Schwarwels Fenster zur Welt: Ohne Überschrift
Text: Ilse Schnickenfittich / Sekretariat
25.07.2012
Und siehe da, der Schatten senkte sich und es ward kalte Nacht in Deutschen Landen. Die Menschen wussten nicht wohin und schauten in alle Himmelsrichtungen, die ihnen ihre Weisen wiesen. So sahen sie gen Griechenland, gen Italien, gen Spanien, gen Amerika und zitterten und barmten. Lieber Markt, sei gnädig und lass uns doch das letzte Hemd. Doch der Markt grollte und schickte Furcht und Verderben aus: „Entwertet sei Euer Tun und hilflos Streben. Und jetzt her mit den Klamotten!“
Da begannen die Priester der Menschen zu singen und zu tanzen, um den Markt zu befrieden. Viele Jahre und einen Tag tanzten sie ohn Unterlass und gaben dem Markt ungeheuerliches Manna, da er danach verlangte. Doch im Volke regte sich Unmut, wo die ehedem fette Speisung karger wurde und die Tage länger.
Da zeigte sich endlich der Prophet namens Moody auf einem Berg und brachte schröcklich Kunde vom allgewaltigen Markt. „Zahlen werdet ihr“, hatte der brennende Busch gesprochen, so der Verkünder. „Und Euch dem Markte wieder unterwürfig zeigen, wie in der guten alten Zeit. Gefrevelt am Willen des Marktes habet ihr, gierig Volk - von Eigennutz und Maßlosigkeit getrieben, seid dem Erdloch ihr entkrochen, Euch die Welt untertan zu machen. Zahlen werdet ihr einen Zehnt an den Markt.". So rief der Moody aus dem fernen Land. Und zeigte zum Belege sogleich einen Quittungsblock in das weite Rund großer Augen, um die ersten Eingänge zu zählen und zu werten.
Da ging ein Raunen durch das herbei geeilte Volk und so manch trutzig Mann brach in Tränen aus, während die Frauen ihre Tücher schreiend in den Himmel reckten. Und die Priester begannen wieder zu tanzen und zu singen.
Doch der Markt kannte kein Erbarmen und nahm den Zehnt noch von den Ärmsten. Und so gingen die Jahre ins Land, welches verdorrte und verging im Frondienst an den Allgewaltigen. Die Menschen waren eilig, die Herzen bang und auch an Sonntagen fanden sie keine Ruhe mehr. Familien zerbrachen, in immer größeren Kolonien ballten sich die Erbarmungswürdigen, in Elend und Verblödung vereint, schickten sie sich eilfertige Mitteilungen wie „Ich gehe nun zu Bett“ in den neuen blauen Heimstätten voller Ablenkung.
Das sah der Markt gern, denn alsbald waren ihm die Menschen in Verzweiflung ergeben. Und so nahm er ihr Land, ihre Würde und am Ende alles Hab und Gut – erst bei den Nachbarn, dann das ihre. Der Zehnt floss in Strömen und ein Mantra des Marktes wurde als Hoffnung für die wenigen Starken unverstandene Religion: „Zeig uns den Weg, die Schulden und den Zins zu beherrschen und wir regieren die Welt“. Und eben jene Jünger schleppten sich blutarm tagtäglich vor den Altar ihres Gottes und entrichteten Anal Ysen und ein Hossianna auf Börsenenglisch.
Doch die Welt war längst nur noch die des Marktes, frei von Mensch und Tier und die Beherrschung des eigenen Selbst längstens verloren. Stets gespeist von der Gier der Jünger und Apostel.
Erneut vergingen Jahre voller Dumpfheit, mit angefüllter Hast eines kurzen Atems getriebener Tiere und kreisender Unterhaltungsdebatten. An allen Orten wandelten der Prophet Moody und seine morgenländischen Brüder Poor und Fitch - längst den Heiligen gleich auf jenen Rosen, die der Markt vom Himmel warf.
Und die Priester sangen bis zum jüngsten Tag. Bis zu eben jenem Tag, an dem der Demos auferstand und ihnen eine Frage stellte: Und, was habt ihr getan, als wir noch folgsam wachten? Wem gabt ihr Euer Herz, wenn nicht uns? Wer hat gemacht, dass die Kinder schreien vor Krankheit und Alte flüchten aus dem Licht?
Doch der Markt gab den Priestern keine Antwort.
Und was sollen wir tun, der Erde Entrissenes zurück zu tragen?
Doch der Markt gab keine Antwort.
Was sollen wir jetzt tun, wenn die Hast auf einmal endet?
Der Markt schwieg.
Und so waren die Menschen auf sich zurück geworfen. Und erinnerten sich des Tages, als der Busch brannte. Und sahen, dass die Propheten und Priester vor ihnen standen, wie die Natur sie wachsen ließ. Und zündeten sie an - auf den Plätzen, an den Weihern und Straßen, erhängten sie, wie man falsche Propheten höher macht, als sie lebtags waren.
Um nach vollbrachter Tat glücklich und hilflos zu verharren, wie ehedem. Bis die nächsten Propheten ihr Land betraten und sie ihnen folgten. Denn sie waren voller Gier und der Geist war ihnen gering geworden.
Und so begannen die ersten wieder zu tanzen.
Präsentiert von:
Es wird viele Frauen geben, die sich über dieses Buch richtig freuen werden: Es ist nicht nur Ratgeber, sondern auch Mutmacher - und keineswegs nur nebenbei auch ein Aufrüttler. Es hätte auch als Titel drüber stehen können: "Lasst euch nicht mehr fremdbestimmen!" Es ist eine kompetente und tiefgreifende Kritik am heutigen Gesundheitswesen und der Übermacht der Pharmakonzerne.
mehr…
Nachdem das Saisonziel erreicht ist, versuchen Fans und Präsidium des 1. FC Lok weiter an allen Fronten, Geld für den Verein zu beschaffen. Während die Fans auf gutem Wege sind, ein Benefizspiel gegen den FC Schalke 04 zu erwetten, bittet das Präsidium Fans und Sympathisanten um ihr reichlich vorhandenes Herzblut.
mehr…
Hakenkreuzarmbinden an Uniformen im Audimax am Augustusplatz. Und es ging nicht in aller Theorie um das Godwin-Gesetz, wonach alle Chats irgendwann zum Thema Hitler kommen. Nein, es waren Theaterkostümteile, passend, weil Wagners Werk als Familienchronik dargeboten werden sollte.
mehr…
Am 21. Mai ist mal wieder „Report Mainz“-Zeit im ersten deutschen Fernsehen. Und erneut ist ab 21:55 Uhr Sachsen ein Thema. Besser der Lauf der Behörden im Jahre 2000, eine Zeit, in der es noch keine Mordserie gab, dafür ein flüchtiges Trio aus Jena, welches sich in Sachsen herumtreiben sollte. Und Unterstützer, die ihnen dabei hilfreich zur Seite standen. Alles in allem also eine Gruppe. Bis heute wird darum gestritten, wie und wann den Behörden welche Einschätzungen zur Verfügung standen. Ein Zeit-Dokument dazu liege nun der „Report“-Redaktion vor. Und das Sächsische Innenministerium reagierte heute erstaunlich schnell.
mehr…
Fußball ist in Deutschland längst keine Nebensache mehr. Ganz akademisch werden Nachwuchstalente auf ihre Profikarriere vorbereitet. So auch in Berlin bei Hertha BSC. Die F-Jugend des SV Lindenau 1848 schaute sich zu Pfingsten die Nachwuchsakademie auf dem Berliner Olympiapark an. Und unterlag der U9 von Hertha in einem Freundschaftsspiel mit 4:7.
mehr…
Er war eigentlich noch nicht so alt, was die Sache irgendwie noch ein wenig unerklärlicher macht. Jedenfalls fuhr der 46-jährige LVB-Mitarbeiter die Straßenbahn der Linie 10 auf der Karl-Liebknecht-Straße stadteinwärts, als er wohl gemerkt haben muss, dass etwas mit ihm nicht stimmt. Jedenfalls brachte er auf der Höhe Steinstraße seine Straßenbahn zum stehen und brach anschließend im Fahrgastraum zusammen.
mehr…
Über die aktuellen Gründe liegen noch keine Erkenntnisse vor, als MDR Info am Dienstag, 21. Mai, meldet: „In einem Leipziger Jobcenter ist eine Mitarbeiterin brutal angegriffen worden. Wie die Polizei mitteilte, schlug ein Mann mit einem Hammer auf die Frau ein. Sie wurde dabei schwer verletzt.“ Der Angreifer habe bereits Hausverbot gehabt und sei „bereits mehrfach auffällig geworden“.
mehr…
Im Jahr 2013 begeht Leipzig nicht nur den 200. Jahrestag der Völkerschlacht oder den Geburtstag Richard Wagners, 2013 jährt sich auch die Gründung der Schola Cantorum zum 50. Mal. Dies ist Grund und Anlass für die Mitglieder und Mitarbeiter des Kinder- und Jugendchores der Stadt Leipzig, einen Blick in die spannende und wechselvolle Geschichte des Ensembles zu werfen. Und natürlich zu feiern. Die wichtigsten Festkonzerte in Leipzig sind im Juni.
mehr…
Wagner kann einen närrisch machen. Oder besonnener. Am 22. Mai werden eine Reihe Leute in Leipzig wieder ganz närrisch, schütteln sich die Hände, enthüllen ein Denkmal, lauschen im strengen Anzug einem Festkonzert oder klatschen Beifall, wenn im Opernhaus der Schriftsteller Friedrich Dieckmann den ersten Richard-Wagner-Preis bekommt.
mehr…
Der 1. August naht. Es sind nur noch etwas mehr als zwei Monate. Und ziemlich sicher ist schon abzusehen, dass Leipzig den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für die unter Dreijährigen nicht wird erfüllen können. Die Stadtverwaltung gab sich im November 2012 zwar sehr ambitioniert, die Bedarfsdeckung durch Neubauten, Kapazitätserweiterungen und Modul-Kitas doch noch zu erfüllen. Aber die meisten geplanten Einrichtungen stehen 2013 nicht zur Verfügung. Die Eltern zeigen sich natürlich entsprechend besorgt.
mehr…
Am 15. Mai wurde im Sächsischen Landtag der CDU/FDP-Antrag "Polizeipräsenz im Internet erhöhen - Soziale Netzwerke zur Polizeiarbeit nutzen!" behandelt. Ein Antrag wie aus der Wunschkammer des braven Bürgers, der das Internet sowieso für eine gefährliche Welt hält und sich jetzt auch dort ein paar präsente Ordnungshüter wünscht. Und so eine Art Kooperation zwischen wachsamem Bürger und aufmerksamer Polizei. Und der naive Glaube an die "sozialen Netzwerke".
mehr…
Diese emotionale Aufwallung schaffte es längst zum Klassiker im reichlich gefüllten, goldenen Spruchbeutel der City-Tunnel-Prosa: "Ich will die Milliarde nicht sehen!", entfuhr es Ende der 1990er Jahre dem damaligen Sächsischen Staatsminister für Wirtschaft und Arbeit, Kajo Schommer. Gemeint war, die geplante Investitionssumme für den City-Tunnel auf eine Milliarde zu begrenzen - D-Mark, wohlgemerkt, denn in einer anderen Währung rechnete damals auch ein Mitglied des Dresdner Kabinetts nicht.
mehr…
Am Freitag, dem 24. Mai um 20:15 Uhr, ist der Bestsellerautor Martin Walker bei Lehmanns Media zu Gast und liest aus seinem aktuellen Bruno-Krimi „Femme Fatale“. Der im französischen Périgord lebende Ire ist nicht nur Schriftsteller, Historiker und politischer Journalist („The Guardian“), sondern auch ein sehr, sehr sympathischer Zeitgenosse und Medienliebling.
mehr…
Am Sonntag, den 26. Mai um 10 Uhr wird es während des beliebten Familienfrühstücksbuffets im Unikatum Kindermuseum spannend, denn Museumsmitarbeiterin Annekatrin Naumann möchte die Gäste ab 4 Jahren zu Zeitjägern machen und sie mit auf eine aufregende Schatzsuche durch die aktuelle Ausstellung „Ach du liebe Zeit!“ und den Hofgarten nehmen.
mehr…
Der letzte Rundgang der Reihe „Sanierungs- und Fördergebiete“ des Stadtforums Leipzig findet am Montag, 27. Mai, um 17:30 Uhr am Platz der Biedermannstraße/Ecke Bornaische Straße, gegenüber der Litfaßsäule, statt. Es handelt sich um einen Rundgang durch das Sanierungsgebiet Connewitz, mit Standpunkten an der Biedermannstraße und Auerbachstraße, dem Herderplatz und Kronengarten sowie den Stadthäusern Hermannstraße.
mehr…