Schwarwels Fenster zur Welt: Do it again Greece
Satire - Jetzt täglich!
Text: Ilse Schnickenfittich / Sekretariat
18.06.2012
Da hat man sie nun schon zwei Mal wählen lassen – und schon wieder soviel linkes Kommunistenpack dabei! Verelendung, Militarisierung, Ausplünderung – ja. Aber bloß keine Linken. Begreifen es diese vermaledeiten Griechen denn nicht? Es gibt das Brötchen erst, wenn Ihr das Mehl dazu liefert. Zu mehr taugen diese Schafstreiber doch eh nicht mehr.
Dass Ihr Euch das überhaupt noch traut! Da fragt man sich doch ernsthaft, ob wir nicht genug gedroht, erpresst, abgelenkt und gehetzt haben. Ihr habt nun endlich mal die Privatisierung voranzutreiben, die Märkte zu flexibilisieren und halt … Auf einmal ist es mit dem alten Sing-Sang nicht mehr so einfach.
Schön eigentlich, dass die Griechen wieder die in die Regierungsverantwortung gehoben haben, die sie schon vorher verraten haben, die schuld zu sein scheinen. Denn Schuld macht gefügiger als ein rebellischer Geist am Mittelmeer. Nun werden sie den Vertrag noch mal neu tackern wollen (Seite 3 hätten wir gern weiter von) – aber der Ausverkauf kann endlich beginnen, Griechenland ist endlich sturmreif. Da wird man als Markt ja schon ganz unruhig - endlich wieder Zeit für Kaufen und Verkaufen.
Konservative Freunde aller Länder atmet auf – es gibt noch Wachstumsmärkte in Europa. Machen zwar bald alles die Deutschen, aber die können so was eben. Ein Markt, eine Kanzlerin, ein Ziel – und Ihr Griechen könnt es den Spaniern endlich mal nachmachen und anfangen Deutsch zu lernen oder halt stempeln gehen. Das hier ist keine Fußball-Europameisterschaft, wo Ihr im Viertelfinale mit wenigstens scheinbar ähnlichen Voraussetzungen antreten dürft. Brot und Spiele gibts nur obendrauf - da muss man auch mal ein bisschen brav sein.
Denn wer sich gegen den real existierenden Konzern-Kapitalismus auflehnt, ist ein Feind der Demokratie. (Finde den Fehler in der Logikkette). Also – ab jetzt schön Fresse halten Griechenland – nix mit Nachverhandlung wo´s doch gerade so gut läuft. Schluss ist, wenn wir das sagen, also wenn diese verrottete Akropolis endlich verkauft und saniert, die letzte Schlüsselindustrie an ausländische Konzerne gegangen und auch vor Eurem Parlament die Fahne der Deutschen Bank gehisst ist. Die strategischen Interessen gegen Flüchtlingsboote können wir eh besser absichern - machen wir das Business halt ohne Zwischenkäufer.
Wenn ihr jetzt artig seid, versprechen wir – es wird nicht lange weh tun. Die Ossis haben sich schließlich auch dran gewöhnt, wie es halt läuft. Kleiner Tipp für den Anfang – am Anfang kommen immer die Goldkettchenträger und fragen nach den Grundstückspreisen, sind die meisten von Euch arbeitslos und der Profit am Größten. Ach so - die, die Euch den Mist eingebrockt haben, spielen auch wieder mit, denn Demokratie gilt nur in Wohlstandszeiten.
Wenn man Euch nicht einfach nochmal wählen lässt, wenns wieder noch nicht ganz gepasst hat. Da seid Ihr so schön abgelenkt. Do it again greece. Oder füge Dich!
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