Schwarwels Fenster zur Welt: Faschist
Satire - Jetzt täglich!
Text: Ilse Schnickenfittich / Sekretariat
23.04.2012
Oooooch. Ist doch mal wieder einer übers braune Stöckchen gehüpft. Ein Softi, den man sich ernsthaft schlecht im Schützengraben vorstellen kann, vergleicht die Aufstiegsgeschwindigkeit der Piraten mit der NSDAP zu Weimarer „Republik“szeiten. Dabei hat er wohl Recht wenn man sieht, wie diejenigen jetzt draufhauen, die damals noch Hitler in den Kanzlerposten hoben. Da freut man sich, wenn man selbst polnische Wurzeln hat.
Also eine (Ein)Sortierung: Da macht einer eine Äußerung zur Weimarer Republik, den durch die damaligen Deutschen (ähm – unsere Großväter?) produzierten Aufstieg der NSDAP, welchen offenbar ähnlich nun auch die Piraten (durch uns?) erleben und er ist Ex und Hopp? Interessante Sichtweise – aber in der Geschwindigkeit stimmt es - eindeutig übrigens, schaut man sich das Blabla der sogenannten Etablierten gegenüber einer als Partei getarnten Bürgerbewegung junger (politikverdrossener?) Menschen an.
Doch nun ist es ja umgehend Urteil - die Piraten sind jetzt demnach die zweite NSDAP. Wer solche Partei-Mitglieder hat (die das glauben) sucht noch nach sich oder hat die falschen Freunde. Für die Piraten gelten ab jetzt wohl die gleichen Gesetze, wie bei den anderen Langweilern - Achtung bei Rückenlagen, es drohen Knorpelverletzungen. Aber zurück zu Weimar.
Da können jetzt die Piraten nix für, dass diese angenehme Kleinstadt in der Bürgerbetrachtung schon länger in aller Munde ist. Leider weniger in handfester Hinsicht – denn Thüringer Bratwürste sind wirklich geiler Stoff, die aus Weimar nicht übel, die aus Apolda übrigens deutlich besser. Wenn also nicht die Würste gemeint sind, was besagt „Weimar“ dann (abgesehen von einer schönen Altstadt & der Dichternummer)? Nun ein desolates System zwischen zwei Kriegen, die beide wenigstens zirka 0:11 für Deutschland ausgingen.
Derzeit steht es 0:3 gegen die Menschen in diesem gleichen Land, wenn nicht im Weimeraner Europa. Die Frage ist also, warum die Piraten sich durchsetzen? Naja - manchmal sollte man die Antworten dem Hirn des Lesers überlassen. Und eines sei diesem Gedankengang, unter Einbezug, dass die Piraten nicht die NSDAP 2.0 sind, mit auf den Weg gegeben. Letztlich hob eben die Zentrumspartei die Nazis auf den Thron. Die heutige CDU/CSU hat dieses Erbe abgelehnt, weshalb sie sich dazu nicht bekennen muss. Aber wohl sollte – wie auch zu den Nazis, die nach 45 in höchste Würden zurückkamen.
Deshalb wohl am Schluss auch von mir, Ilse von Schnickenfittichowski, dieser Satz, der historisch vielleicht sogar stimmen wird und nichts über die Ziele der Piraten sagt: Die Piraten steigen gerade genauso schnell auf, wie die NSDAP in den 20ern und 30ern. Ätsch!
Und hat das jetzt wirklich weh getan? Nur mal so unter Faschisten gefragt?
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Wagner kann einen närrisch machen. Oder besonnener. Am 22. Mai werden eine Reihe Leute in Leipzig wieder ganz närrisch, schütteln sich die Hände, enthüllen ein Denkmal, lauschen im strengen Anzug einem Festkonzert oder klatschen Beifall, wenn im Opernhaus der Schriftsteller Friedrich Dieckmann den ersten Richard-Wagner-Preis bekommt.
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