"Kategorie C" auf Kneipentour: Geplanter Auftritt in Leipzig
Redaktion
22.02.2012
Möglicherweise erlebt die Messestadt am Sonnabend, 25. Februar 2012 ein Rechtsrockkonzert. Die Hooligan-Band "Kategorie C" plant im "Großraum Leipzig" einen Balladenabend. Einladungen zum Auftritt geistern seit wenigen Tagen durch soziale Netzwerke.
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In Leipzig machte die Band aus dem Bremer Raum zuletzt durch ein Verbot von sich reden. Die Stadtverwaltung untersagte einen am 17. Dezember geplanten Auftritt. Begründung: "Aufgrund der Erkenntnisse aus bisherigen Veranstaltungen und Veröffentlichungen muss davon ausgegangen werden, dass die Teilnehmer des geplanten Konzertes gewaltverherrlichendes und strafbares Handeln zeigen werden." Im November hatte bereits die Stadt Bremen einen Auftritt der vier Jungs um Frontmann Hannes Ostendorf verboten.
Die politische Ausrichtung der Band ist umstritten. Zahllose Beobachter ordnen sie der rechten Szene zu. Argumente dafür finden sich viele. „Hoch auf dem gelben Wagen, sitz ich beim Führer vorn, Vorwärts die Oi traben, lustig schmettert das MG“, heißt es in einem Song. Und in einem anderen: „Deutschland dein Trikot / Das ist schwarz und weiß / Doch leider auch die Farbe deiner Spieler / In München, Rom und Bern, da gab’s noch echte Deutsche / solche Jungs und diese Siege hätten wir jetzt gerne wieder!“
Sänger Hannes, Bruder von NPD-Aktivist Henrik Ostendorf, beteiligte sich 1991 an einem Brandanschlag auf eine Bremer Flüchtlingsunterkunft. Lang her, doch noch im Oktober 2006 sang er bei einer Solidaritätskundgebung vor dem Gefängnis Berlin-Tegel für den inhaftierten "Landser"-Sänger Michael Regner. Trotz aller Indizien teilen nicht alle Sicherheitsbehörden diese Einschätzung. In Sachsen wird die Gruppe vom Verfassungsschutz als nicht "rechtsextrem" eingestuft. In Leipziger Amtsstuben ist man offensichtlich anderer Ansicht. Die Band selbst inszeniert sich als gewaltliebende, aber unpolitische Hooligan-Combo.
Wohl um künftigen Verboten zu umgehen, touren die Bremer derzeit unter dem Label "H.E.R.M." durch Deutschlands Kneipen. Der Name setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Vornamen von Ostendorf und Co. zusammen. Statt Rockmusik spielen sie neuerdings besinnliche Klänge. Gewalttätig geht's trotzdem zu. Am Rande einer Veranstaltung einer Delmenhorster Gaststätte verletzten Neonazis bei einer Schlägerei vor der Tür einen 21-jährigen Punker. Wo die Gruppe in Leipzig auftreten möchte, ist bislang nicht bekannt. Wie in der Szene üblich, ist der Abend konspirativ organisiert.
Über die Handynummer eines Leipziger Kontaktmannes sollen die Besucher zum Veranstaltungsort geschleust werden. Der Leipziger Stadtverwaltung sind die Konzertpläne seit gestern bekannt. Ob sie den geplanten Auftritt erneut verbieten wird, ist bisher nicht klar.
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