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So viel Oeser wie möglich wieder sichtbar machen: Ein Baustellenbesuch im Gohliser Schlösschen

Gernot Borriss
Daniela Arnold.
Daniela Arnold.
Foto: Gernot Borriss
Zu Leipzigs Kleinoden gehört das Gohliser Schlösschen aus dem 18. Jahrhundert. Gegenwärtig stellen die Leipziger Restauratorinnen Christina Neubacher und Daniela Arnold die Decken- und Wandbemalung im Festsaal wieder her. „So viel Oeser wie möglich wieder sichtbar zu machen“ ist dabei der restauratorische Anspruch, so Daniela Arnold.


Ab dem 15. März 2013 soll der Festsaal des Gohliser Schlösschens wieder farbenprächtig erstrahlen. Veranstaltungen und Konzerte sollen dann dort wieder möglich sein. Und Heiratswillige können den standesamtlichen Teil des schönsten Tages in ihrem Leben in diesem einmaligen Ambiente erleben.

Bis dahin ist der Ort der schönste Arbeitsplatz, den sich Daniela Arnold vorstellen kann. Gemeinsam mit ihrer Restauratorinkollegin Christina Neubacher zeichnet die Lindenauerin für die Konservierung des wertvollen Wandmalereibestandes des Oesersaales verantwortlich.

Es sei jeden Morgen eine große Freude, an einen so tollen Arbeitsplatz zu kommen, sagt Daniela Arnold über das Gohliser Schlösschen. Sie lobt die innerstädtische Lage dieses Kleinods. Besonders freut sie, dass das Schloss nicht nur ein Denkmal ist, sondern „von der Bevölkerung auch genutzt werden darf“.

Daniela Arnold.
Daniela Arnold.
Foto: Gernot Borriss

Damit dass so bleiben kann, wird nach Notsicherungsmaßnahmen in 2012 nun die geschädigte Malerei restauriert. „Dabei werden nach einer Oberflächenreinigung geschädigte Kitte und Spachtelmassen überarbeitet, gegilbte und spannungsreiche Überzüge reduziert. Risse und Hohlstellen müssen gesichert, Fehlstellen retuschiert werden“, erläuterte unlängst das städtische Kulturamt, das die Arbeiten veranlasste. Zudem erhalten die Stuckprofile im Anschluss an Festigungsmaßnahmen eine neue Fassung.

Bis zum vergangenen Freitag war der Saal komplett von einem Gerüst ausgefüllt. Dieser Gerüstboden bildete während der Deckensanierung den Arbeitsplatz der Restauratorinnen. Für Journalisten mit wenig Gerüst-Routine ist eine solche Baustellenbesichtigung schon eine Geschicklichkeitsübung.


Die Arbeitsmaterialien der Restauratorin.
Die Arbeitsmaterialien der Restauratorin.
Foto: Gernot Borriss
Doch der Aufstieg entschädigt sofort. Denn so nah kommt ein Besucher den Deckenmalereien von Adam Friedrich Oeser, dem ersten Direktor der Leipziger Zeichen-, Malerei- und Architekturakademie, sonst nicht. Dargestellt ist der Lebensweg der Psyche. Daniela Arnold versteht das gesamte Deckenbild als „Anleitung zu einem erfüllten Leben“, zu dem sich der Mensch von den Musen inspirieren lassen soll.

So erfahren wir auch viel über das Lebensideal des wohlhabenden Leipziger Bürgertums zur Mitte des 18. Jahrhunderts. Denn das Schlösschen, das in vielem an royale Sommerresidenzen jener Zeit erinnert, ließ sich der Leipziger Kaufmann und Ratsbaumeister Johann Caspar Richter errichten. Für die Gestaltung des Festsaales konnte schließlich Adam Friedrich Oeser (1717 - 1799) gewonnen werden.

Putten aus dem Oeserschen Deckenbild.
Putten aus dem Oeserschen Deckenbild.
Foto: Gernot Borriss
Ab dem ausgehenden 18. Jahrhundert wechseln sich die Stadt Leipzig und bürgerliche Privatiers als Eigentümer ab. Während der Völkerschlacht 1813 diente auch dieses Schloss als Lazarett.

Natürlich zählt die Natur zu den Musen, die auf dem Deckenbild dargestellt sind. Insbesondere dann, wenn es sich um ein Sommerpalais handelt, das anfänglich vor den Toren der Stadt lag. Deren barbusige Darstellung galt den nationalsozialistischen Zensoren als unzüchtig, so belegen es die Archivalien. Deshalb wurde diese Art Natürlichkeit in brauner Zeit durch ein Tuch verhüllt.

Das Deckenbild wurde in der Vergangenheit mehrfach überarbeitet und im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt. „Deshalb waren zu Beginn der Arbeiten umfangreiche Voruntersuchungen am Bild, aber auch in den Archiven notwendig, um zu klären, wie viel Originalbestand erhalten ist“, erzählt Daniela Arnold.

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„So viel Oeser wie möglich wieder sichtbar zu machen“, formuliert sie den restauratorischen Anspruch, das Werk des Maestro wieder unverfälscht zu zeigen.

Eine erste Herausforderung bildete aber zunächst die Sicherung der Decke. Durch Wärmebilder, angefertigt vom Institut für Diagnostik und Konservierung, wurden vorab Hohlstellen im Putz ermittelt. In den Putz waren zur Deckenstabilisierung in früheren Jahrzehnten über 50 Schrauben getrieben worden. Diese wurden nun teilweise durch elastischere Glasfaserdübel ersetzt.

Mittlerweile konzentrieren sich die Restauratorinnen auf die Wiederherstellung der klassizistischen Wandmalereien. Nach dem 15. März ist dann das Gesamtkunstwerk zu bewundern.

Mit allen Voruntersuchungen und Vorarbeiten sind für dieses Restaurierungsprojekt rund 95.000 Euro veranschlagt. Die Summe wird zu Teilen aus Fördermitteln des Freistaates Sachsen bestritten.



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