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Bildungscampus Jahrtausendfeld: Für Amtsleiter Karstens Gerkens eine ideale Ergänzung für den Stadtbereich

Gernot Borriss
Blick übers "Jahrtausendfeld" zur Garage.
Blick übers "Jahrtausendfeld" zur Garage.
Foto: Gernot Borriss
Eine Idee geht um im Leipziger Westen. Die Idee von einem Bildungscampus auf dem Jahrtausendfeld an der Ecke Karl-Heine-Straße/Gießerstraße. Für Leipzigs ersten Stadtentwickler Karsten Gerkens stellt das Projekt „die ideale Ergänzung zur bisherigen Entwicklung in diesem Stadtbereich“ dar.

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Viel ist in den letzten Jahren an der Karl-Heine-Straße an der Grenze zwischen Lindenau und Plagwitz passiert. Der mittlere Abschnitt zwischen Felsenkeller und Karl-Heine-Kanal gilt als eine der angesagtesten Kultur- und Kreativmeilen der Stadt, westlich des Kanals zeugen sanierte und neu entstehende Gewerbeimmobilien von wirtschaftlicher Entwicklung.

Von all dem noch scheinbar unberührt liegt mittendrin das Jahrtausendfeld zwischen Kanal, Karl-Heine-Straße, Gießerstraße und Aurelienstraße. Kurz vor der letzten Jahrtausendwende angelegt, spross dort das Korn für ein Jahrtausendbrot. Ein Theaterprojekt schlug zu dieser Zeit dort sein Zelt auf.

Vor dieser agrarisch-kulturellen Zwischennutzung wurde auf dem Gelände allerlei landwirtschaftliches Gerät produziert. Seit 1863 von der Landmaschinenfabrik Rudolph Sack, dann ab 1948 vom VEB Bodenbearbeitungsgerätewerk. Letzterer produziert am südwestlichen Leipziger Stadtrand als BBG Amazone noch heute.

Blick über das "Jahrtausendfeld - hier zum "Westwerk".
Blick über das "Jahrtausendfeld - hier zum "Westwerk".
Foto: Gernot Borriss

Und auch für die Brache am Kanal gibt es jetzt einen Plan. Der heißt Bildungscampus Jahrtausendfeld und findet im Leipziger Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung ASW engagierte Unterstützer.

„Aus Sicht der Stadterneuerung wäre der Bildungscampus die ideale Ergänzung zur bisherigen Entwicklung in diesem Stadtbereich“, sagt ASW-Chef Karstens Gerkens zur L-IZ. Er könne sich vorstellen, dass durch die unmittelbare Nachbarschaft des Business Innovation Centre BIC, eines Gewerbezentrums sowie des Jugendtechnologiezentrums GaraGe „Anregungen für die inhaltliche Ausrichtung der Schulen entstehen“.

Auch würden Stadtteilakteure wie das Westwerk und das Umfeld der Schaubühne Lindenfels bereits Überlegungen zur niedrigschwelligen beruflichen Bildung hegen, die laut Gerkens auf dem Jahrtausendfeld auch ins Bild passen könnten. Und schließlich befinden sich am anderen Kanalufer mit der Helmholtzschule eine städtische Mittelschule und die Philippus-Kirche. In dem bereits entweihten vormaligen Gotteshaus plant die Diakonie die Einrichtung eines „Behindertenhotels“.

Der Blick übers "Jahrtausendfeld" zum BIC.
Der Blick übers "Jahrtausendfeld" zum BIC.
Foto: Gernot Borriss
So jedenfalls ist es auch der Präsentation zu entnehmen, die Amtsleiter Gerkens auf dem letzten Forum Leipziger Westen verwandte. Auf dieser sind mögliche bauliche Lösungen für den Bildungscampus gleich mit enthalten.

Für Gerkens verbindet sich mit dem Gesamtprojekt jedenfalls „ein Investitionsvolumen, das optimal wirken kann, wenn die Wechselbeziehungen zwischen Schule und Stadtteil genutzt werden“. Hierzu zählt er auch das Thema dezentrale Energieversorgung der künftigen Bildungsgebäude und anliegender Liegenschaften.

Für ein solches Projekt sprechen die Herausforderungen, die Leipzigs Stadtpolitik in dem Gebiet nach dem gültigen Stadtentwicklungskonzept SEKo sieht. Danach besteht im Quartier „hoher öffentlicher Handlungsbedarf“ beim Aufbau eines Bildungsverbundes zur Stärkung des Lern- und Sozialverhaltens von Kindern und Jugendlichen. Von mittlerer Priorität sei laut SEKo zusätzlich der Ausbau und die Qualifizierung des Angebots an Schulen und Kitas.

Durch die starke Einwohnerzunahme in Lindenau, Plagwitz und Schleußig arbeiten die bestehenden Bildungseinrichtungen zunehmend an der Kapazitätsgrenze. Die nun frisch sanierte Erich-Zeigner-Grundschule in Plagwitz und die 172. Grundschule in Lindenau sollen weitere Klassenzüge aufnehmen. Ob das den Bedarf deckt, wird noch zu entscheiden sein.

Für die Stadtverwaltung steht die Notwendigkeit eines neuen Gymnasiums Plagwitz jedoch schon fest. Der zuerst ins Auge gefasste Standort Karl-Heine-Straße 22b wird jedoch nicht weiter verfolgt. Das Gelände der historischen Max-Klinger-Schule, auf dem noch bis Ende 2015 die Erziehungswissenschaftliche Fakultät der Universität Mieter ist, will die Stadt verkaufen.

Näheres dazu, wie ein Bildungscampus Jahrtausendfeld in das städtische Schulnetz integriert wird, ist offiziell aus dem Leipziger Rathaus derzeit nicht zu erfahren. Nähere Informationen zu Fragen der Entwicklung im schulischen Bereich würden „demnächst, also in den nächsten Wochen, im Zusammenhang mit der Vorstellung des Schulentwicklungsplans“ gegeben, teilte dazu das städtische Schuldezernat mit.

www.leipziger-westen.de


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