Nutzungsarten Stadtzentrum: Bekommt das Steigenberger Hotel nun doch noch seine Stellplätze?
Ralf Julke
07.01.2013
Steigenberger Hotel im Salzgässchen.
Foto: Ralf Julke
Der von der Stadtverwaltung im Herbst wiederholt vorgelegte Beschlussantrag, dem 2011 am Salzgässchen eröffneten Hotel Steigenberger nachträglich zwei Stellplätze im als Fußgängerzone ausgewiesenen Salzgässchen zur Verfügung zu stellen, kam ja bekanntlich nicht gut an. Aber was ist, wenn ein Bebauungsplan jedem Gebäude in der Innenstadt nun grundsätzlich Stellplätze zuweist?
Anzeige
Zumindest klang das an, als die Stadtverwaltung im Dezember die Meldung zu einem neuen Vorhaben formulierte: "Die Planungsziele des in Aufstellung befindlichen Bebauungsplans 'Nutzungsarten im Stadtzentrum' sollen um eine Festsetzung zur Anzahl der zulässigen Stellplätze pro Baugrundstück erweitert werden. Hierdurch soll sichergestellt werden, dass notwendige Stellplätze auch zukünftig errichtet werden können, gleichzeitig aber im Sinne der Zielsetzung der autoarmen Innenstadt eine Begrenzung erfolgt."
Es klingt nach zwei Fliegen mit einer Klappe. Man schafft erst einmal das Grundrecht, dass allen Baugrundstücken nach ihrer Nutzung Stellplätze zugeordnet sind - senkt dafür das bislang geltende Maß der möglichen Stellplätze aber ab. Was insofern ein Leichtes ist, da das bisherige Maß in der Regel nicht ausgeschöpft wurde. Und da, wo es heftig überschritten wurde - wie in den "Höfen am Brühl" - gilt die Satzung nicht. Das Teilstück ist aus dem Geltungsbereich der Satzung ausgeklammert. Hier gilt der Bebauungsplan 45.5. Während die "Nutzungsarten im Stadtzentrum" im Bebauungsplan 45.6 zusammengefasst sind.
Steigenberger Hotel im Salzgässchen.
Foto: Ralf Julke
"Aufgrund aktueller Anfragen ergibt sich zur Absicherung der Umsetzung der 'Konzeption autoarme Innenstadt' die Notwendigkeit, diese Planungsziele dergestalt zu erweitern, dass in den Kerngebieten die Anzahl der je Baugrundstück höchstens zulässigen Stellplätze für Kraftfahrzeuge auf das bauordnungsrechtlich notwendige Mindestmaß beschränkt wird." Man richte sich dabei an der Verwaltungsvorschrift zur Sächsischen Bauordnung aus, heißt es in der Vorlage. Es wird auch direkt auf den dortigen Paragraphen verwiesen, der jetzt Gültigkeit erlangen soll: "In den Kerngebieten wird die Anzahl der je Baugrundstück höchstens zulässigen Stellplätze für Kraftfahrzeuge auf die nach der Richtzahlentabelle zu Nummer 49.1.2 der Verwaltungsvorschrift zur Sächsischen Bauordnung vom 18. März 2005 auf die als Mindestzahl angegebenen Richtzahlen beschränkt, um 30 % verringert und auf ganze Zahlen aufgerundet.“
In Paragraph 49, Nr. 1.1. der Verwaltungsvorschrift heißt es übrigens: „Die Richtzahlen der nachfolgenden Tabelle entsprechen dem durchschnittlichen Bedarf und dienen lediglich als Anhalt, um die Zahl der herzustellenden Stellplätze und Garagen sowie Abstellplätze für Fahrräder unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse und des Bestandsschutzes bei bestehenden baulichen Anlagen im Einzelfall festzulegen. Besteht eine Satzung nach §49 Abs. 5, so ist diese Prüfung zugrunde zu legen."
Das klingt dann eher danach, dass Stellplätze künftig in der Innenstadt leichter beantragbar sind, wenn sie den gesetzten Grenzwerten entsprechen.
Kann man ja gespannt sein, was der Stadtbezirksbeirat Leipzig-Mitte, der sich am 17. Januar mit der Vorlage beschäftigt, dazu sagen wird. In der Ratsversammlung selbst soll die Vorlage am 20. Februar auftauchen.
Auf die bereits bestehenden Stellplätze habe das Planungsziel keine Auswirkung, betont die Verwaltung zur Beruhigung all derer, die schon ihre Stellplätze in der Innenstadt haben. Am Bestand ändere sich nichts.
Weitere Maßnahmen zur Umsetzung der Konzeption „autoarme Innenstadt“ seien die Förderung von Fuß- und Radverkehr sowie die Beschränkung des Kfz-Verkehrs durch die bauliche Gestaltung von Straßen und Plätzen und durch entsprechende Verkehrsorganisation.
Am Mittwoch, 19. Juni, debattierte der Sächsische Landtag zu den Hochwasserfolgen im Freistaat. Eigentlich hat die Flut kein Umdenken bewirkt. Die regierende Koalition von CDU und FDP findet die Errungenschaften bei Deichen und Technischen Anlagen vorbildlich. Dass der rein auf technische Bauten fixierte Aufwand Kritik findet, hat nicht nur in Leipzig zu einigen irrationalen Reaktionen geführt. mehr…
Für Dienstag, den 2. Juli von 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr laden die Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt des Jobcenters und der Arbeitsagentur Leipzig, Bärbel Hutschenreiter und Annette Denkert, interessierte Frauen und Männer ins Café Yellow im Haus Steinstraße 18 zu einer offenen Gesprächsrunde rund um den beruflichen Wiedereinstieg ein. mehr…
Wer kennt sie nicht, die wohl leidenschaftlichste und und gleichzeitig traurigste Liebesromanze der Weltliteratur? Ein alter Streit zwischen den Häusern Capulet und Montague ist Ausgangspunkt dieser Geschichte. Provoziert durch Tybalt lodert der Familienzwist aufs neue auf und ruft Prinz Escalus von Verona auf den Plan. Er verlangt unter Androhung der Todesstrafe ein Ende der Fehde zwischen den beiden Familien. mehr…
Am Sonntag, 23. Juni, lädt das Museum für Druckkunst Leipzig um 12 und 15 Uhr zu einem Vortrag mit anschließendem Künstlergespräch. Der Gernsheimer Künstler und Lithograf Mario Derra ist zu Gast im Museum und stellt seinen noch bis 30. Juni im Museum ausgestellten 21-teiligen Holzschnitt-Zyklus „Peter Schöffer und die Entfaltung der beweglichen Lettern“ (2003-2010) vor. mehr…
Die BUND Regionalgruppe Leipzig und das Kontaktbüro “Wolfsregion Lausitz” laden am 24. Juni um 18:00 Uhr zu einem bilderreichen Vortrag zum Thema „Wölfe in der Lausitz“ in das Café des Hauses der Demokratie Leipzig ein. Vor über 100 Jahren, am 27. Februar 1904, wurde der letzte freilebende Wolf Deutschlands in der Lausitz erschossen. Furcht, Nahrungskonkurrenz und Dämonisierung sorgten dafür, dass diese faszinierenden Räuber in Deutschland bis zur völligen Ausrottung gejagt wurden. mehr…
Der Vorentwurf des Bebauungsplanes für ein rund 55 Hektar großes Gebiet in Lützschena-Stahmeln zwischen der Bundesstraße 6 im Norden und der Halleschen Straße im Süden ist zur frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung freigegeben. Das Areal soll als Gewerbegebiet entwickelt werden. Die genaueren Modalitäten der Öffentlichkeitsbeteiligung werden gesondert bekannt gemacht. mehr…
Nicht nur FES-Umfragen zeigen, dass immer mehr Wahlbürger dem Politik-Betrieb in Deutschland misstrauen. Demokratie ist was Feines - aber was wird aus ihr, wenn ihre entscheidenden Vertreter die komplexen Zusammenhänge der Gegenwart nicht mehr begreifen? Wenn sie alte Erfolgsrezepte immer wieder neu aufwärmen, weil ihnen vor der Komplexität der Welt graust? - Nö, wir nennen an dieser Stelle keine Namen. Aber ein Thema: das Klima. mehr…
Der Gerichtssaal ist übervoll. Alle 30 Besucherstühle, die sich gegenüber der Richterbank aufreihen, sind belegt. Als ein paar Minuten nach Eröffnung ein weiterer Mann den Saal betritt, schiebt die Rechtspflegerin den letzten freien Stuhl hinter der Richterbank vor. Es geht um zwei kleine Wohnungen an diesem Morgen im Amtsgericht Leipzig. Die eine ist 37 Quadratmeter groß, die andere 54. Das Verkehrswertgutachten setzt 10.000 Euro für die kleine - im Hausplan als Wohnung Nummer drei erfasst - an, für die größere - Nummer vier – setzt es 34.000 Euro an. mehr…
Mit ihm hatte wohl kaum einer gerechnet. Als die Kandidaten für den Posten des Sozialbürgermeisters heute im Leipziger Stadtrat benannt wurden, tritt NPD-Mann Klaus Ufer vor: „Ich nominiere Winfried oder Wilfried Meißner.“ Oberbürgermeister Burkhard Jung fragte nach: „Ja, wie denn nun?“ Er heißt Wilfried Meißner. „Entschuldigung, ich war mir nicht sicher“, so Ufer. mehr…
Eine Boulevardzeitung mit großen Buchstaben hat gestänkert: Der Leiter der Branddirektion Leipzig, Karl-Heinz Schneider, war während des Hochwassers im Urlaub. Angeblich habe er am Balaton Badeferien gemacht. So ein Skandal, oder? mehr…
Die Edouard-Manet-Schule wird stärker als bisher als die Grundschule der Stadt Leipzig für die Ausbildung der Thomaner-Anwärter positioniert. Dies beschloss der Stadtrat auf seiner heutigen Sitzung. „Wir sind nicht gegen eine private Grundschule auf dem Campus des Forum Thomanum, stellte Stadtrat Stefan Billig (CDU) fest. „Wir sind für beides, nämlich auch für eine Grundschule in kommunaler Trägerschaft.“ Beide sollten nicht in Konkurrenz stehen sondern in Symbiose. Die Elternvertreter wüssten dies. mehr…
Ein tragischer Todesfall eines Kleinkindes kostete Jugendamtsleiter Siegfried Haller im vergangenen Jahr das Amt. In dessen Folge wurde das Amt für Jugend, Familie und Bildung neu gebildet. Nun muss Oberbürgermeister Burkhard Jung extern prüfen lassen, ob dies seine Sach- und Strukturziele erfüllt. mehr…
Das sächsische Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) geht offenbar schlampig mit seinen Aktenbeständen um. Der Sächsische Datenschutzbeauftragte und die vom Sächsischen Staatsminister des Innern eingesetzte Expertenkommission haben bei der Prüfung des Ablagesystems erhebliche Mängel festgestellt.Dass im Archiv der Schlapphüte wie aus dem Nichts neue Unterlagen zur Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) aufgetaucht sind, überrascht angesichts der Pannenhäufung bei der Verfolgung der Rechtsterroristen nicht wirklich. mehr…
2017 läuft der Nutzungsvertrag der Stadt mit der ZSL Betreibergesellschaft aus. Schon jetzt möchte die CDU die Stadtverwaltung verpflichten, in einem Folgevertrag sicherzustellen, dass die ursprünglich geplante Nutzung von 70 % zu Zwecken des Sports auch umgesetzt wird. Derzeit sind es viele Konzerte und Unterhaltungsveranstaltungen, die die Halle auslasten. mehr…
Mit großer Mehrheit hat der Stadtrat heute den Antrag der SPD-Fraktion angenommen, sich zur Unterstützung der Ziele des EBI zu bekennen. Dieser steht für die Europäische Bürgerinitiative „Wasser ist Menschenrecht“ und setzte sich zum Ziel, die Privatisierung der Wasserwirtschaft zu verhindern, sowie den Zugang zu Wasser und sanitären Einrichtungen zu verbessern. mehr…
- Schaltung: eine Woche vorher, 3 Tage nachher
- Termine Stadtrat 2013 am 23.01., 20.02., 20.03., 17.04., 15.05., 19.06., 10.07., 18.09., 16.10., 21.11., 11.12.
- Positionierung: in ungeraden Monaten: Die Linke oben, Die Grünen unten