Neuer Versuch, Leipzigs Blindenleitstreifen sichtbar zu machen: Piktogramme für die Grimmaische Straße
Ralf Julke
22.05.2012
Ein Piktogramm wird in der Grimmaischen ins Pflaster gesetzt.
Foto: Ralf Julke
Es passte natürlich. Am einen Ende der Straße erklärte Baubürgermeister Martin zur Nedden den wissbegierigen Journalisten, warum die Stadt jetzt auffällige Piktogramme neben die Blindenleitstreifen in der Grimmaischen Straße malen lässt - und 100 Meter weiter stand ein Blumentransporter drauf und ein DHL-Auto parkte mal kurz. Es geht wohl nicht wirklich um die Leitstreifen im Pflaster. Es geht wohl mehr um die tägliche Gedankenlosigkeit der Eiligen.
Anzeige
Dass die Eiligen es sind, die anderen Hürden und Steine und Autos in den Weg stellen - so deutlich sieht man es selten. Doch der Blinden- und Sehbehinderten-Verband Sachsen e. V. kämpfte - unterstützt von der Leipziger Senioren Union, lange vergeblich, um das Dilemma überhaupt in die Köpfe der Verantwortlichen zu bringen. Man war ja so stolz auf die ins Pflaster eingelassenen Streifen. Und wenn nichts drauf steht, finden sich Sehbehinderte mit diesen Streifen so leicht durch die Leipziger Innenstadt, dass es auch für sie eine Freude ist.
Piktogramm neben dem Blindenleitstreifen in der Grimmaischen Straße.
Foto: Ralf Julke
Doch nicht nur die regelmäßigen Märkte und Feste sorgten dafür, dass die Streifen unter Buden und Aufstellern verschwanden. Wäre es nur das - es wäre regelbar. Das Marktamt müsste nur ordnend eingreifen. Doch die Rücksichtslosigkeit ist eine tägliche. Lieferfahrzeuge werden auf dem Streifen genauso gedankenlos abgestellt wie Fahrräder. Nun sollen Piktogramme auf dem Pflaster die Eiligen stoppen.
Am Montag, 21. Mai, waren die Arbeiter am Werk und haben in der Grimmaischen Straße und Teilen der Petersstraße die ersten Piktogramme ins Pflaster gebracht, die einen Menschen mit langem Blinden-Taststock zeigen, die den Sehenden auf den Blindenleitstreifen hinweisen.
Blindenleitstreifen in der Grimmaischen Straße - mit eiligem Postkurier.
Foto: Ralf Julke
Die speziell für diesen Zweck angefertigten rund 30 mal 30 Zentimeter großen Betonplatten werden in zwei Tranchen geliefert, teilt die Stadtverwaltung mit. In der Grimmaischen Straße werden sie bis zum 25. Mai und in der Petersstraße nach dem Stadtfest bis zum 8. Juni verlegt. Die Kosten betragen rund 14.000 Euro. 14.000 Euro zur Behebung der täglichen menschlichen Rücksichtslosigkeit. Ein stolzer Preis.
Indem der Blindenleitstreifen durch die zusätzliche Markierung mit Piktogrammen für die Sehenden wahrnehmbarer wird, soll verhindert werden, dass er durch parkende Anlieferfahrzeuge, Fahrräder und ähnliche Hindernisse verstellt wird. Leider ist dies immer wieder der Fall, stöhnt es aus dem Baudezernat, obwohl seit dem vergangenen Jahr Schilder in der Grimmaischen Straße und der Petersstraße auf das Blindenleitsystem hinweisen.
Schilder haben nicht geholfen. Helfen da Piktogramme?
Die in heller Farbe gehaltenen Piktogramme kontrastieren deutlich von den schwarzen Betonplatten, auf die sie aufgebracht sind. Diese wiederum heben sich gut vom hellen Granitbelag der Gehbahn ab. Die Platten werden an 14 prominenten Stellen verlegt, die gemeinsam mit der Behindertenbeauftragten der Stadt und dem Blinden- und Sehbehinderten-Verband ausgesucht worden sind.
Die Maßnahme soll die Orientierung und damit die Aufenthaltsqualität für Blinde und Sehbehinderte in der Innenstadt weiter verbessern. Bereits im vergangenen Jahr war das Blindenleitsystem in der Grimmaischen Straße um zusätzliche Aufmerksamkeitsfelder, das heißt Platten mit „Waffelmuster“, ergänzt worden. Damit wurden der Großteil der Straßeneinmündungen und der Haupteingänge zu Einkaufsgelegenheiten sowie der Zugang zur Universität Leipzig „ertastbar“.
Da kann man jetzt mal sehr gespannt sein, ob die wertvollen Piktogramme besser funktionieren als die Schilder, oder ob die Sehenden und Eiligen sich auch dafür wieder als blind erweisen. Dann könnte sich durchaus herausstellen, dass das Nicht-Wahrnehmen kein Problem der Beschilderung ist, sondern das einer Gesellschaft, die vor lauter Eiligkeit das Wesentliche aus den Augen verliert.
Was wusste Sachsens Verfassungsschutz Anfang 2000 wirklich über das Treiben des rechtsextremen Terror-Netzwerks NSU? Die Frage bewegt seit Dienstag die Gemüter. Das SWR-Magazin "Report Mainz" zitierte aus einem Schreiben des Landesamts an den damaligen sächsischen Innenminister Klaus Hardraht (CDU), in dem der Geheimdienst terroristische Anschläge durch die abgetauchten Neonazis befürchtete. L-IZ.de fragte bei dem Dresdner Juristen nach. mehr…
Leipzigs Unweltbürgermeister Heiko Rosenthal riss einen Zaun ein: ganz planmäßig beim ersten symbolischen Baggerbiss am Bürgerbahnhof Plagwitz. Bevor die Arbeiten am ersten Bauabschnitt eines Gleis-Grünzuges auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs richtig beginnen können, muss jedoch die Zauneidechse nebst Nachwuchs weiter gewandert sein. mehr…
Das komplette "Wassertouristische Nutzungskonzept" (WTNK) von 2007 steht zur Disposition. Beschlossen hat es zwar eigentlich niemand, kein demokratisch legitimiertes Gremium hat es als Handlungsgrundlage für das Leipziger Neuseenland abgestimmt. Aber alle jüngeren Aktivitäten der Steuerungsgruppe Leipziger Neuseenland bauen darauf auf. Auch die Vorlage zum Elster-Saale-Kanal, die am 19. Juni im Stadtrat abgestimmt werden soll. mehr…
Am 9. Mai erklärte das Leipziger Umweltdezernat die zeitweise Sperrung des Floßgrabens für Boote. Grund ist der seltene Eisvogel, der in diesem Frühjahr im Floßgraben wieder brütet. Und seither wogt die Diskussion: Ist das zu viel der Einschränkung, zu wenig? Und was bedeutet das eigentlich für das ganze Wassertouristische Nutzungskonzept (WTNK) im Neuseenland? - Der Ökolöwe sieht die Untere Naturschutzbehörde im richtigen Fahrwasser. mehr…
Die Wagner-Festtage in Leipzig neigen sich dem Ende entgegen und erreichen mit einer festlichen Sekt-Matinee und der Aufführung des Stummfilmes Richard Wagner aus dem Jahr 1913 und der Klavierbegleitung durch den Pianisten Olav Kröger am Sonntag, dem 26. Mai um 11:30 Uhr in den Passage Kinos einen weiteren Höhepunkt. mehr…
Aufgrund der sehr hohen Nachfrage bietet die Medienwerkstatt Leipzig einen zusätzlichen Fotolaborkurs für Einsteiger an. Am 30. Mai vermittelt Alina Simmelbauer ab 16:00 Uhr allen Anfängern die Grundlagen in der analogen Schwarz-Weiß-Entwicklung. In vier Stunden Praxis wird die Arbeit im Fotolabor anschaulich erläutert und geübt. mehr…
Die Kindergruppe des Bund für Umwelt und Naturschutz Leipzig erweitert in diesem Jahr ihr Umweltbildungsangebot. Zum ersten Mal bieten die „Leipziger BUNDspechte“ ein naturpädagogisches Sommercamp an. Dieses richtet sich an alle naturbegeisterten Kinder zwischen 8 und 12 Jahren und findet vom 14.07. bis 20.07.2013 statt. mehr…
Die Universität Leipzig erinnert am Donnerstag, 30. Mai, um 11 Uhr mit einer öffentlichen Gedenkveranstaltung an den 45. Jahrestag der Sprengung der Universitätskirche St. Pauli. Auf dem Leibnizforum im Innenhof des neuen Campusareals wird Universitäts-Rektorin Prof. Dr. Beate Schücking die Veranstaltung eröffnen und die Teilnehmer zusammen mit Dr. Ulrich Stötzner vom Paulinerverein e.V. begrüßen. Anschließend spricht der Dekan der Theologischen Fakultät, Prof. Dr. Klaus Fitschen. mehr…
Am Samstag, den 8. Juni wird auf dem Gelände des Stadtteilparks „Wasserschloß“ (Zugang über Georg-Schwarz-Straße Höhe Hausnummer 134) im Leipziger Stadtteil Leutzsch das Musikfestival „Leutzsch rockt!“ zum nunmehr vierten Mal über die Bühne gehen. Der Eintritt ist frei. mehr…
Am Samstag, den 25. Mai, laden der SPD-Ortsverein Südwest, Daniela Kolbe, MdB und Holger Mann, MdL zu einer Radtour durch die SPD-Geschichte ein. Die Fahrradtour startet um 14 Uhr am Gründungsort des ADAV/der SPD n der Dresdner Straße 20 (Die Tour endet ca. 16 Uhr im Erich-Zeigner-Haus in der Zschocherschen Straße 21, wo neben dem 6. Referenten/Zeitzeugen eine Gartengrillparty und eine historische Filmvorführung auf die Radler wartet. mehr…
Laura Schewel von der Universität von Kalifornien in Berkley (USA) ist die Trägerin des “Young Researcher of the Year Award” 2013 des Weltverkehrsforums. Die Preisverleihung erfolgte am Donnerstag, 23. Mai, im Beisein von Verkehrsministern aus aller Welt während des Weltverkehrsforums 2013, dem jährlichen Gipfel der für Verkehr zuständigen Minister aus den 54 Mitgliedsstaaten des International Transport Forum (ITF), das vom 22. bis 24. Mai in Leipzig stattfindet. mehr…
Nach seinem im Herbst 2012 erschienenen ersten Soloalbum „Raum schaffen“ dürfen sich die Fans von Volkan Baydar nun auf sein Konzert am 6. Juni im Werk 2 in Leipzig freuen (Beginn: 21 Uhr). Den Zuschauer in Leipzig erwarten mitreißende soul-pop Klänge sowie auch mal langsam-nachdenkliche Töne. mehr…
Nur wenige haben es. Viele wollen es. Aber nur einige erfüllen seine strengen Auflagen: Das europäische EMAS-Gütesiegel. EMAS steht für das weltweit strengste Umwelt-Zertifikat, das Unternehmen auszeichnet, die besonderen Fokus auf ein ökologisch nachhaltiges Management legen. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) hat dieses Gütesiegel jetzt wieder erhalten. Bereits seit neun Jahren trägt es als eines von wenigen Unternehmen der Region die begehrte Zertifizierung. mehr…
Sie ist die Queen der deutschen Frauenunterhaltungsliteratur. Unvergessen sind "Das Superweib", "Die Zauberfrau" und "Ein Mann für jede Tonart". Und auch ihr neuer Roman "Verwechseljahre" bringt nicht nur Damen jenseits der 50 zum Schmunzeln. Am Dienstag, dem 28. Mai um 20:15 Uhr, ist Hera Lind in der Buchhandlung Lehmanns Media zu Gast und liest aus einer Auswahl ihrer erfolgreichsten Romane. mehr…
Der als Dresdner „Handygate“ bekannt gewordene Datensammel-Skandal im Umfeld der Februardemonstrationen 2011 kommt vor das Bundesverfassungsgericht. Der Dresdner Rechtsanwalt André Schollbach hat im Auftrag der Linke-Landtagsabgeordneten Rico Gebhardt und Falk Neubert Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe eingelegt. mehr…