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Schwarwels Fenster zur Welt: Dunkeldeutschland

Satire!
Text: Ilse Schnickenfittich / Sekretariat
Überall Faschisten in Dunkeldeutschland – ich hab´s doch gewusst, auch ohne neue Studie. Diese stöckelnde Gans beim Arzt, die immer so scheel schaut, wenn man die Karte nicht pronto auf den Tresen hämmert – eine klare Privatkassenrassistin! Der Kontroll-Otti in der Bimmel, wenn er den Schnippel vor der nächsten Haltestelle sehen will – ein Zeitschwein! Von diesen ganzen Orks um mich herum ganz zu schweigen. Apropos Schweigen. Das wird man ja wohl nochmal sagen dürfen: Ihr seid alle, alle Alltags-Nazis!

Und so wird es jetzt aber höchste Zeit, dass sich diese Ausländer endlich mal an unsere Landessitten gewöhnen. Also vor allem dieses Stammtischreden, Haxenweitwurf, Bierseidelstemmen und anschließendem „Titten-raus-es-ist-Frühling“-Wettbewerb auf den Bierbänken. Und NPD wählen, das gehört einfach dazu, wenn schon durch den braunen Kakao, dann bekanntlich bis auf den Tassengrund. Und da das mit der Integration einfach nicht klappt, solang die Erben von Jacko das Bleichrezept nicht auspacken wollen, exportieren wir euch lieber gleich wieder. Es ist nur zu eurem Schutz und die Ähnlichkeit mit dem Verb deportieren zufällig.

Denn sehet her – wir sind es, euer Exportweltmeister, duckmäusernde Dauerarbeiter, obrigkeitshörige Nichtwähler, Netznörgler, Sitzfleischriesen und SM-Keller-Besitzer. Und wir mögen das einfach nicht, wenn dass, was wir uns im All-inclusive-Urlaub am Schneckenbuffet als Kultur reinhelfen, auf einmal zu uns kommt. Nein – da muss Schluss sein, egal ob wir einen armenischen Christen von einem türkischen Muselmann unterscheiden können. Es ist uns auch wurscht, ob man Türken, Roma, Iraner, Iraker oder Russen nicht besser gleich Rattenpack, Sozialnetzeinwanderer oder Schmarotzer nennt – dieses Netz, diese Scholle gehört uns. Auch wenn sie längst unseren Reichsten übereignet wurde. Sind aber wenigstens unsere Reichsten.

Ihr habt zu bleiben, wo ihr seid und wir verkaufen euch die Waffen und behalten die Jobs. Das war der Deal. Schickt Öl, Kobalt, Tee und gern auch Weihnachtsgrüße, aber kommt bloß nicht her. Wir haben da offenbar einen Fehler gemacht – Fernseher hätten wir euch besser nicht verkauft. Auch wenn euch unser Stahl um die Ohren fliegt – wir sind eben großzügig bei unseren Präsenten und ein wenig vermissen wir eure Dankbarkeit.

Und auch mal was zu euch, schmutziges Muslimenpack: Es ist Schluss mit lustig! Wer den Jesus nicht als Chef erkennt, hat das Christentum verpennt. Wie soll bitte so ein zurückgebliebener deutscher Dorfdebilo aus dem abgelegten Unterschichtmilieu mit euch mithalten, wenn ihr Tag und Nacht in euren Dönerbuden malocht, Studienabschlüsse macht oder die Dümmsten unter Euch auch noch zum Boxen gehen? Oder gar ein besseres Schriftdeutsch abliefert, als Ronny aus der Mittelschule, kurz bevor er in Klasse 8 längst volljährig die Lehrerin heiratet?

Deshalb schicken wir euch lieber wieder weg – mitarbeiten ist hier nicht, wir suchen Fachkräfte, weil wir die Produktion nach China, Indien und Bangladesh ausgelagert haben. Zieht da hin, da entstehen eure neuen Jobs für unseren Umsatz.

Wie soll da sozialer Frieden entstehen, wenn der fettgefressene Fastfood-Honk hier seine Schweinsäuglein auf euch richtet – auf der aggressiven Suche nach einer Erklärung für seine andauernde Sexualabstinenz. Denn wenn man nur lange genug hinschaut, müsst ihr an allem Schuld sein. Denn ihr seid hier neu.

Also: Verpisst Euch! Ausländer raus! Und nehmt diese Drecks-Demokratie samt Grundgesetz gleich mit. So was Neumodisches wollen wir hier nicht. Wir brauchen nur Sarrazin, eine kaisergleiche Kanzlerin und unsere Ruhe! Vor allem unsere Ruhe. Und ab und zu eine nette Prekariatsschlägerei auf dem nächsten Dorffest. Bis dahin solltet ihr weg sein. Sonst tasten wir mal ein bisschen die Menschenwürde an. Denn für wen die gilt, dass bestimmen immer noch wir!

Denn dass wissen wir schon sehr lange: Rote Rose, schwarze Hand - Asylant, Du bist erkannt. Und jetzt Feuer frei!




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