Audio: Der Schatz in der Dorfkate: Andreas J. Müller und das Fotomuseum Mölkau
Bernd Reiher
05.05.2011
Andreas J. Müller.
Foto: Bernd Reiher
Das Fotomuseum Mölkau ist ein deutschlandweit bekanntes Schwergewicht in Sachen Fotografie. Dass auch das kleine Haus am Ostende der Messestadt ein Teil der Ausstellung „Leipzig – Fotografie seit 1839“ ist, war bisher eher eine Randnotiz. Wir haben es besucht.
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Andreas J. Müller, so der Name des Mannes, der uns dabei am 29. April im Zweinaundorfer Kameratempel empfing. Er hat als Tübke-Schüler an der Hochschule für Grafik und Buchkunst studiert und ist heute neben seiner Tätigkeit als Museumsdirektor und Ausstellungsmacher als Karikaturist unterwegs. Die Fotografie ist seine Leidenschaft.
Die Sammlung, die aus ihr entstand, ist in einem 250 Jahre alten Fachwerkhaus untergebracht.
Die kleine Kate kommt mit rund zehn kühlen Räumchen daher. Ölradiatoren in jedem Zimmer lassen auf den Stellenwert schließen, den die institutionell geförderte Einrichtung in der städtischen Kulturpolitik genießt. Dass die Herberge der Bedeutung der Sammlung nur bedingt gerecht wird, weiß auch ihr „Vater“.
Müller wirft aber ein: „Wenn es das Fotomuseum nicht in dieser Form gäbe, dann hätten wir gar keines in Leipzig.“
Er wünscht sich für die Schätze des Museums schon lange eine größere und vor allem zentraler gelegene Kiste. Gespräche mit der Stadt hat es gegeben. Dank mangelnder Ergebnisse blieben die Exponate aber weiter auf ständiger Wanderschaft. Um nicht dauerhaft dem unfreundlichen Klima ausgesetzt zu sein, werden sie regelmäßig ausgetauscht. Improvisation ist Trumpf - die Kehrseite der Medaille „Leipzig – Fotografie seit 1839“, mit der sich die Stadt in den letzten Monaten als Hort der Fotokünste inszenierte.
Museumsdirektor Andreas J. Müller.
Foto: Bernd Reiher
Noch bis zum 15. Mai sind im Fotomuseum Mölkau Werke von Johannes Mühler zu sehen. Museumschef Müller über den Fotografen aus der Messestadt: „Mühler lebte von 1876 bis 1952 und davon die letzten fünfzig Jahre in Leipzig – als damals in den zwanziger und dreißiger Jahren bekannter Presse- und Kunstfotograf. Die Großeltern oder Urgroßeltern kennen sicher noch von ihm Heimatkalender, Mappen über Burgen und Schlösser. Wir haben eine Auswahl getroffen aus einem großen Konvolut, das wir von Mühler besitzen. Die Auswahl umfasst über fünfzig Fotografien, die aktuell gezeigt werden, zwischen 1908 und 1935 mit künstlerischer Landschaftsfotografie zum Teil aus Leipzig.“
Nach deren Ende wird bis zum 21. Mai umgebaut – dann kommen Werke des Frankfurter Fotokünstlers Martin Pudenz ins Haus. „Drei Himmel zu Fuß“ wird die neue Ausstellung heißen. Müller über Sinn und Ansinnen: „Es gibt drei Themenkomplexe. Einmal etwas surreale Fotografie, in einem anderen Raum zeigen wir phantastische Landschaftsaufnahmen, die auch aus dem mitteldeutschen Raum – Wörlitzer Park, Sächsische Schweiz – stammen. Im dritten Raum zeigen wir Architekturfotografien von Martin Pudenz.“
Mehr von Andreas J. Müller und zum Fotomuseum im kompletten Audio-Interview. Es geht auch um die Frage „Was war geschehen, als vor zwei Jahren plötzlich die Bauleute einrücken mussten?“ und warum er dem Fotomuseum für die Zukunft eine Zukunft wünschen muss.
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