Für ein starkes Stadtteilzentrum und ein positives Umfeld: SPD-Stadtrat befürwortet Kaufland-Center am Lindenauer Markt
Daniel Thalheim
18.02.2010
Christian Schulze
Das Kaufland-Center am Lindenauer Markt kommt im Frühjahr. Dafür werden die letzten Häuser abgerissen. Dagegen hat sich lautstark das Stadtforum erhoben. Ein wenig auch die Grünen, die das Projekt in ihrer Planungsphase ablehnten. Zu groß, nicht nachhaltig, ein verkehrspolitisches Monstrum. Nun meldet sich die SPD-Fraktion.
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In der Pressemitteilung vom 17. Februar bezieht die SPD kämpferisch Stellung für ein Kaufland-Center am Lindenauer Markt. Sie begründet ihre Entscheidung zu der kommenden Stadtratssitzung im März. Der Lindenauer Stadtrat Christian Schulze erklärt ihre Entscheidung: "Im Interesse vieler Bürgerinnen und Bürger ist eine zusätzliche Einkaufsmöglichkeit direkt am Lindenauer Markt wünschenswert. Durch die Ansiedlung von Kaufland als Ankermieter kann das Stadtteilzentrum insgesamt gestärkt werden, indem sich im Umfeld weitere kleinteilige Geschäfte ansiedeln.“ Schulze ergänzt: "Das positive Beispiel Leutzsch-Arkaden bestätigt, dass durch einen größeren Einkaufsmarkt auch das Umfeld positiv entwickelt wird."
Zahlreiche Lindenauer, die zum Einkaufen derzeit noch in andere Stadtteile und an den Stadtrand fahren, werden künftig sicher die zusätzliche preisgünstige Möglichkeit des Centers nutzen, hofft die SPD-Fraktion. Durch die vorhandene Anbindung an den ÖPNV sei es laut Pressemeldung außerdem nicht zu erwarten, dass es zu den vom Stadtforum Leipzig herbeigeredeten Verkehrsproblemen kommt.
Mit dem Kaufland-Center werde endlich eine “hässliche Baulücke“ geschlossen. Eine andere sinnvolle Idee für die Nutzung dieser Brachfläche sei der SPD nach bis zum heutigen Tag nicht geäußert worden. Auch das Stadtforum habe dazu offensichtlich keine Vorschläge.
Doch wie entstehen Brachflächen? Durch ungeklärte und verschleppte Eigentumsverhältnisse, unkreatives Hantieren mit den Leerständen und eng gesteckte Bauvorschriften, die eine nachhaltige und vernünftige Nachnutzung nach der Wende verhinderten und eine bequeme Abrisspauschale. In DDR-Zeiten wurde einfach freigelenkt und willkürlich “geplant“. Die Magistralen-Idee der inzwischen totgewirtschafteten Durchfahrstrecke Prager Straße findet im Sozialistischen Realismus seine Wurzeln. Die einst blühende Einkaufsstraße mit dem Namen “Leninstraße“, bewusst dem Verfall überlassen und pünktlich zur Wende planiert. Entwickelt hat sich kulturell bis jetzt noch nichts, außer Büroflächen am Park.
SPD-Stadtrat Christian Schulze erläutert kämpferisch: "Das Stadtteilzentrum Lindenauer Markt wurde in den vergangenen Jahren in verschiedenen Foren intensiv diskutiert. Im Rahmen des Vorhaben bezogenen Bebauungsplanverfahrens wurden die vorgebrachten Stellungnahmen nach allen Regeln der Kunst abgewogen und insoweit berücksichtigt, wie es im entsprechenden Abwägungsprotokoll angegeben ist. Jetzt ist es höchste Zeit für einen Satzungsbeschluss. Ich werde daher der SPD-Fraktion vorschlagen, der Vorlage in der Ratsversammlung am 24. März 2010 zuzustimmen."
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