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Audio: Heiko Hilker und der Medienstandort Leipzig

Bernd Reiher
Heiko Hilker.
Heiko Hilker.
Foto: Hilker, privat
Der Medienstandort Leipzig – das Medienzentrum im Osten der Republik? Diese These wurde beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland wieder einmal laut verkündet. Was wirklich dran ist, wurde bisher kaum hinterfragt. Heiko Hilker hat es getan. Wir haben mit ihm telefoniert.

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Der ehemalige sächsische Landtagsabgeordnete und Gründer des Dresdner Instituts für Medien, Bildung und Beratung hatte nach der diesjährigen Medienmesse Anfang Mai einen Artikel zum Thema verfasst. Zwei Dinge waren es, die Hilker dabei betrachtete. Einerseits die vollmundigen Worte Johannes Beermanns in der Financial Times Deutschland (FTD) zum Thema Medienstandort Leipzig, auf die sich viele andere später gerne beriefen. Andererseits die dahinter steckenden Zahlen. Sie zeichnen ein anderes Bild – eines von vielen Mini-Firmen und stagnierender Entwicklung.

Sachsens Medienminister Johannes Beermann am 3. Mai in der Wirtschaftszeitung FTD: „Die Branche trifft sich gern in Leipzig, dem wichtigsten Medienstandort in den fünf neuen Ländern.“

Der ebenfalls als Chef der Sächsischen Staatskanzlei fungierende Mann lieferte auch Zahlen: „Hier sind inzwischen über 2.000 Medienunternehmen ansässig, mehr als 33.000 Menschen sind hier beschäftigt und erwirtschaften einen Umsatz in Milliardenhöhe.“

City-Hochhaus Leipzig mit MDR-Werbung.
City-Hochhaus Leipzig mit MDR-Werbung.
Foto: Bernd Reiher

Grundlage scheint eine Studie zu sein, die schon mehrmals im Auftrag von Staatskanzlei, Stadtverwaltung und der Drefa Medien Holding GmbH durchgeführt worden ist. Dort hieß es, allerdings zur Situation im Jahr 2007, dass „etwa 33.700 aller in Leipzig Beschäftigten“ Mitarbeiter von Unternehmen der Medienbranche seien.

Gleichzeitig wurde aber auch festgestellt, dass der Umsatz im Medienbereich seit 2002 stagniere, dass die Zahl der Beschäftigten 2007 dem Niveau von 1996 entsprach. Dass fast die Hälfte der damals 2.100 Unternehmen Ein-Mann-Unternehmen sind. Dass nicht einmal jedes dritte Unternehmen vier oder mehr Mitarbeiter hatte.

Heißt laut Hilker im Vergleich: „Köln konnte 2006 den vierfachen, Berlin den achtfachen Umsatz generieren. Hamburg lag gar beim Zehnfachen.

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Dass die Situation in der Messestadt sich seit 2007 deutlich gebessert haben könnte – Hilker glaubt es nicht. Anzeichen dafür waren für ihn im Gespräch mit der L-IZ die Insolvenz der einzigen größeren unabhängigen Dokumentarfilm-Firma „LE Vision“ im Jahr 2011 und ein zurückgehendes Auftragsvergabevolumen des MDR.

Kann man ob solcher Angaben Leipzig tatsächlich als „den“ Medienstandort im Osten Deutschlands bezeichnen? Hilkers Antwort auf diese Frage war deutlich: „Aus meiner Sicht nicht. Da müsste man Berlin, Berlin-Adlershof und Potsdam-Babelsberg vollkommen ausklammern.“ Warum die Messestadt für ihn dennoch einer der wichtigsten Medienorte in den neuen Ländern ist – Hilker verrät es im kompletten Telefon-Interview. Aufgezeichnet am 6. Mai 2011.

Der Blog des Medienmannes Hilker: www.dimbb.de

 
Heiko Hilker über die Rolle der Stadt Leipzig als Medienstandort
Foto: Hilker (privat), Audio: Bernd Reiher


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