15. „Courage Zeigen“ Open Air auf dem Leipziger Markt: Silly begeistert 10.000 Zuschauer
Sebastian Beyer
02.05.2012
Foto: Sebastian Beyer
Beim 15. „Courage zeigen“ Open Air zeigte sich, dass der Umzug in die Stadt eine richtige Überlegung war. Schon ab 18 Uhr war der Marktplatz gut gefüllt. Auffällig war der viel höhere Familienanteil als in den Vorjahren an der Alten Messe. Das könnte natürlich auch am breiter gestreuten Fankreis der Gäste-Band Silly gelegen haben.
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Mit-Organisatorin Edda Möller sagte gegenüber L-IZ.de: „Es ist Gold für uns wert, das Silly auftreten, es gab viele Anrufe wann genau sie denn spielen. Ich konnte immer nur sagen, seid um 20 Uhr da, sonst ist der Platz voll.“ Womit die 69-Jährige Recht behalten sollte. Die Durchsage der Polizei, es könne niemand mehr in die Absperrung gelassen werden, kam ziemlich zeitgleich mit dem Ladenschluss in der Innenstadt.
Torpedo Dnipropetrowsk siegten im Courage- Wettbewerb.
Foto: Sebastian Beyer
Zu diesem Zeitpunkt hatten schon die Gewinner des Nachwuchsfestivals Torpedo Dnipropetrowsk mit ihrem „Geheimagenten-Cowboy-Gypsy-Ska-Surf-Punk-Rock“ - so die Selbstbeschreibung der vier Musiker - eingeheizt. Als Preis erhielten sie von Anker-Geschäftsführerin Heike Engel einen Gutschein für eine Videoproduktion. „Das Open Air ist immer wieder ein Höhepunkt, es ist schön, so viele Menschen zu erreichen und gemeinsam zu zeigen, dass Rassismus und Extremismus abgelehnt werden“, zeigte sich Edda Möller mit der 15. Auflage zufrieden.
Edda Möller mit Blick aufs Courage-Konzert.
Foto: Sebastian Beyer
Im Jahr 2010 aber habe der Verein diskutiert, wie man die politische Botschaft wieder in den Vordergrund rücken könne, damit es nicht nur eine reine Unterhaltungsveranstaltung werde. Zu den neuen Ideen zählte der nun zum zweiten Mal verliehene Preis „Couragiert in Leipzig“. Die Preisträger Hanna Willemsen und Michael Oertel wurden auf der Bühne von Oberbürgermeister Burkhard Jung geehrt. „Ich finde es wichtig, dass wir couragiertes Handeln anerkennen, vielleicht ermutigt es zum Nachahmen“, sagte Moderator Sebastian Krumbiegel. Hätte das Konzept nicht funktioniert, wäre das Aus laut Edda Möller eine Option gewesen.
Davon scheint man inzwischen weit entfernt. „Solange alles friedlich bleibt, bin ich mir sicher, dass wir weitermachen. Denn da bin ich streng. Protest ist wichtig, kann aber nur gewaltfrei funktionieren.“ Beim gut durchmischten Publikum bestand in dieser Hinsicht kein Anlass zur Sorge. Der Wiederholung auf dem Marktplatz stünde also nichts im Wege, im kommenden Jahr hoffentlich auch endlich ohne die Baustelle des City-Tunnels.
Couragiert-Preisträger Michael Oertel und Hanna Willemsen.
Foto: Sebastian Beyer
Der aufbrandende Jubel, als Silly für das musikalische Finale die Bühne enterte, machte klar: Ein Großteil der Zuschauer hatte vor allem diesem Auftritt entgegengefiebert. „Wir sagen nicht ja zu Nazis und Rechtsextremismus,“ kündigte Anna Loos den Song „Ich sag nicht ja!“ an. Tausende jubelten und schienen es genau so zu sehen. Mit Klassikern aus der bewegten Bandgeschichte wie „Mont Klamott“ und „Bataillon d` Amour“ aber auch den neueren Stücken vom Album „Alles Rot“ überzeugten die bekanntesten Musiker des Abends voll und ganz.
So gab es beim ruhigen Abzug zufriedene Gesichter zu sehen und Edda Möller freute sich, für die zahlreichen Helfer noch die Aftershow-Party anbieten zu können. „Wir haben mittlerweile viele Unterstützer. Selbst ein Verein aus Hamburg, mit dem wir dort bei 'Laut gegen Nazis' kooperierten, hat unser Festival angekündigt.“ Den ehrenamtlichen Ordnern könne man zwar nur mit der kleinen Geste danken, das sei ihr aber wichtig.
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