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Sozialistische Grünanlagenkunst: Brunnenanlage vor Ringbebauung nach historischem Vorbild erneuert

Redaktion
Die neu gestaltete Grünanlage an der Ringbebauung.
Die neu gestaltete Grünanlage an der Ringbebauung.
Foto: Ralf Julke
Der Freiraum vor der Ringbebauung am Rossplatz hat seine historische Gestaltung zurück. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung übergab am Donnerstag, 29. November, höchstpersönlich die komplett erneuerte Anlage an die Öffentlichkeit. Die farbigen Brunnenbecken und die bekannten Fontänen verleihen dem Freiraum nun wieder seinen ursprünglichen Charakter von 1969.

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„Mit der erneuerten Freifläche vor der Ringbebauung am Rossplatz ist eines der wenigen in Leipzig noch erhaltenen Zeugnisse für die Baukunst der jungen DDR in den 50er und 60er Jahren nun wieder sichtbar. Die große gestalterische Qualität wird dem hohen Stellenwert der Anlage mehr als gerecht“, sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung.

Mit der Wiederherstellung der denkmalgeschützten Anlage wurde die Sicht auf die Ringbebauung wieder frei und eine großzügige Anlage entsprechend dem ehemals repräsentativen Charakter geschaffen. Kreisförmige Pflanzungen aus ausdauernden Blütenstauden ersetzten die historischen kreisrunden Sommerblumenbeete. Das wird man freilich erst im Frühjahr bewundern können. Am Donnerstag gab's nur Matsch und Regen.

Die neue Brunnenanlage basiert auf den historischen Ausmaßen. Neu hinzu kam auch die Errichtung von Wegen und Sitzgelegenheiten entlang der Staudenrabatte, welche in gekrümmter Form dem Bogen der Ringbebauung als langgestrecktes Band folgt. Durch neue Sitzgelegenheiten in den Nischen der Pflanzfläche wurde die Aufenthaltsqualität erhöht.

Die neu gestaltete Grünanlage an der Ringbebauung.
Die neu gestaltete Grünanlage an der Ringbebauung.
Foto: Ralf Julke

Die Freifläche am Rossplatz entstand im Zusammenhang mit der Ringbebauung in den Jahren 1953/1955. „Ihre Blütezeit erlebte die Anlage mit der Fertigstellung der Brunnen Ende der 60er Jahre“, erläutert Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal. „Mit der Stilllegung der Brunnen im Jahr 2006 verlor der Freiraum am Ringcafé endgültig seine Bedeutung. Diesen Verlust haben wir nun endlich ausgleichen können“.

Die Projektkosten von 750.000 Euro (davon 590.000 Euro Baukosten) der Anlage mit ihrem historischen Erscheinungsbild stammen zu 80 Prozent aus Fördermitteln des Programms „Städtebaulicher Denkmalschutz Leipzig-Innenstadt“. Die restlichen Gelder sind Eigenmittel der Stadt und eine Spende der LWB in Höhe von 11.300 Euro für die Ausstattung.

Im Rahmen der Neuplanung hatte am 7. Februar 2012 eine Bürgerinformation im Ringcafé stattgefunden, bei der das Amt für Stadtgrün und Gewässer gemeinsam mit der beauftragten Landschaftsarchitektin Almuth Krause die Pläne vorstellte. An der Umsetzung waren unter anderem die BAFU Heyne GmbH, die Otto Heil GmbH & Co KG, die Firma Waker, die Wegener GbR, das Ingenieurbüro Ralph Ziehn, die Ingenieurgesellschaft Findeisen und Partner sowie die IBEA GmbH beteiligt.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hatte seit 2010 das öffentliche und bis dahin erfolglose Engagement einer Anwohnerin für die Sanierung der Brunnenanlage am Rossplatz aus den 1960-Jahren aufgenommen und unterstützt.

"Gemeinsam haben wir es geschafft - gemeinsam mit der Anwohnerin und mit unseren unterstützenden Aktionen", sagt dazu Katharina Krefft, Stadträtin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Die Fraktion hatte mit Pressemitteilungen und einer Anfrage erreicht, dass die zur Ringbebauung gehörende öffentliche Grünanlage und der Brunnen nun wiederhergestellt wurden.

"Besonders freue ich mich für die Anwohnerin, die nicht lockergelassen hat und ihr Ziel, eine ansprechende zum Verweilen einladende öffentliche Fläche, mit Beharrlichkeit erreicht hat. Damit hat sie ganz praktisch gezeigt, dass Eigeninitiative und Einsatz für die eigenen Anliegen auch viel mit Verantwortung für unsere Stadt zu tun hat. Schließlich sind gestaltete Flächen nicht nur eine Augenweide, sondern ganz wesentlich für die eigene Entscheidung, zu Fuß oder mit dem Rad zu gehen, sich also umweltfreundlich und gesundheitsfördernd zu bewegen", so Krefft. "Jetzt steht dieser Teil des innerstädtischen Grüngürtels wieder qualitativ und funktional aufgewertet der Allgemeinheit zur Verfügung. Vollständig erfahrbar wird diese Anlage tatsächlich erst im nächsten Frühjahr werden. Aber schon heute wünschen wir: Viel Freude beim Spazieren.“

Und wie man am Datum sieht: Den ursprünglichen Einweihungstermin im Oktober hat man nicht ganz geschafft. Fast wäre man noch im Dezember gelandet. Deswegen gibt es hier auch keine fröhlichen Einweihungsbilder - das Wetter verlockte dazu in keiner Weise.



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