Aufgesprungen: Strafanzeigen wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung gegen "Leipzig nimmt Platz" von Rechts
Michael Freitag
12.08.2011
Friedlicher Protest am 16. Oktober 2010 in Leipzig-Lindenau gegen die geplanten rechten Aufmärsche mehrerer Anmelder in Leipzig
Foto: L-IZ.de (Archiv)
Den Leipzigern ist das Bündnis "Leipzig nimmt Platz" nun seit 2008 als ein Zusammenschluss aus verschiedenen Gruppen in Leipzig bis hin zu Kirchenvertretern bekannt. Seit gestern ist das Bündnis nun, nach der vorläufigen Untersagung von Gegendemos in Hör- und Sichtweite im Vorfeld der NPD-Kundgebung am 20. August am Völkerschlachtdenkmal auch noch mit Strafanzeigen aus dem NPD-Umfeld konfrontiert. Wegen der angeblichen Bildung einer kriminellen Vereinigung.
Anzeige
Der stellvertretende NPD-Landesvorsitzende Maik Scheffler, der JN-Landesvorsitzende Tommy Naumann und der NPD-Landtagsabgeordnete Andreas Storr haben diese nach Auskunft der NPD Sachsen am 11. August "... bei der Staatsanwaltschaft Leipzig gegen Mitglieder und Führungskräfte des Bündnisses gestellt". So zumindest meldet es die NPD auf ihrer Internetseite. "Dabei geht es um den Verdacht der Bildung einer kriminellen Vereinigung (§ 129 StGB), der versuchten und vollendeten Erfüllung des Straftatbestandes des § 21 Versammlungsgesetz und der Vollendung des Straftatbestandes der Untreue (§ 266 StGB) bzw. der Anstiftung hierzu. Namentlich wird als eine Verdächtige die LINKEN-Stadträtin Juliane Nagel aufgeführt."
Damit folgen die drei Anzeigensteller und im Tonfall ersichtlich auch die Sächsische NPD letztlich der derzeitigen Haltung und fleißigen Ermittlungsarbeit der sächsischen Polizei und Dresdner Staatsanwaltschaft in Sachen Gegenprotestler bei Aufmärschen, wie denen der Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland am 19. Februar 2011 in Dresden.
Spart man sich die persönlichen Ausführungen zu den für die NPD im Zentrum stehenden Stadträtin Juliane Nagel und Frank Kimmerle (Erich-Zeigner-Haus), welche namentlich aufgeführt werden, einmal aus, bleibt damit folgender Tatvorwurf aus Sicht der NPD übrig.
"Die nicht eingetragene Vereinigung „Leipzig nimmt Platz“ gründete sich 2008. Laut eigener Aussage im Internet war der Gründungszweck die Verhinderung rechtsgerichteter Versammlungen in Leipzig, aber auch in Dresden. So rief diese Vereinigung u.a. anläßlich der Demonstrationen „Recht auf Zukunft“ am 17.10.2009 und am 16.10.2010 zu deren Verhinderung auf. Im Internet und auch sonst trat die Vereinigung zumeist nicht durch greifbare, verantwortlich zeichnende Repräsentanten auf." heißt es aktuell auf der Internetseite der NPD Sachsen dazu.
Stundenlang standen rechte Demonstranten am 16. Oktober 2010 in Leipzig am Hauptbahnhof herum
Foto: L-IZ.de (Archiv)
Zu den aktuellen Vorgängen, welche neben der weit geöffneten Tür seitens des Freistaates Sachsen in Richtung Kriminalisierung von friedlichen Protestaktionen, zu den Anzeigen gegen das Bündnis aus Sicht der Partei führten, lauten die Vorwürfe seitens der Anzeigensteller offenbar: "Eine neue, aktuelle Verhinderungsplanung wird bezüglich einer für den 20. August 2011 in Leipzig angemeldeten Kundgebung der NPD `Völker zur Freiheit – Schluß mit der EU-Diktatur` im Internet durch die Vereinigung beworben. Insbesondere werden der Gründungszweck und die Verhinderungsabsicht der NPD-Versammlung dort klar als Zielsetzung definiert."
Darüber hinaus habe laut NPD das Bündnis auch an der Verhinderung der Trauermärsche der JLO (Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland) in Dresden im Februar 2010 und 2011 maßgeblich mitgewirkt. Seien entsprechende Werbeplakate in ganz Leipzig aufgehangen worden, die "die kriminellen Ziele der Versammlungsverhinderung unverhohlen publizierten".
Damit stehen sich in der derzeitigen Haltung zu friedlichen Protestformen in Sachsen die regierende CDU und die sächsische NPD nun offenbar sehr nah. Einen Zusammenhang, wie ihn damit die Steller der Strafanzeigen nun mit der Leipziger Initiative herstellen, gab es zumindest offiziell seitens der Staatsanwaltschaft Dresden noch nicht. Waren die Proteste in Leipzig immer friedlich und unter Beteiligung von Leipziger Bürgern bis hin zum Leipziger Pfarrer Christian Führer verlaufen.
Offenbar hat man in NPD und ihrer Anwälte bereits seit einiger Zeit mit einer gewissen Freude verfolgt, wie seitens der sächsischen Ermittler unter dem Verdacht einer kriminellen Vereinigungsbildung "links" aus Ordnungswidrigkeiten Straftaten gemacht, aus Straftaten kriminelle Vereinigungen zur besseren Überwachung konzipiert und aus diesen Ermittlungen heraus unzählige Daten in Sachsen erhoben wurden. Bis heute sind die Ungereimtheiten dieser Vorgänge aus und in Dresden nicht geklärt, führen zu einem Skandal nach dem anderen, ist keinerlei Anklage erhoben worden und doch kann so die NPD auf die Verdächtigungen aufsetzen.
Nun folgt man also diesem neuen Vorgehen der sächsischen Strafverfolgungsbehörden bereitwillig. Im Umfeld der ebenfalls aktuell angehobenen Debatte um ein NPD-Verbot in Deutschland eine Idee der Partei, in der Öffentlichkeit ein gewisses Bild von sich zu zeichnen. Gesetzestreu, juristisch aufmerksam und offenbar bürgerlich.
Am Donnerstag, dem 7. Juni, lädt der Swingin'LE Tanzklub wieder zum kostenlosen Schnupperkurs ein. Swing und Lindy Hop im Rhythmus der 30er und 40er Jahre, als Amerika noch ein unbeschwertes Lebensgefühl hatte. Der einstündige Kurs beginnt 19:00 Uhr. mehr…
Am 25. Mai geht's los, dann überschwemmen wieder Menschen in schwarzen und bunten Kostümen die Stadt, duften nach Patschuli, geben sich betont lässig, obwohl sie völlig aufgewühlt sind. Zu Pfingsten ist Leipzig wieder Schauplatz des Wave Gotik Treffens. Der Plöttner Verlag ist dabei. Unter anderem mit dem dicken Buch zu "Death in June" von Aldo Chimenti. Der Besucher wird an seinem Stand auf dem agra-Gelände aber auch ein Plakat erstehen können, das durchaus ungewöhnlich ist. mehr…
Von wegen, Strom aus Kohle würde nicht subventioniert und sei deshalb eine preisgünstigere Alternative zu erneuerbaren Energien. Die Kosten werden nur nicht auf den Strompreis aufgeschlagen, die fließen als Subvention - zum Beispiel bei Kosten für die Sanierung der ostdeutschen Braunkohlereviere. Und die werden - wie die LMBV am Mittwoch mitteilen musste - noch höher, als bisher geplant. mehr…
"Fertigstellungstermin des A 72-Abschnitts von Rochlitz bis Borna verschiebt sich auf Sommer 2013", teilte Staatssekretär Roland Werner gemeinsam mit dem DEGES-Geschäftsführer Dirk Brandenburger am Dienstag, 22. Mai, mit. Eine scheinbar beiläufige Meldung im Rahmen eines Großbauprojekts, dessen Planungen und Kosten mittlerweile genauso aus dem Ruder gelaufen sind wie die des Leipziger City-Tunnels. Natürlich hat das Gründe. mehr…
Welche Auswirkungen auf Leipzigs Infrastruktur wird der Citytunnel Ende 2013 haben? Dieser Frage gingen Studierende der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) im Rahmen von zwei Projekten nach. Im Mittelpunkt ihrer Untersuchungen standen dabei mögliche neue Wegebeziehungen. Die Ergebnisse werden vom 25. Mai bis 15. Juni in der 5. Etage des Neuen Rathauses im Ausstellungsbereich des Stadtplanungsamtes gezeigt. mehr…
Jamal Engel hat für die SG Leipzig Leutzsch im Gästeblock-Streit Stellung bezogen. Auf dem Familienportal "Tüpfelhausen" gab der Vorstandssprecher den Fans der BSG Chemie Leipzig einen Korb. 29 Fanclubs hatten ihn zuvor gebeten, ihnen beim Aufeinandertreffen beider Clubs am 9. Juni den Norddamm zur Verfügung zu stellen. Sie befürchten, dass der Platz im Gästeblock für rund 1.000 – 1.500 Chemie-Fans nicht ausreichend sei. mehr…
"Grimms Märchen" ist seine vierte Show am Leipziger Centraltheater. Showmaster, Regisseur, Liedermacher und Schauspieler Rainald Grebe ließ in Leipzig Indianer vom Marterpfahl los, blickte in die "WildeWeiteWelt" und klettert seit Christi Himmelfahrt für Grimms Kinder- und Hausmärchen aus dem Sarg. Wir sind Grimm! Da bleibt kein Auge trocken, oder Herr Grebe? mehr…
Der Nachfolger für den umstrittenen Intendanten des Centraltheaters, Sebastian Hartmann soll ein „alter Bekannter“ werden. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung hat im Einvernehmen mit den städtischen Vertretern der Auswahlkommission sowie dem Betriebsausschuss Kultur und dem Fachausschuss Kultur dem Stadtrat den Schauspieldirektor des Chemnitzer Theaters, Enrico Lübbe, als neuen Intendanten des Schauspiels Leipzig vorgeschlagen. mehr…
Anzeige. Es gibt viele gute Gründe bei der AOK PLUS versichert zu sein. Einer davon: Keine Zusatzbeiträge bei der Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen. Ein weiterer Grund: Mit dem Wahltarif AOK PLUS aktiv können Sie sich zusätzlich bis zu 600 Euro Prämie sichern. Also machen Sie sich die doppelte Freude! mehr…
Biodiversivität ist ein sperriges Wort, dem aber aufgrund weiter um sich greifender Umweltzerstörungen auf unserem Planeten immer mehr Bedeutung zukommt. Die Artenvielfalt auf der Erde ist zunehmend bedroht. 60.000 Tier- und Pflanzenarten stehen auf der Roten Liste. Auch der Leipziger Zoo hat sich die Arterhaltung auf die Fahne geschrieben, gibt 165.000 Euro jährlich für Schutzprojekte aus und hat sich mit dem künftigen Deutschen Zentrum für Integrative Biodiversivitätsforschung (iDiv) einen wichtigen Partner an Bord geholt. mehr…
„Wenn jeder hier im Raum begreift, dass Energiesparen nötig ist und beim eigenen Griff zum Lichtschalter beginnt, dann ist es egal, ob es ab heute einen neuen Umweltminister gibt“, machte Schulleiter Thomas Graupner am Dienstag, 22. Mai, im Berufsschulzentrum 7 deutlich, worum es bei der neuen Bildungsinitiative Energie geht. mehr…
Der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Leipziger Stadtrat Reik Hesselbarth hat den Beschlussvorschlag von Kulturbürgermeister Faber zur Umsetzung des Finanzierungsanteils für die Freie Szene scharf kritisiert. Denn statt einen Vorschlag zu machen, wie der Stadtratsbeschluss von 2008 bis 2013 erfüllt werden kann, hat Kulturbürgermeister Michael Faber am 16. Mai eine Verschiebung des Termins vorgeschlagen. mehr…
Eigentlich könnten sich die Freunde des Leutzscher Fußballs gedanklich schon in die Sommerpause verabschieden. BSG Chemie Leipzig und SG Leipzig Leutzsch haben beide die Klasse gehalten. Sportlich betrachtet geht es für beide Teams in den letzten Saisonspielen nur noch um die goldene Ananas. Wäre da nicht das grün-weiße Derby am 9. Juni. Die Chemie-Fans nutzen die Gunst der Stunde für eine klare Ansage. mehr…
Die Frage nach den personellen Konsequenzen in der Affäre um die Herrenlosen Häuser entzweit Leipzigs Parteien. Die linke OBM-Kandidatin Dr. Barbara Höll fordert eine Beurlaubung von Verwaltungsbürgermeister Andreas Müller (SPD). Für Leipzigs FDP ist Oberbürgermeister Burkhard Jung der Verantwortliche, Hölls Forderung nur „eine erste wahltaktische Brücke“. mehr…
Am 27. Mai, um 19 Uhr, lädt der Freundeskreis „Gohliser Schlösschen“ e.V. herzlich zu einer „Pfingstlesung“ in den Festsaal des Hauses ein: „Erleben Sie mit uns die abenteuerlichen Geschicke des Reineke Fuchs, und wie es ihm, mehrfach angeklagt und verurteilt, immer wieder gelingt, mit verblüffender Intelligenz, mit Witz und Verschlagenheit, mit Lug und Trug, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, um schließlich sogar 'Kanzler des Reichs' zu werden.“ mehr…