Nachtrag zu "Neonaziaufmarsch am 16. Oktober in Leipzig": Routen und Treffpunkt der Demonstranten
Michael Freitag & Patrick Limbach
08.09.2010
Im Zuge der Anmeldung der Demonstrationen war bislang nur der genaue Startpunkt einer der beiden Routen, hier der Leipziger Hauptbahnhof näher bekannt. Unbekannt war dagegen, wo sich die Demonstrationsteilnehmer für den durch den Leipziger Westen führenden zweiten Aufzug genau versammeln wollen.
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Auf L-IZ - Nachfrage teilte Helmut Loris, Amtsleiter des Leipziger Ordnungsamtes heute mit "... dass der Aufzug, der von der Karl-Heine-Straße bis zum Hauptbahnhof stattfinden soll, vom Versammlungsort: Engertstraße / Ecke Karl-Heine-Straße starten soll." Zum Start am 16. Oktober dieser Teildemonstration aus dem rechtsnationalen Milieu ergibt sich also die Wahrscheinlichkeit einer Anreise über den S-Bahnhof Plagwitz bis zum Versammlungs- und Ausgangspunkt.
Bei einem Marsch durch die Karl-Heine-Straße kämen so die Demonstranten demnach neben vielen Plagwitzer Kultureinrichtungen, wie der Schaubühne Lindenfels unter anderem an folgenden Punkten vorbei. Guts-Muths-Straße, in der 2006 Anwohner gegen eine Wohnung voller Jungnazis aufbegehrten, weiterhin an der Josephstraße vorbei, in der jungen Menschen eine Erinnerungsstätte für ehemalige jüdische Mitbürger etablieren wollen.
Später dann würden sie an der Ecke Walter-Heinze-Straße vorbeilaufen, die nach Leipzigs erstem Nazi-Opfer nach dem Beginn der braunen Diktatur benannt ist, um am Felsenkeller (Ecke Zschochersche) den Ort zu kreuzen, welcher sich neben seiner Nutzung ab 1890 als Konzert-, Ballsaal und Felsenkellerlichtkino, auch als Treffpunkt der Leipziger Arbeiterbewegung in die Geschichtsbücher eingetragen hat. Hier sprachen vor 1933 unter anderem Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und Clara Zetkin.
Der Leipziger Felsenkeller an der Karl-Heine-Straße
Foto: L-IZ.de
Mit dieser Route würden sie auch die Straße kreuzen, in welcher sich das Erich-Zeigner-Haus befindet. Auf ihrem Weg kämen sie auch am heutigen Gerichtsgebäude Karl-Heine-Straße 12 vorüber, in der sich einst die Leipziger Gestapozentrale befand.
Zu den Namen der Anmelder schweigt das Ordnungsamt dagegen noch, trotz mehrfacher Nachfrage gestern und heute unter dem Hinweis auf ein öffentliches Interesse. "Hinsichtlich des verbleibenden Teils Ihrer Anfrage verweise ich auf den Inhalt des gestern geführten Telefonates." so Loris.
In diesem hatte der Leipziger Ordnungsamtsleiter gegenüber der L-IZ.de Stillschweigen über die Anmeldernamen angekündigt, solange diese nicht ihre Einwilligung dazu gäben. Der Versammlungsanmelder im Oktober 2009 war Tommy Naumann gewesen.
Ein Zustand von ein wenig Rätselei, welcher sich jedoch in ein paar Tagen von ganz allein ändern wird. Schließlich stehen nach der vergangenen Demonstrationen im Jahre 2009 eigentlich nur ein paar Leipziger als mögliche Anmelder für diese Art des Doppelaufzuges zur Debatte.
Parallel wächst in weiten Kreisen der Leipziger Bevölkerung wieder der Wille, "Platz zu nehmen" und so beide Aufzüge am 16. Oktober durch die Messestadt friedlich zu verhindern.
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