.
Osterlamm mit Fähnchen.
Foto: Ralf Julke
Sofortigst muss ich mich korrigieren. Natürlich bekam ich kein Schaf, sondern ein Lamm. Mit Stäbchen und Fähnchen. Denn es ostert derweil. Im Garten ganz zart. Man sieht die Narzissen zittern wie Espenlaub. Es ist eine Lammkälte im Land. Dabei freut sich doch alles auf Osterspaziergänge. Mit Kind, Kegel und Lamm. Manche suchen auch Hasen.


Doch wie unsereins lernt beim Durchwandern heiliger Hallen und druckerfarbetrunkener Lexika: Es war das Lamm und nicht der Hase, das einst dem Tag seine Bedeutung gab, den wir auch feiern, weil wir glauben, es wäre wichtig. Wir wissen nur nicht mehr, warum. Und warum jetzt, wo der Mond sich wieder rundet. Was man dann Vollmond nennt. Frühlingsvollmond. Gefeiert schon seit Jahrtausenden, nicht nur, weil jetzt alles grünt und blüht hierzulande. Und die jungen Mütter ihren Spaß dabei haben, im Garten Hasen und Hühner und Eier zu verstecken.

"Das ist doch heidnisch", sagte ich jüngst, gestern oder drei schöne Eierschecken her zu meiner liebsten Bäckerin.

"Du bist selbst ein Heide", sagte sie.

Aber ich mag gute Geschichten. Das mag sie auch. Erst recht, wenn sie nach Ägypten führen, ins Land der Lämmer und Pharaonen und der Ausreisewilligen. Denn es war anno Dings ("Wirf mir nur ja keine Jahreszahlen an den Kopf!"), da zogen die Stämme Israels aus aus Ägypten. Hinüber ins Heilige Land, raus aus der ägyptischen Gefangenschaft. Ein Tag zum Feiern, wenn man im Asyl auch Fuß fassen kann. Das ist nicht jedem vergönnt. Und wenn man auch noch sein eigenes Königreich bekommt. Und wenn ich jetzt bei der jüdischen Gemeinde anrufe, wird mir Herr Rabbi bestätigen: "Recht haben Sie, Herr Leu."

Mit dem Passahfest feiern die Juden bis heute den Tag ihrer Befreiung aus Ägypten. Immer am Tag des Frühlingsvollmonds. Der ist diesmal am Freitag, 6. April.

"Da schlachten sie einen Hasen."

Nein. Ein Lamm. Denn der Herr sprach zu seinen in Ägypten verlorenen Schäfchen: "Eine Plage noch will ich über den Pharao und Ägypten kommen lassen."

Das richtige Schoko-Tier zum Osterfest: Osterlamm.
Das richtige Schoko-Tier zum Osterfest: Osterlamm.
Foto: Ralf Julke

"Hasen?"

Nein. Er wollte nur alle Erstgeborenen erschlagen.

"Ist ja schrecklich...."

Nur die Stämme Israels wurden verschont, denn sie hatten zuvor alle ein paar Lämmer geschlachtet, das Blut an die Tür geschmiert - und das war das Zeichen dafür, dass sie verschont wurden. Und die Lämmer haben sie ratzputz aufgegessen. "Ihr sollt es weder roh essen noch mit Wasser gekocht, sondern am Feuer gebraten mit Kopf, Schenkeln und inneren Teilen. Und ihr sollt nichts davon übriglassen bis zum Morgen ..." (2. Mos. 12).

"Und die Hasen?"

Kommen in der Geschichte nicht vor. Vielleicht gab's auch keine in Ägypten und später in Jerusalem, als die Einwohner dort ihr Passahfest vorbereiteten und die Lämmer schlachteten in der Nacht und Jesus genau in der Stunde gekreuzigt wurde.

"Ist ja schrecklich."

Deswegen feiern eigentlich auch die Christen nicht am Karfreitag, sondern erst am Tag danach.

"Mit Lämmern?"

Meistens nicht. Oder doch? Ich muss meinen Pfarrer fragen, der mich für einen ungläubigen Thomas hält, weil ich ihn jüngst gefragt habe, wo denn nun der Osterhase seinen Altar hat. Hat er natürlich keinen. Nur das Lamm darf in die Kirche, weil es für den gekreuzigten Jesus steht, das Lamm Gottes.

"Und jetzt willst du einen Lammbraten am Sonnabend?"

Osterlamm mit Fähnchen: Symbol für das Lamm Gottes.
Osterlamm mit Fähnchen: Symbol für das Lamm Gottes.
Foto: Ralf Julke
Nein. Ich hab ja mein Lamm. Aus Schokolade. Geschickt mit freundlichen Grüßen von Herrn Benno-Verlag, der vor Weihnachten sogar lauter kleine Bischöfe verschickt hat, weil auch der Weihnachtsmann eigentlich nichts Rechtes und nichts Ordentliches ist. Nur so eine Art Platzhalter für den Heiligen Nikolaus.

"Und wo hast du dein Lamm?"

Naja. Eben war es noch da. Vielleicht habe ich ein wenig zu streng geschaut. Vielleicht hat es sich gefürchtet. Milchschokolade ist nicht besonders tapfer, auch wenn sie ein hübsches Schafsfell aus Folie hat.

"Ein Lammfell .."

Oder ein Lammfell. Wie schrieb mir doch Herr Benno-Verlag so freundlich? - "Egal ob groß oder klein, bei Familie oder Freunden, mit dem Schoko-Osterlamm ist die Überraschung im Osternest garantiert. Auf unbefangene Weise lernen Kinder dabei auch mehr über die christlichen Traditionen."

"Und über vernaschte Herren mit kleinem Bäuchlein."

War ja auch nur ein kleines Lamm. - Stäbchen und Fähnchen sind noch übrig. Denn das Lamm wird - in diesem Bezug - mit Siegesfahne dargestellt: Hat ja am Ende gewonnen, soll das heißen. "Würdig ist das Lamm, das geschlachtet wurde, Macht zu empfangen, Reichtum und Weisheit, Kraft und Ehre, Herrlichkeit und Lob ..." (Offb 5.9)

Das Fähnchen trägt das Christusmonogramm. Wenn ich das an mein Revers hefte, fällt der Anarchist unten aus der Erdgeschosswohnung in Ohnmacht. Er hält mich für einen glühenden Gottesverleugner. Bin ich ja auch. Sechs Tage die Woche. Außer sonntags. Da erklär ich meiner trauten Bäckerin, was das eigentlich heißt: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst." Oder noch ein bisschen mehr. Findet sie immer schön und beschwert sich auch nicht. Nur darüber, dass ich an den restlichen Tagen so ein ungläubiger Bube bin. Donnerstags zum Beispiel. Denn das Lamm hätte ich ja teilen können, meint sie.

"Aber es hat mich doch so treudoof angeschaut. Da konnte ich nicht anders ..."

Da hat sie mich. Aber ich sag's nicht weiter.

Herr Benno mit seinen Lämmern ist hier zu finden: www.st-benno.de


Funktionen

del.icio.us Mister Wong Technorati Blogmarks Yahoo! My Web Google Bookmarks



Weitere aktuelle Nachrichten der L-IZ.

Svanto Pääbos Team legt nach: Anteile von Neandertaler-DNA auch im Erbgut des bisher ältesten modernen Menschen

Svante Pääbo (links) und Nikolay Peristov im Gespräch über den Fund aus Ust'-Ishim.
Ein Forscherteam unter der Leitung von Svante Pääbo vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig hat das Gesamtgenom eines 45.000 Jahre alten modernen Menschen aus Westsibirien entziffert und mit dem Erbgut von später in Europa und Asien lebenden Menschen verglichen. Dabei zeigte sich, dass dieser Mann zu einer Zeit lebte, als die Vorfahren heute lebender Europäer und Asiaten gerade begannen, sich getrennt voneinander weiterzuentwickeln. mehr…

Empfang und Film am 24. Oktober: Mit dem Rad von Venedig nach Kopenhagen

Am 31. Oktober wird die fünfte Überarbeitung des IPCC-Berichts in Kopenhagen vorgestellt. Zu diesem Anlass fahren Claudio Bonato und Daniele Pernigotti von Venedig mit dem Rad nach Kopenhagen. Auf ihrer Tour möchten die beiden für das Thema Klimawandel sensibilisieren und werden deshalb in jeder größeren Stadt Station machen. mehr…

Zeitumstellung am 26. Oktober: Bei den LVB gibt es keine wesentlichen Auswirkungen auf den Fahrplan

In der Nacht von Samstag, 25. Oktober, zu Sonntag, 26. Oktober, erfolgt die Umstellung von Sommerzeit auf Normalzeit. Dabei werden die Uhren um 3 Uhr Sommerzeit auf 2 Uhr zurückgestellt. Die Zeitumstellung hat keine wesentlichen Auswirkungen auf den Fahrplan der LVB. mehr…

Am 27. Oktober im Neuen Rathaus: Eröffnung der Ausstellung zur Charta 77

Am Montag, 27. Oktober, wird im Neuen Rathaus, Untere Wandelhalle, die Ausstellung "Die Charta 77 und die sogenannte Normalisierung in der Tschechoslowakei" eröffnet. Diese verdeutlicht die historische Bedeutung der Charta 77 für die Ausbildung einer modernen Zivilgesellschaft in unserem Nachbarland, die der Samtenen Revolution 1989 den Weg ebnete. mehr…

Ein faszinierend nutzloser Mythos der sächsischen Geschichte: Festung Königstein

Reiner Groß: Festung Königstein.
Manchmal überschneiden sich Projekte. In diesem Jahr haben sowohl die Edition Leipzig als auch der Sax Verlag die Festung Königstein als handlichen Wegbegleiter ins Programm genommen. Aber wie das so ist: Wenn zwei dasselbe tun, wird es nicht immer dasselbe, auch wenn die geschichtlichen Daten und Bauwerke und Anekdoten zum großen Teil dieselben sind. Es gibt ja nur einen Königstein. mehr…

Road-Movie "Hin und Weg": Amüsante Radtour zur Sterbehilfe

Hannes' Frau Kiki (Julia Koschitz) fällt Abschied nehmen schwer.
Nach "Und morgen Mittag bin ich tot" widmet sich der deutsche Film mit der Tragikomödie "Hin und Weg" zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit dem Thema Sterbehilfe. Filmemacher Christian Zübert kann dem Sujet heitere Seiten abgewinnen, ohne dessen Ernsthaftigkeit aus den Augen zu verlieren. mehr…

Tragischer Unfall in Gohlis: Bauarbeiter von Baukran erschlagen

Am heutigen Nachmittag kippte aus bislang ungeklärter Ursache ein mobiler Baukran zur Seite. In der Folge wurde ein Bauarbeiter tödlich verletzt. Der Autokran wurde im Rahmen von Bauarbeiten auf einem ehemaligen Kasernengelände eingesetzt und sollte dort bei der Errichtung neuer Wohngebäude behilflich sein. mehr…

RB Leipzig: "Du kannst dich auf unser System nicht einstellen"

Bei RB Leipzig rollt am Freitag wieder der Ball. Sieben Tage nach der blutleeren Nürnberg-Pleite empfängt die RB-Elf den VfL Bochum. Der Tabellenachte gilt als auswärtsstark. Würden in der 2. Liga nur die Auswärtspunkte zählen, stünden Peter Neururers Mannen auf dem dritten Aufstiegsplatz. mehr…

Tanners Interview mit Sebastian Friedrich von TinkerToys: Jeder könnte seine Tasse ja jetzt auch selber machen, dennoch gibt es Töpfer die gefragte handwerkliche Kompetenz haben

Sebastian Friedrich: TinkerToys verwirklicht Kinderträume.
3D-Druck, da klingelt doch gleich etwas im Hirn. Genau – schreiende Medien malten Teufel an Wände, berichteten von selbst gedruckten Kleinkaliberwaffen und Zweitorganen für Oligarchen. In Leipzig machen sich die TinkerToys gerade stark für diese neue Technologie und der alte Zweifler und Grantler Volly Tanner hakte ein. Sebastian Friedrich gab Antworten – und nahm ein bisschen Ängste. Doch lest selber. mehr…

Polizeibericht: Räuber verjagt, Hund biss zu, Schrottdieb gestellt

In einer Spätverkaufsstelle in Gohlis schlug eine entschlossene Verkäuferin zwei Räuber in die Flucht +++ Flinker Einbrecher im Poetenweg – Zeugen gesucht +++ Ein unbekannter Mann trat in der Inselstraße einen Außenspiegel eines abgestellten VW Polo ab und hetzte im Anschluss seinen Hund auf den Fahrzeugnutzer +++ In der Klingenstraße konnte ein Schrottdieb gestellt werden. mehr…

Es muss was Wunderbares sein: Premiere des Singspiels "Im Weißen Rössl" in der Musikalischen Komödie

Im Weißen Rössl.
Am Samstag, 25. Oktober, um 19 Uhr feiert das Singspiel „Im Weißen Rössl“ Premiere in der Musikalischen Komödie. Für die Neuproduktion dieses revueartigen Klassikers zeichnet der Oberspielleiter des Hauses Volker Vogel verantwortlich, der auch in der Rolle des Giesecke auf der Bühne stehen wird. Das Bühnen- und Kostümbild gestaltet Alexander Mudlagck, die musikalische Leitung übernimmt der erste Kapellmeister Tobias Engeli. mehr…

Homophobe Gesänge: RB Leipzig möchte beteiligten Fans Stadionverbot erteilen

Der Gästeblock am Sonntag in Probstheida
Nach den Vorfällen am vergangenen Wochenende wird die Gangart mit den eigenen "Problemfans" härter. RB Leipzig kündigte am Mittwoch während der turnusmäßigen Pressekonferenz vor dem Bochum-Spiel (Freitag/18:30 Uhr) an, hart durchgreifen zu wollen. mehr…

Umfrage der DAK zeigt: Mehrheit der Bundesbürger hat die Nase voll von der Zeitumstellung

Uhr am Neuen Rathaus.
Am letzten Oktoberwochenende ist es wieder soweit: Die Uhren werden am kommenden Sonntagmorgen, dem 26. Oktober, um eine Stunde zurückgestellt. Aber nur noch 27 Prozent der Deutschen halten die Zeitumstellung für sinnvoll. Die große Mehrheit (71 Prozent) spricht sich für eine Abschaffung aus. Das ergab eine bundesweite und repräsentative Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit. Überraschend dabei: Knapp 60 Prozent der Umstellungsgegner möchten die Sommerzeit als ganzjährige Zeit. mehr…

Private Garagen auf Grund der Stadt Leipzig: Nutzungsentgelte sollen auf mindestens 240 Euro pro Jahr steigen

Leipziger Garagenlandschaft.
Zahlreiche städtische Grundstücke sind mit Garagen bebaut. Wirklich viel hat die Stadt nicht davon. Seit 1997 liegt das Nutzungsentgelt für die meisten Garagennutzer bei 240 DM, heute also 122,71 Euro. Schon 1997 hatte der Stadtrat auch beschlossen, dass die Ortsüblichkeit des Entgeltes "nach Ablauf einer angemessenen Frist" überprüft werden sollte. Aber das fiel der Stadt erst 2007 wieder ein. Und die Prüfergebnisse liegen auch erst seit Februar 2013 vor. 6 Jahre - Schneckentempo ist nichts dagegen. mehr…

Der 1. Weltkrieg im Leipziger Stadtmuseum: Die Ratlosigkeit ist beabsichtigt

Leipziger Soldaten des 106. Infanterieregiments kurz vor der Abfahrt nach Serbien 1915.
"Gott mit uns?", heißt die Ausstellung, die das Stadtgeschichtliche Museum am Dienstagabend, 21. Oktober, im Böttchergässchen eröffnet hat. "Gott mit uns" stand auf den Koppelschlössern der deutschen Soldaten im Zweiten Weltkrieg, den manche auch als zweiten Teil des einen großen Dreißigjährigen Krieges, der 1914 begann, begreifen. Auch Dr. Volker Rodekamp tendiert ein bisschen zu dieser modernen These. Und lädt zum Nachdenklichwerden ein. mehr…

Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Die L-IZ-Suche.
Tagesansicht: heute | gestern | vorgestern
Tagesansicht: heute | gestern | vorgestern
Anzeigen.
Veranstaltungshinweise der IHK Leipzig

Veranstaltungshinweise:

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de
Zur Website der IHK Leipzig
Zur Website der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH

VERKEHRSMELDUNGEN:

NACHRICHTEN:

SCHNELLER SERVICE:

Weltnest
Tüpfelhausen
Hafenbar
Zuletzt auf L-IZ.de veröffentlicht.
Alle Artikel von heute in der Tagesansicht.
Anzeigen.
Gewinnspiele & Aktionen.
Bücher:
Leipziger Leselust ... seit 2004 bespricht die L-IZ regelmäßig die neuesten Bücher aus Leipzig.
Unser Senf
Anzeigen.
Größter Indoor-Spielplatz in Mitteldeutschland
Link-Tipps.
Forum Café LE
Bildblog