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Schwarwels Fenster zur Welt: Die Stimme aus dem Kissen

Satire!
Text: Ilse Schnickenfittich / Sekretariat
Mit einem kleinen Moment beginnt es. Irgendwie riecht er nach Neid. Ein kleines Stechen im Nacken, ein Vorbote der Gier. Seien es blonde Haare, ein süßes Stubsnäschen der Konkurrentin, eine Anbauwand aus Teakholz, das „nächste“ Mobiltelefon, die pure Attraktivität des Darüberlaufenden, natürlich der bessere Pkw? Man muss auch gönnen können. Kann man aber nicht. Oder doch? Wieviel Essen kann man für eine Million Euro kaufen? Wann platzt ein Mensch? Und wer wischt den ganzen Dreck danach weg?

Klassische Ablenkungsmanöver erkennt der versierte Schachspieler ja schon am Augenzucken des nervlich überbeanspruchten Gegenübers. Hat er noch Zeit? Ist der Moment der Kapitulation nah? Bonibegrenzungen? Nicht schlecht, wenn die Banken nach all den Auszahlungsprogrammen für ihre Unfähigkeit jetzt grübeln müssen, ob sie sich mehr Gehaltsrisiko statt Adhoc-Zahlungen angesichts leerer Eigenkapitalkassen leisten können.

Vielleicht eine kleine Entschleunigung für den Moment. Nur leider bin ich sehr sicher, dass sie jemanden finden werden, der auch dies bezahlen muss.

Die Stimmen aus dem Kissen


Spaß? Satire? Warum? Einem Blutsauger treibt man doch angeblich auch den Holzpflock direkt ins Herz. Hier hat man mit dem großen deutschen Wahl-Hammer den kleinen Finger kaputt gehauen. Wo ist denn die Gerechtigkeit geblieben? Wo steht der Galgen für die bösen Buben? Auf dem Marktplatz, da wo er hin gehört. Oder ist wieder alles im Jenseits nach der Fron am Tagwerk auf harter Scholle bereitet?

„Sie kriechen aus dem Kellerschacht und werden unter Euer Bettzeug sehen.“

Gier ist, wo der Mensch freigelassen. Ein egoistisches Regulativ ohne korrigierende Umgebung hat die gleiche Wirkung wie der Befehl „Feuer frei“. Wer korrigiert die Herren der Welt? Niemand - denn sie beherrschen das Geld, welches angeblich unseres ist.

„Ich singe, bis der Tag erwacht.“

Aus Gier wird Raserei. Wie viel kannst Du fressen, bis die Sattheit Dich tötet? Da kaum jemand diesen Moment kennt, wie es sich anfühlt im Jahr 1,4 Millionen Euro für zirka 12 bis 14 Stunden Arbeit am Tag zur Verfügung zu haben, klafft der Spalt im längst bildungsgerecht zurechtgezimmerten Holzkopf: Das ist total ungerecht! Ist es. Es fußt nur leider auf der offenbar mutwilligen Blödheit, weil das gemixte Aldi-Saturn-„Geiz-ist-geil“-Gefühl längst die Welt erobert hat.

Heute hat der Sozialausschuss im Bundestag die Abschaffung der „Sondersanktionen“ an deutschen Jobcentern abgelehnt. Das ist auch nur eine Frage des "Menschenbildes", welches wir haben oder ablehnen wollen. Aber auch das bleibt eine Fußnote auf hartem Boden.

Der Kollege Michael Freitag bat mich zu allem Überfluss in seiner Gier nach Beachtung darum einen eher mittelmäßigen Versuch einer Kritik zum Thema meinem auch eher unwichtigen Beitrag anzuschließen.

Bevor das Wortdesaster beginnt: „Hier kommt (also) die Sonne“ (alle Worte in Zitatform sind in diesem Beitrag von Rammsteins Album „Mutter“)

Herr Freitag flippt aus

Liebe Deutsche Bank. Ich wünsche Euch aus tiefstem Herzen etwas Schlichtes. Möget Ihr pleite gehen. Mögen sich die Menschen von Euch und Euren weltweiten Praktiken bei Hauskreditierungsblasen, Nahrungsmittelspekulationen, Steuergeldverprassung, politischen Manipulationen und Waffengeschäften abwenden und Geldinstitute wählen, welche sich klar von Euch und Euresgleichen abgrenzen.

Durch Transparenz, Kundenorientierung und Investments, die mehr als Profit allein im Auge haben. Dann werdet Ihr sicherlich noch eine Weile überleben, da sich die großen Unternehmen bei Euch bestens aufgehoben fühlen. Aber der sogenannte "kleine Kunde", der Euch, solange ich denken kann, eh noch nie interessiert hat, geht woanders hin.

Es dauert Jahre, ich weiß - aber Euer Image wird Euch hoffentlich in den Abgrund reißen. Denn "Bankhäuser", welche mein Geld Gassi führen dürfen, mir aber offen sagen, wohin sie es bringen, werden sich schon genug andere finden. Und sie tun bereits heute sehr gut daran, sich von Euch fernzuhalten.

Das hier ist nur ein weiterer Schritt dahin, dass die Menschen begreifen lernen, was Ihr anrichtet. Von wegen "kein Steuergeld benötigt" - in meiner Kindheit, also zu der Zeit, als die Wahrheit unverblümter ausgesprochen wurde, nannte man die Absender solcher Botschaften nach dem Ertappen schlicht Lügner.

Nur noch 3-4 Tage anschaubar

http://www.arte.tv/guide/de/048116-000/staatsgeheimnis-bankenrettung



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