Osten wird Modellprojekt für Deutschland: Leipzig nimmt am Wettbewerb "Energieeffiziente Stadt" teil
Redaktion
16.06.2009
Freizeitpark Rabet.
Die Bundesregierung hat ja bekanntlich ehrgeizige Ziele: Bis zum Jahr 2020 will sie zum Schutze des Klimas den CO2-Ausstoß Deutschlands um 40 Prozent gegenüber dem heutigen Stand reduzieren. Umweltminister Gabriel hat dazu ein ehrgeiziges 8-Punkte-Programm vorgelegt.
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Ein Programm, das auch eines deutlich zeigt: Ohne Energieeinsparungen ist das Ziel nicht erreichbar. Wo konkret gespart werden kann, das soll mit Hilfe des Wettbewerbs "Energieeffiziente Stadt" herausgefunden werden: Am Beispiel des städtischen Mikrokosmos sucht man nach allgemeinen Lösungsstrategien für eine wirtschaftlich ebenso wie umwelt- und sozialverträglich nachhaltige Energieversorgung.
Das Fraunhofer-Zentrum für Mittel- und Osteuropa Leipzig (MOEZ) hat an der Ausschreibung teilgenommen und es mit dem Projekt "Im Osten geht die Sonne auf! – Energie-räumliches Konzept für den Leipziger Osten" in die zweite Runde geschafft.
Mit der am Montag, 15. Juni, unterzeichneten Kooperationsvereinbarung besiegeln das Fraunhofer MOEZ, das Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Leipzig und die Institute für Angewandte Informatik sowie für Stadtentwicklung und Bauwirtschaft der Universität Leipzig ihre Zusammenarbeit in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgeschriebenen Wettbewerb "Energieeffiziente Stadt".
Liegt mitten im Modellgebiet Leipziger Osten: der Freizeitpark Rabet.
Foto: Ralf Julke
Das Projektkonsortium hat nun ein Jahr Zeit, gemeinsam mit verschiedenen kommunalen Partnern die momentane Energiesituation in den östlichen Stadtteilen Leipzigs eingehend zu analysieren. Ziel ist es, herauszufinden, inwiefern Energieverfügbarkeit, -verbrauch und -kosten in Bereichen wie Wohnen, Arbeiten, Versorgung, Verkehr und Transport nachhaltig optimiert werden können. Als einem von 15 deutschlandweit initiierten Modellvorhaben steht dem Leipziger Projekt dafür zunächst eine Fördersumme von 200.000 Euro zur Verfügung.
Die am Ende der Analyse stehende Energiewahrheit für den Leipziger Osten wird dann die Grundlage bilden, anhand derer Handlungsalternativen und innovative Strategien für einen effizienteren Umgang mit Energie entwickelt werden sollen. Projektleiter Christian Strauß vom Fraunhofer MOEZ möchte zu diesem Zweck von Anfang an möglichst viele Akteure in das Projekt integrieren, gemeinsam mit städtischen Energieversorgern, dem öffentlichen Nahverkehr, großen Unternehmen sowie Leipziger Bürgern ein Konzept erarbeiten, das die Interessen aller Beteiligten berücksichtigt. Denn um die ehrgeizigen Ziele des Projekts tatsächlich zu erreichen, seien, so Christian Strauß, innovative Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, Politik und Bürgern die wichtigste Voraussetzung.
Der östliche Leipziger Stadtbezirk ist dabei für das Modellprojekt geradezu prädestiniert: Die dort bereits laufenden Projekte und Initiativen zur räumlichen Umgestaltung ließen sich sehr gut mit den energiepolitischen Zielsetzungen der "Energieeffizienten Stadt" verknüpfen, so dass die Kräfte bereits bestehender Initiativen gebündelt und wertvolle Synergieeffekte erzeugt werden könnten.
Gewinnen werden den Wettbewerb letztlich jene drei bis fünf Konzepte, die modellhaft übertragbare, zukunftsfähige Lösungen für eine nachhaltige Entwicklung städtischer Ballungszentren bieten, den Bedürfnissen aller ins kommunale Leben involvierten Akteure gerecht werden und nicht zuletzt helfen, deutliche Energieeinsparungen zu erzielen.
Erfüllt "Im Osten geht die Sonne auf!" diese Erwartungen, so wird seine Umsetzung vom BMBF ab Mitte 2010 auf drei bis fünf Jahre mit einer Fördersumme von rund 1 Million Euro unterstützt. Der Leipziger Osten wäre dann als Teil für das Ganze ein Leitbild dafür, wie Deutschland bis 2020 seine ehrgeizigen tatsächlich Klimaschutzziele erreichen kann.
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