Baumwollspinnerei: Stadtumbaumittel für Halle 14 sollen schon 2008 fließen
Redaktion
17.11.2008
Foto: Halle 14 e.V.
Das war dann doch mal ein Einstieg in eine Pressemitteilung: "Die Stadt beabsichtigt, die Sanierung der Gemeinbedarfseinrichtung 'Kunstraum Halle 14' im denkmalgeschützten Ensemble der Leipziger Baumwollspinnerei im Rahmen des Bund-Länder-Programms Stadtumbau Ost zu fördern." Alles begriffen?
Anzeige
Besonders das Wort "Gemeinbedarfseinrichtung" muss die Bearbeiter des Projektes fasziniert haben. Es klingt nach öffentlicher Badeanstalt, Duschkabine oder Toilettentrakt – das neuere Deutsch ist ja geradezu vermüllt mit Worten, die einem Angst machen könnten vor dieser Sprache.
Dabei geht es diesmal um eine alte Fabrikhalle, die für Kunstprojekte nutzbar gemacht werden soll. Eigentlich sogar längst genutzt wird. Darum kümmert sich seit 2002 insbesondere die Stiftung Federkiel, die das Gebäude mitten im Ensemble der Baumwollspinnerei faszinierend fand. Mir einem Nutzungskonzept hat sie 2007 erstmals skizziert, was an dem Gebäude alles zu machen wäre, um es wirklichen zum quirligen Mittelpunkt der Spinnerei zu machen.
Ein speziell gegründeter Verein HALLE 14 e. V. kümmert sich um die Entwicklung der Halle. Doch gerade im Zusammenhang mit der Konzipierung eines Besucherzentrums im Erdgeschoss wurde deutlich, dass mit kleineren Spenden und ein paar Zuwendungen aus der EU-Förderung nicht wirklich viel zu bewegen ist. Dazu ist der Baukörper zu groß, zu lange unsaniert – und auf dem Dach hat sich auf einer dicken Schicht rußgeschwängerten Humus ein wahres Biotop entwickelt.
Hier muss richtig investiert werden, um die im Haus geplanten Projekte nicht zu riskieren. Den Antrag auf Fördermittel aus dem Förderprogramm "Stadtumbau Ost" haben der Verein Halle 14 e.V. und die Leipziger Baumwollspinnerei Verwaltungsgesellschaft mbH als Eigentümerin gestellt.
Und so hat denn Baubürgermeister Martin zur Nedden eine entsprechende Vorlage in den Verwaltungsausschuss eingebracht, das Gebäude mit eine städtisch gelenkten Sanierung auf Vordermann zu bringen. Die Gesamtkosten dafür werden auf knapp 2,7 Millionen Euro mit einem städtischen Eigenanteil von rund 572.000 Euro geschätzt. Das Projekt ist in drei Bauabschnitte unterteilt, die auch voneinander unabhängig realisiert werden können. Noch im Jahr 2008 soll das Dach saniert werden, wobei auch arbeitsmarktpolitische Instrumente (AGH) der Agentur für Arbeit zum Einsatz kommen. Kostenpunkt: 347.353 Euro, davon 302.048 Euro als außerplanmäßige Ausgabe.
Foto: Halle 14 e.V.
Reif für Sanierung: Halle 14 in der Baumwollspinnerei.
Werden alle Fördermittel in beantragter Höhe bestätigt, könnte das Vorhaben insgesamt bis 2011 umgesetzt werden.
Das Gebäude wurde um 1900 als Produktionshalle errichtet und stellt – im Ensemble der Baumwollspinnerei – nach Einschätzung des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen eines der bedeutendsten Denkmale der Textilindustrie in Deutschland dar.
Das darin angesiedelte Projekt "Kunstraum Halle 14“ ist ein wesentlicher Baustein der Entwicklungsstrategie für den Leipziger Westen, besonders für Lindenau und Plagwitz, schreibt das Dezernat für Stadtentwicklung in seiner Vorlage. In der dann auch so ein Satz vorkommt: "Von dem hohen Aufmerksamkeitswert, der national und international der Baumwollspinnerei als 'Leuchtturm der Kulturwirtschaft' zukommt, profitiert die Entwicklung im Leipziger Westen bereits heute, insbesondere durch die Ausstrahlungswirkung auf die gewerbliche Ansiedlung (z. B. Spreadshirt – Textilproduktion) und durch den Zuzug neuer junger, kreativer Bevölkerungsgruppen, die ihrerseits Kaufkraft und Wohnungsnachfrage stärken."
An dem Satz stimmt einiges nicht. Angefangen von der "Textilproduktion" bei Spreadshirt, das sich darauf spezialisiert hat, T-Shirts aus Billigproduktion in Fernost zu "veredeln". Bis zur "Stärkung der Kaufkraft". Gerade was die Kaufkraft betrifft, findet in Leipzig derzeit eine kräftige Umverteilung statt. Natürlich zieht es da die kreativen Leute eher nach Plagwitz und Lindenau. Aber wirklich steigen würde die Kaufkraft in Leipzig erst, wenn hier wieder mehr wertschöpfende Industrie angesiedelt würde. Richtige Textilproduktion zum Beispiel.
Das Besucherzentrum in Halle 14 ist derzeit im Bau. Der Antrag auf die Sanierungsgelder für die komplette Halle 14 geht am Dienstag, 18. November, in den Fachausschuss Stadtentwicklung und Bau.
Es sind nicht mehr nur die Abgeordneten der Oppositionsparteien, die sich darüber wundern, wie im Freistaat Sachsen die Fördergelder verteilt werden. Die Staatsregierung verschickt zwar jede Woche eine Jubelmeldung, welche Fördermillionen sie wieder für welches Töpfchen zur Verfügung gestellt hat. Doch auch in Chemnitz wundern sich die Betroffenen immer stärker über das Tröpfeln, das dabei herauskommt. mehr…
300 Millionen Euro muss Leipzig in den nächsten Jahren in die Sanierung, den Um- und Neubau von Schulen investieren, um überhaupt den steigenden Bedarf aufzufangen, der sich aus den gestiegenen Geburtenzahlen der letzten zehn Jahre ergibt. Einige Schulstandorte sind schon jetzt Brennpunkt der Entwicklung. Ein paar Fragen an den zuständigen Bürgermeister, Prof. Thomas Fabian. mehr…
Die Weichenstellung für das Leipziger Schulnetz der kommenden 20 bis 30 Jahre rückt immer näher: Im März soll der Stadtrat über den zweiten Entwurf des Schulentwicklungsplans entscheiden, der in Teilen Vorschläge aus dem ersten Entwurf konkretisiert, in Teilen aber auch über Bord geworfen hat. Im Leipziger Osten heißt es daher zweimal Aufatmen, während die Stadt am Suchen ist – nach Geld und Platz. mehr…
Seit den Parlamentswahlen in Russland regt sich ständiger Protest, mal von der Regierung geduldet, mal unterbunden. Anlässlich der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen am 4. März protestierten auch am Samstag, 4. Februar, wieder weltweit Menschen, auch in Leipzig. mehr…
Der Winter ist eingekehrt; nun doch, nachdem er uns im Glauben ließ, er würde nicht mehr kommen. Und er schlägt mit kalten Fäusten um sich; ein Schritt nach draußen und schon möchte man zurück in die warme Wohnung flüchten und sich ein bisschen näher an die Heizung kuscheln. Man kann dieses Wetter - und vor allem die äußerst niedrigen Temperaturen - aber auch positiv sehen, denn besonders jetzt kann man die heimische Idylle so genießen wie selten. mehr…
Am Mittwoch, 8. Februar, um 17 Uhr lädt das Stadtgeschichtliche Museum zu einem Ausstellungsgespräch mit Christoph Sandig. Der freischaffend tätige Fotograf erzählt in lockerer Atmosphäre von seinen Eindrücken und Erfahrungen während der Fotoshootings für die laufende Ausstellung. mehr…
Warum 299? Warum nicht 111 oder 333? - Dieses Buch ist ein Rätsel. Das Vorhaben ist edel. Hilfreich sei der Mensch. Und das Gedränge im Kölner Dom und der Dresdner Frauenkirche ist wohl nicht nur Dirk Klingner manchmal zu eng. Der Kölner Dom kommt trotzdem drin vor - als Nummer 130. mehr…
Anfang der Woche ging der neue Internetauftritt des "Freien Netz Mitteldeutschland" online. Unter dem knackigen Label "FN-Mitte" möchten die Betreiber vor allem eines: Einigkeit demonstrieren. Doch hinter den Kulissen brodelt es gewaltig. Offenbar haben sich einige Kameraden, die bisher unter dem Dach der NPD agierten, mit der Partei überworfen. mehr…
Der NABU Sachsen und sein Landesfachausschuss Feldherpetologie und Ichthyofaunistik (Lurche, Kriechtiere, Fische) rufen alle Naturfreunde in Sachsen dazu auf, sich an einer neuen bundesweiten Aktion des NABU zu beteiligen. Es geht darum, sofort bei Einsetzen einer milderen Witterung auf wandernde Erdkröten zu achten und überfahrene Erdkröten zu melden. mehr…
Gemeinsam geht eben alles besser. Wo sich einer allein abstrampelt, wirds zusammen rasch gelingen. Die Lösung für die ganze Welt muss also letztlich lauten - man kann alles erreichen! Es müssten eben nur alle mitmachen ... mehr…
Wenn Stuart Staples sagt, Alben aufnehmen sei ein "tricky thing", dann muss er es wissen. Vor zehn Jahren gab es die "Tindersticks" kaum mehr. Langsam kriecht die Truppe wieder zurück an die Oberfläche. Die 1991 angezündeten Streichhölzer aus Nottingham beregnen mit "The something rain" wieder die Fusion aus Jazz und irgendetwas aus dem dunklen Bereich der klingenden Materie. Feuchte Köpfe bekommen sie dadurch nicht. mehr…
Sven Rogowski war in Hamburg. Zusammen mit Rainald Grebe natürlich. Im Thalia-Theater bot die Truppe die "WildeWeiteWeltSchau", die in Leipzig schon große Erfolge feierte. Natürlich macht der schreibende Maori-Komparse, Familienvater und Leipziger auch im Centraltheater wieder Halt. Aber erst einmal war Hamburg fällig. Die 17. Seite seines Komparsen-Tagebuchs wird beschrieben. mehr…
Von M.F.Radefeld: In Zukunft wäre es auch durchaus denkbar, die Strompreise an den Zapfstellen dem Angebot an Ökostrom anzupassen. Also z.B. dann besonders günstige Tarife anzubieten, wenn kräftiger Wind weht oder genügend Sonnenlicht bereit steht. mehr…
Von Stefan Müller: Sowohl dieser als auch dieser Artikel "Neue Fahrpreissteigerungen im Raum Leipzig: Grüne Jugend aus dem Landkreis kritisiert Verkehrspolitik" lassen bei mir zumindest die grönemeyersche Frage aufkommen: "Was soll das?" mehr…
Zu einer abenteuerlichen und unterhaltsamen theatralen Reise durch den Sternenhimmel lädt ab Sonntag, 5. Februar, das Theater der Jungen Welt Kinder und Erwachsene ins Planetarium Schkeuditz ein. Unter der faszinierenden Sternenkuppel begegnen sie nicht nur Helden und Göttern aus griechischen Mythen, sondern auch manch anderen Raumfahrern. Dramaturg Matthias Schiffner erzählt von "Von Göttern, Helden und anderen Raumfahrern“ mehr…