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Bebauungspläne für den Wilhelm-Leuschner-Platz: Stadtforum erklärt Baubürgermeister noch einmal seine Positionen

Ralf Julke
Der ungestaltete Wilhelm-Leuschner-Platz.
Der ungestaltete Wilhelm-Leuschner-Platz.
Foto: Ralf Julke
Noch gibt es ihn - den Wilhelm-Leuschner-Platz. Auch wenn er künftig mal Platz der Friedlichen Revolution heißen soll, ein Denkmal beherbergend, an dem sich die Geister scheiden werden. Aber das ist keine Ausrede, dem Platz nicht wieder seine historischen Konturen zu geben und das Areal stadtverträglich zu gestalten. Findet das Stadtforum. Am 3. Dezember hatte es Gesprächstermin mit Planungsbürgermeister Martin zur Nedden. Da hat man Positionen und Ansichten ausgetauscht.

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Aber am für das Stadtform wichtigen Punkt ist man nicht wirklich weiter gekommen. Der Dissens steckt eigentlich in einer Position, die die Stadtverwaltung im September noch einmal betonte: "Als Ergebnis der anschließend durchgeführten Städtebauwerkstatt (März 2010) und des Bürgerforums (Dezember 2010) ergaben sich grundlegende Änderungen des städtebaulichen Leitbildes, das nun im Wesentlichen einen nach Osten vergrößerten Wilhelm-Leuschner-Platz und drei durch Straßen unterteilte Baublöcke an der Grünewaldstraße vorsieht."

Dabei wird dann gern so getan, als sei das eine öffentliche Entscheidungsfindung gewesen. Doch im "Amtsblatt" vom 11. Dezember 2010 war dazu zu lesen: "Im Rahmen einer Städtebauwerkstatt waren im März 2010 sechs Architektenteams beauftragt worden, eine Grundidee für diesen Platz zu entwickeln und Optionen für die künftige Nutzung zu untersuchen. Fachlich begleitet wurden sie dabei von Stadtplanern und Anrainern. Die Ergebnisse dieser Werkstatt sind jetzt in einem Report zusammengefasst."

Der ungestaltete Wilhelm-Leuschner-Platz.
Der ungestaltete Wilhelm-Leuschner-Platz.
Foto: Ralf Julke

Die Architektenteams, die man damals eingeladen hatte, waren die Bürogemeinschaft Hinrichsenstraße 3 (Leipzig), das studio uc . klaus overmeyer (Berlin) und DeZwarteHond (Rotterdam), Pesch und Partner( Stuttgart), Prof. Andreas Wolf (Leipzig) und Prof. Petr Pelcák (Brno), bernd kniess architekten stadtplaner (Hamburg) mit bueroschneidermeyer und eine Studentengruppe der BTU Cottbus, Lehrstuhl Städtebau und Entwerfen.

Die Stadtverwaltung wählte dann den Entwurf von Prof. Wolf und Prof. Pelcak aus und machte ihn zur Grundlage eines neuen Bebauungsplan-Entwurfs für das komplette Areal, das nicht nur den ursprünglichen Wilhelm-Leuschner-Platz (ehemals Königsplatz) umfasst, sondern auch Teile des Rossplatzes und des ursprünglichen Stadtquartiers um die Markthalle. Den Vorentwurf zum neuen B-Plan stellte das Planungsdezernat im September in der Dienstberatung vor. Schon im Mai hatte die Linksfraktion eine Bürgerbeteiligung am Planverfahren gefordert.

Aber der Entwurf von Wolf und Pelczak löst die alten Platzstrukturen auf, verstärkt sogar noch die dissonante Wirkung des südlichen Tunnelausgangs. Einige der Entwürfe zum Einheits- und Freiheitsdenkmal versuchten das durch große Grünflächenplanungen zu überspielen. Aber fast alle hatten am Ende keine gültige Lösung für die so künstlich herbeigeführte Unstrukturiertheit des öffentlichen Raumes, die bis heute niemand wirklich begründen kann - außer mit den statischen Schwierigkeiten im Bereich der Tunnelstation vielleicht.

Und so bleibt das Stadtforum auch weiter bei seiner Forderung, die historischen Stadtkanten wieder herzustellen. Man ist dort auch keineswegs überzeugt davon, dass dieser völlig überdimensionierte Platz in irgendeiner Weise positiv für die Wirkung des Quartiers ist oder gar Handel und Wandel an dieser Stelle ermöglicht, gar Chancen für kleinteilige Nutzungen eröffnet. Denn Sinn macht ein so zentraler Stadtplatz nur, wenn er Aufenthaltsqualitäten bietet und nicht einfach nur ein windiger Ort ist, an dem einmal im Jahr das Einheits- und Freiheitsfest gefeiert wird.

Deswegen hat das Stadtforum nun per 19. Dezember noch einmal einen Brief an Planungsbürgermeister Martin zur Nedden geschrieben, in dem es seine Positionen noch einmal deutlich artikuliert.




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