Areal „Am Alten Zoll“: Neues Stadtquartier soll Kriterien einer nachhaltigen Entwicklung folgen
Redaktion
11.01.2013
Der geplante Stadtplatz im Areal „Am Alten Zoll“.
Entwurf: ASTOC Architects and Planners, Köln / bgmr Becker Giseke Mohren Richard, Landschaftsarchitekten, Berlin
Das Areal „Am Alten Zoll“ an der Westseite des Leipziger Hauptbahnhofs soll zu einem citynahen grünen Stadtquartier werden. Die Grundstückseigentümerin aurelis Real Estate GmbH & Co. KG plant hier die Umnutzung und Umstrukturierung des ehemaligen Bahngeländes. Im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung zum Planverfahren fand dazu am Mittwoch, 9. Januar, im Leipziger Neuen Rathaus ein Bürgerforum statt.
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Kernstück des Konzepts ist der neue Parthepark mit einer Fläche von rund 11.300 m2. Davon werden 50 Prozent als naturnahe Anlage entlang der Parthe gestaltet, so dient er gleichzeitig als Hochwasserschutz und als Frischluftschneise. In dem gemischt genutzten Quartier sollen Wohnungen, Büroflächen, ein Hotel und ein städtisches Gymnasium entstehen. Der Planungsansatz für dieses Gelände folgt dem Prinzip der „Stadt der kurzen Wege“.
Zusätzlich zu der verkehrsgünstigen Ausgangslage unmittelbar am Hauptbahnhof und seinen zentralen Umsteigepunkten des ÖPNV erfolgt die Einbindung in das Leipziger Fuß- und Radwegenetz. Die Haupterschließungsstraße wird über eine eigene Fahrradspur verfügen und zukünftig die Innenstadt über den Knotenpunkt Berliner Brücke mit Gohlis verbinden.
Das Areal "Am alten Zoll": unten rechts der Hauptbahnhof, oben rechts die neue Brücke über die Parthe.
Entwurf: ASTOC Architects and Planners, Köln / bgmr Becker Giseke Mohren Richard, Landschaftsarchitekten, Berlin
Eine parallel angelegte Trasse erschließt das Gebiet als alleiniger Fuß- und Radweg. Am neuen Parthe-Uferweg ist eine Fußgänger- und Radfahrbrücke zur Berliner Straße geplant.
Aurelis setzt bei der Entwicklung des Areals auf moderne Urbanität. Michael Schaf, zuständiger Projektmanager, betont: „Dabei ist es uns wichtig, dass unsere Stadtquartiere auch die Kriterien einer nachhaltigen Stadtentwicklung erfüllen.“
Aber nicht nur gewohnt und gearbeitet werden soll im neuen Quartier. Die Stadt hat sich hier auch einen Standort für eine der so dringend gebrauchten neuen Schulen gesichert.
Um dies zu gewährleisten, sind umfangreiche ökologische Maßnahmen wie Dachbegrünung, Anpflanzung von Bäumen sowie das Anlegen von wasserdurchlässigen Straßen und Stellplätzen vorgesehen. Die geplanten Grünflächen und Baumpflanzungen verbessern das innerstädtische Klima und verringern das Aufheizen von Flächen.
Ein Energiekonzept prüft unter anderem einen möglichen Einsatz erneuerbarer Energien und eine Unterschreitung der Energieeinsparverordnung (EnEV). Die lokale Versickerung von Regenwasser sowie der Hochwasserschutz sind ebenfalls wichtige Elemente der Planung.
Nach Abschluss der Öffentlichkeitsbeteiligung streben die Stadt Leipzig und Aurelis einen zügigen Fortgang mit einzelnen maßnahmenbezogenen Bebauungsplänen an. Erstes Baurecht für konkrete Investorenvorhaben soll dann schon Ende 2013 möglich sein. Gespräche mit interessierten Investoren führt Aurelis bereits.
Das Gebiet an der Hauptbahnhof-Westseite stellt mit etwa 111.800 m2 Bruttobauland die größte noch verfügbare Entwicklungsfläche am Leipziger Innenstadtring dar. Es bietet Investoren und Entwicklern in mehreren Etappen Potenzial für ca. 96.000 m² BGF (Bruttogeschossfläche – gesamt mögliche Fläche aller Geschosse) für Wohnbau, Handel, Hotel, Büros und Gewerbeflächen.
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