Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche



Gefahrenstelle am Hauptbahnhof: SPD-Fraktion fordert eine Lösung des Problems

Ralf Julke
Gefahrenstelle am Hauptbahnhof.
Gefahrenstelle am Hauptbahnhof.
Foto: Ralf Julke
Es ist eine dauerhafte Gefahrenstelle - der Radweg vor dem Hauptbahnhof Leipzig. Er ist auch ein Beispiel dafür, wie wenig heutige Verkehrsplaner in der Lage sind, nichtmotorisierte Verkehrsarten zu entflechten und Übergänge zu denken. Man redet gern von "Übergangsstellen". Aber wo welche sind, wird's brandgefährlich.


"Der vor dem Hauptbahnhof entlang führende Radweg ist nicht gut sichtbar vom Fußweg abgegrenzt", schreibt die SPD-Fraktion in einem eigenen Haushaltsantrag. "Dadurch wird dieser Radweg von den Menschen, die aus dem Hauptbahnhof kommen und den Willy-Brandt-Platz überqueren wollen, häufig übersehen. Infolge dessen entsteht sowohl für die Radfahrer als auch für die Fußgänger, besonders im Bereich der Fußgängerampeln, eine Gefahrenlage, die jedoch zügig und kostengünstig durch eine farbige Markierung des Radweges gemildert werden kann."

Man fühlt sich ins Jahr 2006 zurückversetzt, als die neue Haltestelle der LVB mit viel Bombast in Betrieb genommen wurde und die ewig nörgligen Journalisten auf all die ungelösten Übergangsprobleme aufmerksam machten. Die Fußgänger wollen ja nicht nur den Willy-Brandt-Platz überqueren. Viele wollen schnellstens zu ihrer Straßenbahn, die seltsamerweise immer genau dann losfährt, wenn der Fußgängerüberweg "Grün" bekommt. Man hat die Bahnen in den motorisierten Verkehrsfluss eingetaktet - die Fußgänger und potentiellen Bahnnutzer waren den Planern wie so oft völlig egal.

Doch wer den Fußgängerfluss an den Übergängen vor dem Hauptbahnhof beobachtet, sieht: Auch der Fußgänger hat es eilig. Wer vom Bahnhof kommt, weiß, das er nur eine Chance hat, wenn er bei "Rot" über den Überweg rennt. Es sei denn, er hat die Ausgeglichenheit eines Buddhas und wegfahrende Straßenbahnen sind ihm schnuppe. Aber auch wer bei "Grün" geht, hat ein Problem: Der Fußgängerstrom trifft fast sofort auf die abfahrende Straßenbahn, oft genug auch noch auf Bahnen aus der Gegenrichtung. Die Probleme auf der Haltestelleninsel sind genauso ungelöst wie die am Fahrbahnrand.

Ganz automatisch stehen Fußgänger am Hauptbahnhof auf dem Radweg.
Ganz automatisch stehen Fußgänger am Hauptbahnhof auf dem Radweg.
Foto: Ralf Julke

Dass der Radweg, der vorm Hauptbahnhof entlang führt, überhaupt nicht hervorgehoben ist, muss das Werk eines Stadtgestalters gewesen sein, der nie zu Fuß geht. Der auch nie eine Straßenbahn erreichen möchte. Eigentlich verläuft der Radweg direkt neben der Fahrbahn. Das ist nur logisch, wenn es keinen Fußgängerüberweg gäbe. Denn auch wenn Passanten, die wissen, dass dort ein Radweg ist und alle paar Sekunden ein eiliger Radfahrer von rechts oder links kommt - brav stehen bleiben an jenem schmalen Streifen im Pflaster, der Fuß- und Radweg teilen soll - die Eiligen stellen sich doch wieder an den Bordstein. Und Eilige gibt es auf Bahnhöfen und an Haltestellen immer.

Oder noch deutlicher: Sie sind die Hauptnutzer von Übergangsstellen.

Weswegen ja die gut bezahlten Verkehrsexperten der Stadt und ihres Logistikdienstleisters alle Nase lang von diesen Übergangsstellen reden und dass diese ausgebaut und barrierefrei werden müssten und dass man dazu eine ganze Menge Geld brauche.

Stimmt natürlich nicht.

Man braucht zuallererst ein bisschen Menschenverstand. Menschen sind keine Maschinen und keine Kunstprodukte. Jeder Landschaftsgärtner weiß das. Wenn er die Wege, die seinen schön geplanten Park mit Wiese queren, nicht so legt, dass Fußgänger auf schnellste Weise von einem Knotenpunkt zum nächsten kommen, dann entsteht binnen kürzester Zeit ein Trampelpfad. Mitten über die Wiese.

Vorm Hauptbahnhof entstehen aus gleichem Grund immer wieder Karambolagen und Schrecksekunden. Ob eine Markierung des Radweges genügt, dürfte zumindest fraglich sein. Die SPD erwägt ihn nur als Möglichkeit einer schnellen Lösung. Damit schließt man nicht aus, dass er dennoch von eiligen Reisenden verstellt ist, die auch nicht unbedingt damit rechnen können, dass Radfahrer hier auch von rechts kommen können.

Im Grunde muss das ganze Wege-System vorm Hauptbahnhof noch einmal kritisch unter die Lupe genommen werden. So, wie es jetzt ist, ist es nur ein Hasardspiel auf Zeit. Und irgendwo auch der Schönheitswahn eines Gestalters, der in einem seltsamen Seminar gelernt hat, dass man Verkehrstrassen verstecken muss, damit sie nicht so stören. Doch das wird in einem Verkehrsknoten mit unterschiedlichsten Geschwindigkeiten und unterschiedlichsten Lauflinien zum Problem. Ein nun schon recht bejahrtes Problem, das sich freilich verschärft, je mehr Leipziger mit Rad unterwegs sind.



Funktionen

del.icio.us Mister Wong Technorati Blogmarks Yahoo! My Web Google Bookmarks



Weitere aktuelle Nachrichten der L-IZ.

HC Leipzig: Das Wolgograd-Desaster aus den Köpfen verbannen

Helena Hertlein (HC Leipzig).
Wenn die Handballerinnen des HC Leipzig am heutigen Mittwochabend (Anwurf 19:30 Uhr) im Bundesliga-Match beim SVG Celle ran müssen, sollte die Champions-League-Pleite von Wolgograd aus den Köpfen verschwunden sein. Zum Auftakt der Königsklasse hatten die Messestädter im fernen Russland eine klare 19:27-Pleite hinnehmen müssen. Zwischenzeitlich hatte das Team von Norman Rentsch sogar bereits 13 Tore im Rückstand gelegen (13:26). mehr…

Antifa oder Linksextreme? AfD-Abgeordneter startet mit abgekupferter Landtagsanfrage ins Nirgendwo

Neu im Sächsischen Landtag: Die AfD startet mit 14 Abgeordneten im Freistaat und kümmert sich um die ersten Themen
Die "Alternative für Deutschland" hat in Sachsen ihre ersten parlamentarischen Drucksachen im Landtag produziert. Was nach den Leipziger Äußerungen zur Moschee erneut auffällt –die zwei kleinen Anfragen des Abgeordneten Carsten Hütter kreisen nicht etwa um die Euro-Krise, Volksentscheide oder die Polizei-Reform. Der Autohändler aus Marienberg (Erzgebirgskreis) fragt erstmal nach linksextremen Aktivitäten. Die Blaupause für die Anfrage stammt dabei von der Linkspartei. mehr…

Homophobe Fangesänge: RB-Fans fallen bei Oberliga-Derby unangenehm auf

Der Gästeblock am Sonntag in Probstheida
Hat RB Leipzig ein Problem mit homophoben Fans? Während des Oberliga-Spiels der U23 am Sonntag, 19. Oktober, bei Lok Leipzig skandierten Anhänger im Gästeblock einen diskriminierenden Fangesang. Kein Einzelfall, welcher sich da im Bruno-Plache-Stadion ereignete. mehr…

Polizeibericht: Skeptischer Käufer, Zahlreiche Einbrüche und Pkw-Diebstähle

Ein 54-Jähriger wurde beim Kauf eines Musikinstrumentes stutzig +++ In der Inselstraße wurde ein Ladendetektiv von einem aufgebrachten Dieb angegriffen +++ Zu mehreren Einbrüchen und Pkw-Diebstählen kam es im Stadtgebiet +++ Zu einem Unfall sucht die Polizei Zeugen. mehr…

Tanners Interview mit Francesca Ollietti von ChibiWonderland: "Die lassen sich gerne von meiner Euphorie anstecken"

Bildermacherin Francesca Ollietti von ChibiWonderland.
Hin und wieder belauscht der Tanner in der Leipziger Straßenbahn Menschen beim Vorurteile tauschen. Das ist erheiternd. Und wenn´s zu schlimm wird steigt er einfach aus und geht ein Bierchen trinken. Letztens ging es hinter ihm heiß her. Das Thema war die heutige Jugend und der Genauwisser-Tausch gipfelte in: „Die nehm doch alle nur Droschn un machen den jansen Dach nüscht.“ mehr…

Öffentlichkeitsfahnung der Polizei: 38-jähriger Leipziger vermisst

Der gesuchte 38-Jährige aus Holzhausen.
Die Leipziger Polizei bittet um Mithilfe bei der Suche nach Heiko K., der am vergangenen Freitag gegen Mittag seine Wohnung in Holzhausen verließ. Seit einem kurzen Besuch einer Apotheke in der Holzhäuser Straße in Leipzig gegen 16 Uhr wurde er nicht mehr gesehen. Da er Medikamente benötigt, die er jedoch nicht mit sich führt, bittet die Polizei um Hinweise zum Aufenthaltsort des Gesuchten. mehr…

Kieselalgen haben einen molekularen Lichtschalter: Leipziger Forscher suchen jetzt nach einer Nutzbarmachung

Lichtmikroskopische Aufnahme der Kieselalge.
Kieselalgen spielen für die Wasserqualität und für das Weltklima eine wichtige Rolle. Sie erzeugen einen großen Teil des Sauerstoffs in der Erdatmosphäre und bewerkstelligen etwa ein Viertel der globalen CO2-Assimilation, wandeln also Kohlenstoffdioxid in organische Stoffe um. Ein entscheidender Faktor dabei sind ihre Lichtrezeptoren. Forscher der Universität Leipzig und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung haben nun herausgefunden, dass die Art des Lichts den Kohlenstofffluss in den Algen steuert. mehr…

Kulkwitzer See: Können Hangrutschungen hier gefährlich werden?

Das Markranstädter Ufer des Kulkwitzer Sees.
Mitte September - um den 16. herum - sorgte eine kleine Hangrutschung für Aufsehen am Kulkwitzer See. Auf Markranstädter Seite war ein fünf mal drei Meter großes Stück vom Steilufer abgebrochen. Für manchen Liebhaber des Sees ein kleines Warnzeichen: Sind die Ufer des Sees tatsächlich sicher? - Die Frage war nur: Wer könnte es wissen? Die L-IZ hat lieber mal gleich drei Instanzen gefragt. mehr…

Landkreis Leipzig setzt das Thema Demografie auf die Tagesordnung: Wie sichert man Mobilität und Infrastrukturen?

Ohne gute Infrastruktur funktionieren ländliche Räume nicht.
"Wir werden weniger, wir werden älter - das wird unter dem Begriff demografischer Wandel schon seit längerem diskutiert. Die zentrale Frage lautet: Wie kann es gelingen, unter diesen Bedingungen auch langfristig den Zugang zu Einrichtungen und Angeboten der Daseinsvorsorge - also z. B. Schulen, Ärzten und Einkaufsgelegenheiten - zu sichern?", fragt sich jetzt auch mal ganz öffentlich der Landkreis Leipzig. Ein Forschungsprojekt soll ein paar Antworten finden. mehr…

Audio - Stadtrat 15.10.2014: Finanzbürgermeister Bonew stellt Leipziger Doppelhaushalt 2015/2016 vor

Aus dem Leipziger Stadtrat.
Zum ersten Mal in der Geschichte Leipzigs soll ein Haushalt für die zwei Jahre 2015/2016 aufgestellt werden. Finanzbürgermeister Torsten Bonew spricht die einleitenden Worte und stellt den alten und neu gewählten Stadträten anschließend den Entwurf für den Doppelhaushalt vor. mehr…

Leuchtende Städte: Künstliches Licht lässt Leipziger Amseln länger nach Nahrung suchen

Leipziger Amsel beim abendlichen Konzert.
Künstliches Licht verlängert die Nahrungsaufnahme bei Amseln. Vögel im Stadtzentrum sind deshalb nicht nur wesentlich früher, sondern auch länger aktiv als ihre Verwandten in dunkleren Stadtvierteln. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung an rund 200 Amseln in Leipzig, die im Rahmen des Forschungsverbundes „Verlust der Nacht" durchgeführt wurde. mehr…

MDR-Werbetochter interessiert sich auf einmal für Online-Werbung: Laut Markenstudie finden 69 Prozent der Deutschen Internet-Werbung schlecht

Demnächst mit Werbung? - Website des MDR.
Die offizielle Pressekonferenz zur "West-Ost-Markenstudie 2014" will die MDR-Werbung GmbH (MDRW) zwar erst am 23. Oktober abhalten. Aber am Montag, 20. Oktober, ließ das Unternehmen, eine 100-prozentige Tochter des Dreiländersenders MDR, schon mal ein Ergebnis gucken, das eigentlich nicht überrascht: 69 Prozent der Deutschen finden Werbung im Internet schlecht. Ist sie ja auch. mehr…

Am 21. Oktober: Oskar-Halecki-Jahresvorlesung des Geisteswissenschaftlichen Zentrums Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas mit Karol Modzelewski

Gesellschaftspsychologie einer Revolution. Die „Solidarnosc“ als Massenbewegung, ihre Niederlage während des Kriegsrechts, und wie ihr Mythos als Deckmantel für die Transformationsprozesse in Polen genutzt wurde. Darum geht es in der Oskar-Halecki-Jahresvorlesung des GWZO am Dienstag, 21. Oktober, mit Karol-Modzelewski. mehr…

Mehrgenerationenhaus in Möckern: Brockdorff-Palais barrierefrei kernsaniert

Das sanierte Brockdorff-Palais.
Der Berliner Projektentwickler- und Immobilienvertriebsunternehmer Andreas Schrobback hat mit seiner Unternehmensgruppe am 17. Oktober nach nur zehn Monaten Bauzeit das sanierte und barrierefreie Brockdorff-Palais im Leipziger Stadtteil Möckern feierlich an seine Eigentümer übergeben. Diese konnten bei der offiziellen Bauübergabe das fertig sanierte Wohnhaus aus dem 19. Jahrhundert bereits besichtigen. mehr…

Am 24. Oktober: NU:N mit "Estampie" in der NaTo

Ensemble NU:N.
Am Freitag, 24. Oktober, spielen um 20 Uhr Nora Thiela, Falk Zenker und Gert Anklam (Ensemble NU:N) in der NaTo. Ihr Programm heißt "Estampie" und schlägt einen Bogen zwischen Alter Musik und Weltmusik/Jazz. Die acht höfischen Tänze Estampies Royales aus dem französischen „Manuscrit du Roi“ um 1300 gelten heute als die älteste überlieferte Instrumentalmusik des Abendlandes. mehr…

Springen Sie direkt: Zum Textanfang (Navigation überspringen) Zur Hauptnavigation Zur Suche


Die L-IZ-Suche.
Tagesansicht: heute | gestern | vorgestern
Tagesansicht: heute | gestern | vorgestern
Anzeigen.
Veranstaltungshinweise der IHK Leipzig

Veranstaltungshinweise:

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de
Zur Website der IHK Leipzig
Zur Website der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) GmbH

VERKEHRSMELDUNGEN:

NACHRICHTEN:

SCHNELLER SERVICE:

Weltnest
Tüpfelhausen
Hafenbar
Zuletzt auf L-IZ.de veröffentlicht.
Alle Artikel von heute in der Tagesansicht.
Anzeigen.
Gewinnspiele & Aktionen.
Bücher:
Leipziger Leselust ... seit 2004 bespricht die L-IZ regelmäßig die neuesten Bücher aus Leipzig.
Unser Senf
Anzeigen.
Größter Indoor-Spielplatz in Mitteldeutschland
Link-Tipps.
Forum Café LE
Bildblog