Schwarwels Fenster zur Welt: Portokasse
Satire - Jetzt täglich!
Text: Ilse Schnickenfittich / Sekretariat
25.01.2012
Ähm. Der Markt ist doch frei? Also so jetzt mit Marktwirtschaft und so - alle konkurrieren fleißig, geben sich Mühe bis das Weiße im Auge steht und die Fingerkuppen qualmen. Und die ganz Erfolgreichen und Wichtigen zahlen sich dumm und blöde bei all den vielen, vielen Steuern und so. Oder wie?
Nein. Die ganz Fleißigen haben längst verstanden (oder es nie verlernt) dass man mit der einen Hand nach den „Sozialtransferleistungsempfängern“ unter dem Ausruf „Schmarotzer“ schlagen und mit der anderen in die „Subventionskasse“ greifen muss. Das echte Leistungstierchen riecht das Steuergeld, gründet zur Not einen eigenen Lobbyverband und muss unbedingt eine staatstragende Rolle erreichen. Dann schüttets auf der „ile du subvention“ monsunartig.
Im Namen der Arbeitsplätzchen. Und je größer das Konstrukt, umso mehr Plätzchen.
Wenn die Nummer so stehen bleibt, wie derzeit geschrieben, dann hat die Deutsche Post eine mächtige Backstube am Laufen. Die EU hätte gern bis zu einer Milliarde verdeckter Subventionen erstattet und genehmigt zur „Grundlagenversorgung“ andererseits über 5 Milliarden. Um Kommastellen kümmer ich mich bei diesen Ausgaben außerhalb der gebeutelten Privatschatulle schon lang nicht mehr – Peanuts für Weltenlenker.
Schauen wir also wieder auf das Große und Ganze. Damit die Post wenigstens noch ab und zu ihre Aufgaben wahrnehmen kann, benötigt sie ganz dringend viel Steuergeld. Sie landet ihre Flieger auf subventionierten Flughäfen, baut ihre lustigen DHL-Center drauf und wenn der normale Brief mal wieder im Orkus der Desorganisation verschwunden ist, durfte man ihn doch versichern?
Dann hätte man gegen Aufgeld wenigstens erfahren, wer ihn geklaut hat.
Und bei all dieser Leistungserbringung des angeblich abgenabelten Staatskonzerns „Mail Logistic“-Post geht das nicht ohne die Mehrwertsteuer vom Hartzer an der Netto-Kasse. Apropos – die müssten sich auch mal dringend in Brutto umbenennen, angesichts aktueller Fahndungsergebnisse.
Fazit also derzeit: Demnächst falte ich das Weihnachtspaket zu einer E-Mail oder lauf selber los. Dann weiß ich wenigstens, wie viel das Ganze am Ende kostet. Und die Portokasse bleibt auch jungfräulicher, als wenn auf jedem Brief steht – doppelt bezahlt, siehe Hinweise auf der Rückseite.
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