Audio: Arbeit und Ziele der Produktionsschule im Leipziger Westen
Vanessa Raab
06.09.2011
Kantine der Produktionsschule.
Foto: Vanessa Raab
In Leipzig gibt es rund 3200 junge Erwachsene, die aus unterschiedlichen Gründen im Regelschulsystem gescheitert sind, noch keine Ausbildung haben und für den ersten Arbeitsmarkt als „nicht vermittelbar“ gelten. Genau für diese Zielgruppe wurden 2010 hier in Leipzig so genannte Produktionsschulen eingerichtet.
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Dies sind aber eigentlich keine Schulen im normalen Sinn, denn hier arbeiten die Teilnehmer in Werkstätten und stellen marktfähige Produkte her.
Seit eineinhalb Jahren gibt es nun die vom Berufsbildungswerk (BBW) getragene Produktionsschule in der Markranstädter Straße 9 im Leipziger Westen, die derzeit mit einem großen Problem zu kämpfen hat: die weitergehende Finanzierung. Denn die Förderung durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) ist auf zwei Jahre befristet und läuft nächstes Jahr im Februar aus. „Diese Mittel können nur weiter abgerufen werden, wenn sich die Kommune beteiligt. In der Summe sind das mehr als 600.000 Euro, die die Produktionsschule an Geld braucht“, verdeutlicht Produktionsschulleiter Arne Meisel die Situation. Weitere Finanzspritzen kommen vom Land und vom Träger selbst - und natürlich aus den Verkaufserlösen.
„Der Handlungsbedarf ist für die Stadt Leipzig auf jeden Fall gegeben. Über die Möglichkeiten der Finanzierung muss dann gesprochen werden, wenn eine entsprechende Beantragung bei der Stadt vorliegt“, sagt Heike Förster, Abteilungsleiterin für Planung und Aufsicht beim Amt für Jugend, Familie und Bildung. Bis zum 31. August konnte der Antrag auf Jugendförderung für 2012 eingereicht werden, was nach Aussage von Meisel auch passiert ist. „Wir unterstützen ausdrücklich den Fortbestand dieser Form der Beschäftigungsförderung“, so Förster weiter.
Die Kleiderkammer der Produktionsschule.
Foto: Vanessa Raab
„Die Erfolgsquote von über 40 % zeigt, dass diese Art der Schule einen wichtigen Baustein für das Weiterkommen der Teilnehmer bedeutet“, hat Ute Köhler-Siegel, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Stadtratsfraktion, bei ihrem Besuch der Einrichtung Anfang August festgestellt. Sowohl die SPD, aber auch das Jugendamt fordern ein Umdenken bei Politik und der Bundesagentur für Arbeit, „um Produktionsschulen als Regelangebot vorhalten zu können“. Denn die teure Maßnahme könne nur begrenzt über das Budget der Jugendförderung finanziert werden, ergänzt Heike Förster.
Die zweite Leipziger Produktionsschule, die „Schauplatz“, steht in der Berliner Straße und war die erste von mittlerweile 11 Einrichtungen dieser Art in Sachsen. Die Schule ist viel größer und hat fast dreifach so viele Plätze. Aber auch hier läuft die Förderung aus dem ESF aus, allerdings bereits zum Ende des Jahres. „Die Weiterführung ist bis Ende 2012 über das Jobcenter Leipzig gesichert“, bestätigt Veronika Zisler vom Jobcenter.
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