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Lützner Straße wieder frei: Nächste Bauphase beginnt Mitte 2013

Gernot Borriss
Freigabe der Lützner mit Ronald Juhrs (LVB), Edeltraut Höfer (Stadt) und Dr. Ulrich Meyer (KWL).
Freigabe der Lützner mit Ronald Juhrs (LVB), Edeltraut Höfer (Stadt) und Dr. Ulrich Meyer (KWL).
Foto: Gernot Borriss
Seit Freitagmittag ist die Lützner Straße in Lindenau wieder für den Individualverkehr befahrbar: Für Fahrräder und Autos gibt es nun separate Fahrspuren. Anderthalb Jahre dauerten die Bauarbeiten. Ein Gemeinschaftswerk von Stadtverwaltung, Verkehrsbetrieben und Wasserwerken. Fortsetzung folgt ab Mitte 2013 zwischen Plautstraße und Henriettenstraße.


Am Ende war es dann drei Tage vor dem geplanten Termin. Freitag Mittag gegen halb eins fielen in der Lützner Straße und in der benachbarten Merseburger Straße die Schranken. Die erste Etappe des Ausbaus der Lützner Straße in Lindenau ist damit beendet.

Der Dank der Bauherren ging zuerst an die „Anwohner, die anderthalb Jahre unter der Baustelle gelitten haben“, wie es Ronald Juhrs, Geschäftsführer Technik und Betrieb der Leipziger Verkehrsbetriebe LVB, ausdrückte.

In der Tat ging in der nicht sehr breiten Hauptverkehrsstraße mit einer hohen Blockrandbebauung bis auf ein bisschen Anliegerverkehr so gut wie nichts. Stattdessen gab es Baugruben, Staub und Lärm – in Spitzenzeiten sogar dreischichtig an sieben Tagen in der Woche. „Elementar wichtig“ für das Baugeschehen, wie für das rollende Kerngeschäft der LVB war, dass die Straßenbahn fast während der gesamten Bauzeit auf einem Interimsgleis durch die Baustelle fahren konnte, so der LVB-Technikchef weiter. Die sechswöchige Unterbrechung des Straßenbahnverkehrs in den diesjährigen Sommerferien nannte Juhrs mit Blick auf Busverkehr zwischen Angerbrücke und Grünau sowie die Dauerstaus auf den Umleitungsstrecken „grenzwertig“.

Die neue Haltestelle in Höhe der Merseburger Straße.
Die neue Haltestelle in Höhe der Merseburger Straße.
Foto: Gernot Borriss

Doch damit ist nun Schluss. Nun sei die Lützner Straße eine „ordentliche Straße“, befand Edeltraut Höfer, Leiterin des städtischen Verkehrs- und Tiefbauamtes, vorher war sei sie doch „sehr dürftig“ gewesen. So dürftig und verschlissen, dass sie in dem nun erneuerten Bereich zuletzt für den Schwerlastverkehr gesperrt werden und der Straßenbahnverkehr faktisch auf Schritttempo heruntergedimmt werden musste.

Die nun „wunderschöne Straße“ lobte auch Dr. Ulrich Meyer, Technischer Geschäftsführer der Kommunalen Wasserwerke Leipzig KWL. Zeigen kann der die Bauleistungen seiner Mannen nun nicht mehr. „Wir liegen nun unter der Erde, und das ist auch gut so“, wies er auf das komplett erneuerte Leitungssystem in dem Bereich hin.

Auch an die Fahrradfahrer hat man beim Straßenumbau gedacht.
Auch an die Fahrradfahrer hat man beim Straßenumbau gedacht.
Foto: Gernot Borriss
Doch was macht die umgestaltete Lützner Straße nun so „wunderschön“? Dabei geht es um mehr als die Ästhetik eines schwarzen, schadfreien Asphaltbandes. Zum einen gilt der Streckenabschnitt zwischen Odermann- und Henriettenstraße aus Straßenbahnsicht nun als Stadtbahntrasse. Auch wenn Straßenbahn- und Autoverkehr aus Platzgründen größtenteils gemeinsam geführt werden müssen. Hinzu kommen mit den Haltestellen „Henriettenstraße“ und „Lützner/Merseburger Straße“ zwei modernisierte und barrierefreie Haltepunkte. Sie bringen Komfort und erhöhen die Verkehrssicherheit für aussteigende und einsteigende Bahnfahrer.

Zudem wurden beidseitig Radfahrstreifen angelegt. Ergänzt wird der erneuerte Stadtraum durch Parkplätze, Baumpflanzungen und sanierte Gehwege. Fußgänger können nun auch an der Kreuzung Lützner Straße/ Odermannstraße mit Hilfe einer Lichtsignalanlage die Fahrbahn überqueren.

Teil der 40 Millionen Euro schweren Gesamtbaumaßnahme ist der Neubau der Luisenbrücke, der Anfang Oktober 2012 freigegeben wurde. Hierbei führte der zwischenzeitlich begonnene Durchstich des Karl-Heine-Kanals schon den Zeichenstift der Brückenplaner.

Nun fehlt zum krönenden Abschluss des Gesamtbauwerks noch der Abschnitt zwischen Henriettenstraße und Plautstraße. Hier sollen die Arbeiten zur Jahresmitte 2013 starten und bis zum Jahresende 2014 beendet sein.

Am Schluss noch etwas für Nachtschwärmer: Am Wochenende bedienen die Nachtbusse N2 und N3 noch die vertrauten Umleitungsstrecken. „In der Nacht vom 19. zum 20. November werden die Nachtbusse erstmals wieder in ihrer normalen Linienführung fahren“, teilen die LVB dazu mit.



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