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Schwarwels Fenster zur Welt: Neuwahlen

Satire - Jetzt täglich!
Text: Ilse Schnickenfittich / Sekretariat
Mal überlegen. Doch – es muss eine Bildungskrise sein. Und eine Frage der fehlenden Alternativen, weil eine ehemalige FDJ-Propagandistin erzählt, es gäbe keine. Wäre man nicht lieber froh über eine Regierung, die weiß, was sie tut? Aber vielleicht wissen sie es, sind der Spiegel unserer eigenen kleinlichen Absprachen? Unfähig ein funktionierendes Wahlrecht zu formulieren?

Irgendwie greift einen dann doch das Wort Weimar von hinten, wo eine schwache Demokratie schacherte und klüngelte. Oh Angie – allmählich graut mir wirklich vor Dir. Und mehr noch vor Deinen Wählern.

Die Zeiten sind so grau, dass man wohl einen Toten exhumieren muss. Denn wie stückelte der alte Immanuel sich die Maxime für den Schädel gleich noch mal zurecht? Unmündigkeit sei das „Unvermögen sich seines Verstandes ohne die Leitung eines anderen zu bedienen“. Und getreu seines Wahlspruchs „Wage zu wissen“ sollte man sich doch fragen – was wissen wir denn?

Wir haben die letzten Wahlen unter verfassungswidrigen Regeln durchgeführt. Wie können diese also gültig sein? Wie können all die unsäglichen Entscheidungen der zu Unrecht auf der Diätenrutsche gelandeten Gegeelten, Geschmierten und oft genug Oberflächlichen nun Recht sein? Und natürlich – warum wird die größte Intrigantin aller Zeiten eigentlich immer noch von weit über 50 Prozent des Stimmviehs für legitim inthronisiert gehalten? Sie wollen sie behalten, sie, die bislang im Namen „der Wirtschaft“ wirklich alles falsch gemacht hat, wenn auch nur irgendwer das Wort Portemonnaie oder Finanzen erwähnte.

Fragen wir erneut den Toten, vielleicht weiß er ja sogar, warum auch Kohl schon dieses Spiel spielen konnte.

Die Unmündigkeit sei nach Immanuel selbstverschuldet, wenn ihr nicht ein Mangel an Verstand zugrunde liegt, sondern die Angst davor, sich seines eigenen Verstandes ohne die Anleitung eines Anderen zu bedienen. Da steckt doch ein schönes Wort mitten in den Zeilen – Angst. Und davon gibt es ja reichlich.

Angst vor dem Islaaaam, Angst vor steigenden Spritpreisen, Angst vor „unsicheren Zeiten“, Angst vor dem Nachbarn. Nicht „german dreams“ – „german angst“ und Königin Angie als Hohepriesterin in einem Dom aus Angst und Pflichterfüllung im Namen der Exportindustrie – die uns weniger Arbeit gibt, aber dafür das Gefühl stark zu sein. Zur Not auch auf Kosten unserer Nachbarn. Denen wir gern Waffen liefern, aber nur gegen Bares.

Doch wie geht so etwas, dass jemand eine Katastrophe nach der anderen abliefert und dennoch rufen alle Hurra? Warum eigentlich ist ein großer Teil der Menschen, obwohl sie längst erwachsen sind und fähig wären selbst zu denken, Zeit ihres Lebens unmündig und dies auch noch gerne?

Komm Immanuel machs noch mal!

Der Grund dafür sei „Faulheit und Feigheit“. Denn es sei bequem, unmündig zu sein, sagt er. Das „verdrießliche Geschäft“ des eigenständigen Denkens könne leicht auf andere übertragen werden. Wer einen Arzt habe, müsse seine Diät nicht selbst beurteilen, anstatt sich selbst Wissen anzueignen, könne man sich auch einfach Bücher kaufen, wer sich einen „Seelsorger“ leisten könne, brauche selbst kein Gewissen.

Somit sei es nicht nötig, selbst zu denken, und der Großteil der Menschen (mache von dieser Möglichkeit Gebrauch. So werde es für andere leicht, sich zu den „Vormündern“ dieser Menschen aufzuschwingen. Diese Vormünder sorgten auch dafür, dass die „unmündigen“ Menschen „den Schritt zu Mündigkeit“ außer für beschwerlich auch noch für gefährlich hielten.

Na dann olle Kant – wir sind uns einig. Doch die Aufklärung ist irgendwo stecken geblieben und unaufgeklärten Menschen sind eben nicht mehr als „Hausvieh“, das dumm gemacht worden ist. Und auch nicht mehr nachfragte, selbst jetzt noch nicht rund 250 Jahre später.

Vielen Dank an den Verfasser dieses Beitrages auf Wikipedia



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