Neue Rettungsgroßleitstelle im Leipziger Südwesten: Die Planung beginnt
Gernot Borriss
21.02.2012
Feuerwehreinsatz im Leipziger Westen.
Foto: Gernot Borriss
Bis Ende 2014 sollen die neue Integrierte Regionalleitstelle für den Direktionsbezirk Leipzig sowie das Feuerwehrzentrum Südwest der hiesigen Branddirektion fertig sein. Die Leipziger Verwaltungsspitze beauftragte für das Projekt in der Gerhard-Ellrodt-Straße kürzlich die Planungsleistungen. Schon 2010 machte die Stadt hier „dringenden Handlungsbedarf“ aus.
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„Aus dieser gutachterlichen Feststellung resultiert jedoch auch die zwingende Notwendigkeit, die Optimierung der Standortstruktur der Berufsfeuerwehr umgehend zu realisieren“, heißt es in der 2010 vorgenommenen Fortschreibung des städtischen Brandschutzbedarfsplanes. Danach sei beabsichtigt, die neue Gruppenwache Südwest in 2012 in Betrieb zu nehmen.
Nun haben wir 2012. Ende Januar beriet die örtliche Verwaltungsspitze zur Berufsfeuerwache Südwest. Diese wird nun als Teil eines neuen Feuerwehrzentrums an der südlichen Seite der Gerhard-Ellrodt-Straße in Großzschocher entstehen. Für das Gesamtprojekt beauftragten Oberbürgermeister und Bürgermeister die „Entwurfsplanung des ersten Bauabschnitts sowie die konzeptionelle Betrachtung des Gesamtbauvorhabens auf dem circa 48.500 Quadratmeter großen städtischen Grundstück“.
Danach sind die Probeinbetriebnahme und die Fertigstellung des Gesamtprojekts für Mitte 2014 beziehungsweise Ende 2014 „avisiert“, wie die Stadtverwaltung mitteilte. „Diese zeitliche Verzögerung wurde verursacht, da aus Synergieeffekten der Bau der Berufsfeuerwehr-Wache und der Integrierten Regionalleitstelle in einem Bauabschnitt zusammengefasst werden und sich in Bezug auf die IRLS ein zeitintensiver Klärungs- und Abstimmungsbedarf ergeben hat“, erklärte dazu Leipzigs Branddirektor Karl-Heinz Schneider auf L-IZ-Anfrage.
Die neue Rettungsgroßleitstelle soll in der Gerhard-Ellrodt-Straße entstehen.
Foto: Gernot Borriss
Dabei hatte der gemeinsame Landesbeirat für Brandschutz-, Rettungsdienst und Katastrophenschutz beim sächsischen Innenministerium bereits am 16. Dezember 2006 einen einstimmigen Beschluss zur „Leitstellenkonzeption Sachsen“ gefasst, worauf im städtischen Brandschutzbedarfsplan verwiesen wird. Demnach soll es in Sachsen statt vormals 19 nur noch fünf Leitstellen geben. Diese „Großleitstellen“ werden ihren Standort in Zwickau, Chemnitz, Dresden, Hoyerswerda und Leipzig haben. Daneben soll eine Lehrleitstelle an der Landesfeuerwehrschule bestehen.
Nun funkten ja bereits bei der Diskussion um Sachsens aktuelles „Blaulicht“-Gesetz verschiedene Experten und fast alle betroffenen Landkreise ein Notsignal. Im Kampf um die Standorte muss es bei der Umsetzung des „Sächsischen Gesetzes über den Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz (SächsBRKG)“ also zu weiterem Zeitverzug gekommen sein.
Doch nun soll es in Großzschocher bald mit den Bautätigkeiten losgehen. „Der Baustart mit der Erschließung soll im November 2012 erfolgen“, hieß es nach der OB-Dienstberatung. Noch wirkt das Areal sehr naturbelassen.
Realisiert werden soll das Gesamtvorhaben in vier Bauabschnitten. Der Bau der Integrierten Regionalleitstelle, der Berufsfeuerwache Südwest mit sechs Stellplätzen und einem ersten Teil der Fahrzeughalle mit zehn Doppelstellplätzen steht vornan.
Noch wachsen Baum und Strauch am künftigen Standort in der Gerhard-Ellrodt-Straße.
Foto: Gernot Borriss
Anschließend werden in den Bauabschnitten zwei bis vier ein Verwaltungsgebäude und ein Übungshof errichtet sowie eine Mehrzweckfläche, ein Werkstattgebäude und eine Zwei-Feld-Sporthalle gebaut. Die Herrichtung der Freianlagen erfolgt parallel zu den Bauabschnitten.
Die Testphase des neuen Zentrums ist für Mitte 2014 vorgesehen, in Dauerbetrieb soll der Komplex Ende 2014 gehen. „Es besteht dringender Handlungsbedarf“, unterstrich Leipzigs zuständiger Bürgermeister Heiko Rosenthal zum Planungsbeschluss erneut, „denn bereits in der ersten und zweiten Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes sowie in weiteren Analysen wurde darauf hingewiesen, dass der Bereich Südwest mit den bestehenden Wachen der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr nicht in der gesetzlich vorgegebenen Eingreifzeit im vollen Umfang abgedeckt werden kann.“
„Die Integrierte Regionalleitstelle Leipzig IRLS wird künftig die zentrale Stelle für die Notrufannahme 112, die Disponierung der Einsätze, die Alarmierung der Einsatzkräfte der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr (Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz) und die Einsatzkoordination für den gesamten Landesdirektionsbereich Leipzig - Stadt Leipzig, Landkreis Leipzig und Landkreis Nordsachsen - sein“, erläuterte Branddirektor Schneider die Funktionen der künftigen Liegenschaft. Damit ersetzt die neue Großleitstelle im Leipziger Südwesten die bisherigen Zentralen in Delitzsch, Leipzig und Grimma.
Nach Schneiders Angaben wird das künftige „Feuerwehrzentrum Südwest“ das Feuerwehrtechnische und Ausbildungszentrum der Stadt Leipzig und die Integrierte Regionalleitstelle Leipzig umfassen. Zur dort stationierten Feuerwache Südwest der Berufsfeuerwehr werden die Gruppenwache Südwest für den brandschutz- und hilfeleistungstechnischen Grundschutz und die technische Wache für Sonderfahrzeuge und die Wechselladertechnik gehören.
Die jüngste Entwicklung freut die SPD-Stadtratsfraktion. Die Fraktion wollte bereits in 2011 Planungsleistungen von einer Millionen Euro für das Zentrum eingesetzt wissen. Doch dieser Antrag wurde bei den Haushaltsberatungen abgelehnt. „Wenn der Bau wie geplant im November 2012 beginnt und die Fertigstellung Ende 2014 erfolgt, sehen wir keine Gefahr mehr für die fristgemäße Umsetzung des Brandschutzbedarfsplanes bis 2015“, sagt Stadtrat Claus Müller erleichtert.
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