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Nach großem Tamtam der Karli-Kneipiers: Stadt und LVB weisen auf Existenz des Interessenbeirats hin

Ralf Julke
Kneipenstück auf der Karl-Liebknecht-Straße.
Kneipenstück auf der Karl-Liebknecht-Straße.
Foto: Ralf Julke
Vox populi, vox? - Das stimmt nicht immer. Auch wenn sich ein paar Bürger immer wieder gern zum Sprecher aller aufschwingen oder die öffentlichen Diskussionsgremien einfach ignorieren, um dann via Zeitung mal wieder in Eigeninteresse Lärm um Nichts zu veranstalten. Wie aktuell ein paar Kneipenwirte aus der Karl-Liebknecht-Straße.


Ganze Seiten wurden ihrem Bangen gewidmet, das Umbaugeschehen um die „Karli“ würde auf ihre Interessen keine Rücksicht nehmen. Mehrere Lokalpolitiker warfen gleich ihre Statements in die Runde, man verstünde die Bauchschmerzen der Gastronomen.

Das Geschrei wurde so laut, dass sich am Freitag, 2. November, sogar Stadt und LVB genötigt sahen, darauf hinzuweisen, dass die Geschäftsleute und Gastronomen beim Bauprojekt „Karli“ so dicht über eigene Workshops eingebunden sind, wie das noch bei keinem Bauprojekt in Leipzig der Fall war.

An den Workshops rund um das Projekt „Karli“ waren die Kneipiers alle beteiligt – auch wenn nur die wenigsten wirklich hingingen und andere sogar erbost aus den Bürgerversammlungen stürzten, weil ihnen noch niemand sagen konnte, wann nun gerade vor ihrer Raucherlounge gebaut wird.

Und weil man nicht gerne mitmacht, wenn alle sich den Kopf zerbrechen, gingen die Gastronomen aus dem künftigen Baufeld schon am 24. Oktober an die Öffentlichkeit und posaunten ihre Angst vor zwei Jahren Dauersperrung in die Welt. So laut, dass LVB und Stadt sich bereit erklärten, ihnen bei einem Dehoga-Stammtisch am Montag, 29. Oktober, noch einmal alles genau zu erklären, Auskunft über den Stand der Planungen zu geben.

Kneipenstück auf der Karl-Liebknecht-Straße.
Kneipenstück auf der Karl-Liebknecht-Straße.
Foto: Ralf Julke

Aber was dann am Freitag, 2. November, in der LVZ zu lesen war, hatte damit nichts mehr zu tun. Mit selbst gemalten Schildern protestierten 30 Wirte in die Kamera, als hätte man am Montag über gar nichts geredet und der Straßenumbau würde auf sie keinerlei Rücksicht nehmen.

Stadt und LVB verweisen nun eindringlich darauf, dass dem Interessenbeirat für das Bauvorhaben Karl-Liebknecht-Straße bereits im September ein erster Diskussionsentwurf zum Bauablauf vorgelegt wurde. Dabei wurde deutlich gemacht, dass der Planungsprozess noch im Gange ist. Derzeit loten die Planer alle umsetzbaren und wirtschaftlich tragbaren Möglichkeiten aus, den Bauablauf so zu organisieren, dass er möglichst geringe Einschränkungen für die betroffenen Anlieger, Gewerbetreibenden und Gastronomen der Karl-Liebknecht-Straße mit sich bringt.

Noch ist nichts endgültig entschieden, betonen sie. Im nächsten Schritt wollen Stadt und LVB zur nächsten Sitzung des Interessenbeirates am 28. November Varianten vorlegen.

Der von Stadt und LVB initiierte Interessenbeirat hat seit November 2011 tatkräftig das Interessenforum zum Bauvorhaben Karl-Liebknecht-Straße unterstützt und hat bis März dieses Jahres die Planung zum Bauvorhaben aktiv mitgestaltet. Seit Mitte 2012 sind die Mitglieder auch in den Planungsprozess für die Baudurchführung einbezogen. Ziel dieses Prozesses ist, im frühzeitigen Austausch mit allen Beteiligten, Anregungen aufzugreifen und gemeinsame Lösungen zu finden.

Im Peterssteinweg und in der Karl-Liebknecht-Straße sind ab 2014 umfassende Baumaßnahmen geplant. 2013 sollen bauvorbereitende Maßnahmen anlaufen. Die Baumaßnahmen erstrecken sich vom Wilhelm-Leuschner-Platz bis zur Körnerstraße. Der Verkehrsraum für Fußgänger, Radfahrer und Kraftfahrzeuge und die Gleisanlagen der Stadtbahnlinie 11 werden modernisiert und neu gestaltet. Das Bauvorhaben „Karli“ wird gemeinsam von der Stadt Leipzig, den Leipziger Verkehrsbetrieben und der Kommunale Wasserwerke Leipzig GmbH realisiert.

Informationen zum Bauvorhaben sind auf der Internetseite der Stadt Leipzig zu finden unter:
www.leipzig.de/karli



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