Video: Eine erste Bilanz - das neue Busnetz der LVB
Ralf Julke
16.11.2010
LVB-Bus auf Tour.
Foto: Ralf Julke
Seit dem 10. Oktober gilt das neue Busnetz der Leipziger Verkehrsbetriebe. Am Montag, 15. November, zogen die LVB erstmals Bilanz. Hat geklappt, was man sich vorgenommen hatte? Wurden im „Netz 2010“ tatsächlich die Buslinien optimiert und die Taktangebote verbessert?
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Holger Flache, LVB-Geschäftsbereichsleiter Verkehrsmanagement: „Für eine abschließende Einschätzung, wie gut das neue Busnetz angenommen wird, ist es noch zu früh, da sich Mobilitätsgewohnheiten erfahrungsgemäß nur langsam ändern. Unsere erste Zwischenbilanz nach einem Monat fällt aber positiv aus. Die Umstellung hat gut geklappt und unsere Fahrgäste nehmen die Neuerungen gut an.“
Linie 74 - mehr Verbindung zwischen den Kneipenmeilen:
Eine der wichtigsten Neuerungen war der Bus 74, der seit dem 10. Oktober zwischen Holzhausen und Lindenau verkehrt. In den folgenden Wochen waren auch fleißige Fahrgastzähler unterwegs. Das Fazit: Die verlängerte Linie 74 wird gut angenommen. Vor allem zwischen Lindenau und der Südvorstadt sind die Busse gut besetzt.
Zum „kleinen Fahrplanwechsel“ am 12. Dezember soll das Angebot auf dieser Linie nochmals erweitert werden. Auf Wunsch vieler Eltern, deren Kinder die Nachbarschaftsschule in Lindenau besuchen, wird in den Morgenstunden eine Fahrt der Linie 74E, die bislang in Schleußig endet, bis zum Lindenauer Markt verlängert. Außerdem werden die Einsatzzeiten der Busse am Freitag- und Samstagabend verlängert, so dass die Kultur- und Kneipenmeilen in der Karl-Liebknecht- und in der Karl-Heine-Straße bis kurz vor Mitternacht direkt miteinander verbunden sind.
Bus 77 musste wachsen
Die Fahrgastzahlen auf der neuen Linie 77 - dem neuen Quartierbus in Schönefeld und Sellerhausen - liegen über den Erwartungen, staunen die LVB. Bereits wenige Tage nach dem Fahrplanwechsel haben die LVB den ursprünglich vorgesehenen Kleinbus durch einen größeren Bus ausgetauscht. Seitdem ist die Mitfahrt von Kinderwagen und Rollstühlen kein Problem mehr.
Das neue Bus-Netz der LVB scheint zu funktionieren.
Foto: Ralf Julke
Straßenbahnlinien 1 und 15 besser ausgenutzt
Nach der Einkürzung der Linien 2 und 8 in Grünau werden die Linien 1 und 15, die weiterhin im 10-Minuten-Takt zu den Endstellen Lausen bzw. Miltitz fahren, erwartungsgemäß stärker genutzt. Vor allem in der Zufahrt zum Max-Klinger-Gymnasium und zum Beruflichen Schulzentrum Arwed Rossbach ist die Linie 15 am Morgen sehr voll. Allerdings liegen die Fahrgastzahlen noch im Rahmen dessen, was auch auf anderen Straßenbahnlinien im Berufsverkehr üblich ist.
Linie 60 im Dunckerviertel noch zu unbekannt?
Für die Neuerschließung des Dunckerviertels und von Böhlitz-Ehrenberg gab es vor allem von den älteren Bewohnern viel Lob für die LVB. Bis auf einzelne gut genutzte Fahrten sind die Fahrgastzahlen noch relativ gering. Die LVB erwarten hier aber in den nächsten Monaten eine allmähliche Steigerung.
Wegen zahlreicher Baustellen im Stadtgebiet und den daraus folgenden Umleitungen sei die Pünktlichkeit vieler Bus- und Straßenbahnlinien vor allem im Berufsverkehr zur Zeit leider sehr stark beeinträchtigt, müssen die LVB freilich auch feststellen. „Die Ursache dafür liegt aber nicht im Fahrplanwechsel zum neuen Busnetz“, betont LVB-Verkehrsplaner Ekkehard Westphal. “Eine Entspannung der Lage erwarten wir in den kommenden Tagen, wenn einige der gesperrten Straßen wieder freigegeben werden.“
Damit sich die Fahrgäste an den Bushaltestellen ohne elektronische Anzeigetafeln über die tatsächlichen Abfahrtszeiten informieren können, empfehlen die LVB, die SMS-Auskunft zu nutzen. Dabei wird eine kurze SMS mit dem vierstelligen Haltestellencode (am Haltestellenschild vermerkt) an die Telefonnummer (0172) 1000000 geschickt. Innerhalb weniger Sekunden erhält der Fahrgast vom LVB-Leitrechner eine SMS mit den nächsten Abfahrtszeiten von dieser Haltestelle in Echtzeit.
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