Ein bisschen Gänsehaut zum Richtfest in Knauthain: Handwerker haben unter Lebensgefahr gearbeitet
Redaktion
05.12.2009
Richtfest fürs Müller-Haus.
Am Freitag, 4. Dezember, konnte endlich Richtfest gefeiert werden in Knauthain. Handwerksfirmen, Vertreter des Denkmalschutzes sowie interessierte Bürger feierten gemeinsam mit den Initiatoren des Wiederaufbaus das Richtfest für das Bürgermeister-Müller-Haus.
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„Wir sind sehr froh, dass wir jetzt hier stehen dürfen und ein Haus sehen, das bereit ist, neu gedeckt zu werden“, so Jürgen Skoppek, Geschäftsführer der GfB Sachsen. „Die beauftragten Handwerker haben teils in Lebensgefahr gearbeitet. Jemand, der nicht unmittelbar betroffen ist, kann sich nicht vorstellen, was es bedeutet, in einem Haus zu arbeiten, das jederzeit einstürzen kann."
Den Richtspruch sprach Zimmermann Alexander Keilitz aus Leipzig. Neben dem Gedicht „Die Fuge“ hatte er auch noch ein selbst geschriebenes Gedicht mitgebracht, in dem auch er zum Ausdruck brachte, dass es ein Wunder sei, dass die alten Mauern noch stehen.
Zimmermann Alexander Keilitz verliest vor den Gästen den Richtspruch.
Foto: 4und20.net / Daniel Große
Unter den Gästen war auch Dr. Alberto Schwarz, Gebietsreferent im Landesamt für Denkmalpflege Sachsen. Zum Engagement der GfB Sachsen sagte er: „Nur Herrn Skoppek ist es zu verdanken, dass dieses Haus gerettet wurde. Er ist quasi ein Mäzen, der hier keine eigenen Interessen verfolgt, sondern zeigt, wie privatwirtschaftliche Initiative helfen kann, solche Werte zu erhalten.“
Auch vom künftigen Nutzungskonzept ist Schwarz überzeugt. „Die geplante Nutzung ist sehr behutsam und wunderbar für dieses Haus geeignet. Ein normales Wohnhaus aus dem Bürgermeister-Müller-Haus zu machen, hätte noch mehr der alten Substanz zerstört. Gerade die große Diele im 1. Obergeschoss ist sehr gut für die geplante Ausstellung geeignet. Die künftige Farbgebung der Wand inklusive der Wiederherstellung der originalen Schablonenmalerei wird an die Aula der Alten Nicolaischule erinnern, die in diese Epoche fällt“, sagte er.
Einen Richtkranz gab es bei diesem Richtfest nicht. „Es ist ja bereits das zweite Richtfest, wir haben nur ausgebessert, etwa 85 Prozent der Substanz des Dachstuhles konnten wir verwenden“, so Jürgen Skoppek. Trotzdem wurde gefeiert – mit sächsischer Kartoffelsuppe und Glühwein.
Das Bürgermeister-Müller-Haus soll nach dem Wiederaufbau eine Dauerausstellung zum Wirken Müllers beherbergen, außerdem werden ein kleines Café, eine Künstlerwerkstatt sowie Arbeits- und Ausstellungsräume entstehen.
Für den Wiederaufbau sind auch weiterhin Spenden nötig. Engagierte Bürger oder Firmen können sich dazu informieren unter: www.buergermeister-mueller-haus.de
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