"Wer zu spät kommt, verpasst die Fête!": NPD-Gegner laden am Freitag zur Protest-Party
Redaktion
21.07.2011
Odermannstraße 8 am Lindenauer Markt
Foto: L-IZ.de
Am Freitagabend soll die Rechtsanwältin Sylvia Stolz im NPD-Zentrum der Odermannstraße 8 zu den Themen „Mein Weg in der nationalen Bewegung“ und „Meine Zeit in der Gesinnungshaft“ referieren. So zumindest die offizielle Ankündigung durch die Leipziger NPD. Neonazi-Gegner möchten mit einer ungewöhnlichen Aktion gegen den öffentlichen Vortrag protestieren.
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Die Anwältin saß von Mai 2009 bis zum April 2011 eine Haftstrafe ab. Laut mehreren Publikationen in verschiedenen Medien war die Rechtsanwältin am 14. Januar 2008 vom Landgericht Mannheim wegen Volksverhetzung, Aufstachelung zum Rassenhass, versuchter Strafvereitelung und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden. Zudem belegte sie das Gericht mit einem fünfjährigen Berufsverbot, da sie ihre Tätigkeit als Rechtsanwältin nutzte, um im Gerichtssaal revisionistische Ansichten zu verbreiten. Die teilweise Rechtsgültigkeit des Urteils bestätigte 2009 im Anschluss auch der Bundesgerichtshof (BGH).
Im NPD-Büro in der Odermannstraße 8 wird der Besuch von Sylvia Stolz zum Vortrag erwartet
Foto: L-IZ.de
In der Begründung des BGH heißt es unter anderem: "Danach war die Angeklagte der Volksverhetzung in zwei Fällen, der Beleidigung sowie der versuchten Strafvereitelung in Tateinheit mit Volksverhetzung in zwei Fällen, Nötigung, Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole und Beleidigung in zwei Fällen schuldig. Das rechtsfehlerfrei verhängte Berufsverbot hatte Bestand. Zur Festsetzung einer neuen Strafe war die Sache an das Landgericht zurückverwiesen worden. Das Landgericht Mannheim hat nunmehr gegen die Angeklagte eine neue Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten verhängt." Ein weiterer Revisionsversuch seitens Stolz war verworfen worden.
Im sozialen Netzwerk Facebook bildet sich nun seit Anfang der Woche eine Initiative heraus, welche gegen die seit Montag dieser Woche bekannt gewordene Veranstaltung protestieren wird. Unterstützer der Antifa-Kampagne "FenceOff" rufen im Netz zu einer Facebook-Party vor dem NPD-Zentrum in der Odermannstraße 8 auf. "Bringt eure Freund_innen und andere Sachen, die Krach machen, mit", heißt es in der Einladung, die derzeit in dem sozialen Netzwerk kursiert. "Seid pünktlich - wer zu spät kommt verpasst die Fête!" Treffpunkt zur gemeinsamen Anreise ist um 18.00 Uhr am Südeingang (Karl-Heine-Straße) des Karl-Heine-Parks (Knochenpark).
Von dort aus wird man dann gemeinsam vor die Odermannstraße 8 ziehen, um friedlich Krach zu schlagen und so gegen den Vortrag zu protestieren.
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