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Lindenauer Markt: Lückenschluss statt Stattpark

Gernot Borriss
Stattpark am Lindenauer Markt.
Stattpark am Lindenauer Markt.
Foto: Gernot Borriss
Am Lindenauer Markt neigt sich die Zeit der Umbau-Provisorien dem Ende entgegen. Der vor knapp zehn Jahren angelegte Stattpark zwischen Markt und Odermannstraße soll einem Lückenschluss weichen. Hierzu entwickelten Studenten der Leipziger Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur erste Stegreifentwürfe.

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Die Nachbarschaftsschule in der Lindenauer Gemeindeamtsstraße hat einen großen Einzugsbereich. Viele Schüler kommen mit Bus und Bahn zur Schule. Vor allem, seit mit der 74 ein Bus direkt aus dem Leipziger Süden und Südwesten bis zum Lindenauer Markt fährt.

Vom Markt zur Schule gelangen die Nachbarschaftsschüler über einen großzügig gestalteten Durchgang zur Odermannstraße und Gemeindeamtsstraße. Dort machte man weiland die zwangsweise Perforation der Stadt zum Projekt. „Das Projekt, das die Stadt Leipzig 2002 gemeinsam mit dem Verein Leipziger Jahresausstellung e.V. initiiert hatte, zielte auf eine Ausstellungsdauer von sechs Monaten“, erzählt Dr. Gabriele Seelemann von der fagus - FachGesellschaft für Umweltplanung und Stadtentwicklung aus Markkleeberg. „Dass aus einigen der Exponate nun schon fast Dauereinrichtungen geworden sind, war ursprünglich nicht beabsichtigt“, so Seelmann weiter.

Das Gebot der Zeit zu Jahrtausendbeginn hieß "stadthalten“. Mit dem Mut zur liebevoll gestalteten Lücke wollten Stadtentwickler, Initiativen und Architekten Quartiere wie das rund um den Lindenauer Markt attraktiv halten.

Stattpark am Lindenauer Markt.
Stattpark am Lindenauer Markt.
Foto: Gernot Borriss

Heute nun scheint am Lindenauer Markt vor privaten Investitionen längst kein Halten mehr. Auch die Lücke mit dem Stattpark soll perspektivisch geschlossen werden.

„Ziel ist die Bebauung unter Beachtung von ökologischen und ökonomischen Aspekten und sanfter Einbettung der Architektur und der Nutzung in die bestehenden lokal-urbanen Strukturen“, sagt Rainer K. Schmidt. Er ist Geschäftsführer der ortsansässigen ecopark GmbH, die das Lückenstück erwarb.

Schmidt ist vom „perspektivischen Potential“ der Lage überzeugt. Zugleich will er zwischen Bankfiliale und Blumenladen auch „visionäre Kraft zeigen“.

Um diese Vision in erste Bilder zu fassen, nahm Schmidt Kontakt zu Studierenden des Studiengangs Architektur der hiesigen Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur auf. So kam auch Gabriele Seelemann wieder mit ins Boot. „Die Aufgabe der Studenten hatten wir so formuliert, dass die Typik der umgebenden Bebauung zu beachten war, vorhandene ‚Gewohnheitsrechte’ wie der Durchgang vom Markt zur NaSch aufgegriffen werden sollten und ansprechende Nutzungen unterschiedlichster Art architektonisch umzusetzen waren“, erläutert Gabriele Seelemann, die als Lehrbeauftragte für Landschaftsarchitektur an der HTWK tätig ist.

Die Stadtentwickler und "Lückenfüller" im Café Lindex.
Die Stadtentwickler und "Lückenfüller" im Café Lindex.
Foto: Gernot Borriss
Unter fachlicher Begleitung von Professor Werner G. King von der HTWK entwickelten die Architekturstudenten ihre Stegreifentwürfe. King setzte gerade nicht auf eine längerfristig angelegte Seminararbeit, „damit die Studenten auch die Übung haben, innerhalb einer Woche dem Bauherrn einen Vorschlag zu machen“.

Bauherr Schmidt, Professor King und die Lehrbeauftragten sind begeistert von dem, was die Studenten binnen einer Woche zu Papier brachten. So sieht beispielsweise der Sieger-Entwurf von Lisa Victoratos und Axel Heckmeier die Errichtung einer zweiten Ebene über Umspannwerk und Parkplatz vor, um Raum für Pflege- und Serviceeinrichtungen sowie Wohnanlagen zu schaffen, wie die HTWK mitteilt. Zudem sollen nach diesem Entwurf Grünflächen und ein Kinderspielplatz entstehen.

„Ein Entwurf überzeugte mit dem Vorschlag, begleitend zu einer aus der Umgebung abgeleiteten, mehrfach geknickten Wegeverbindung zwischen Lindenauer Markt und Odermannstraße gut proportionierte und nutzbare Gebäude zu errichten“, ergänzt der Leipziger Stadt- und Umweltplaner Karlfried Daab, ebenso Lehrbeauftragter an der HTWK. „Ein anderer Entwurf entwickelte mit einer U-förmigen Bebauung ein Gebäude für altengerechtes Wohnen mit nutzbaren Dachterrassen und grünen Freibereichen“, so Dr. Daab weiter.

„Die Analyse, die Ideen zur Nutzung, die Darstellung“ lobt Bauherr Schmidt an den Entwürfen. Zu sehen sind die Arbeiten gegenwärtig in der Lindenauer Volksbank-Filiale in der Rietschelstraße 2, unmittelbar am Markt.


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