Kleiner Hoffnungsschimer: Der lange Leipziger Weg zu einem Bürgerhauhalt
Redaktion
14.03.2008
Heike Ruhl. Am 4.März fand in der Aula der Alten Nikolaischule eine Veranstaltung von Mehr Demokratie e.V. und der Initiative Bürgerbegehren zum Thema Bürgerhaushalt statt. Dirk Müller, Amtsleiter der Kämmerei, sagte bei dieser Gelegenheit, der Bürgerhaushalt solle schrittweise eingeführt werden.
Anzeige
Der erste Schritt sei die Information der Bevölkerung durch das zur Verfügung stellen des Haushaltsplanentwurfs im Internet. Außerdem liegt dieser, wie bisher auch, im Rathaus zur Einsicht aus. Im zweiten Schritt werden allen zehn Stadtbezirksbeiräten von 4 Fachbereichen (Straßen, Schule, Jugend, Grünflächen/Spielplätze) budgetierte Maßnahmen vorgeschlagen, deren Umsetzung sie in die erste Priorität wählen können. Damit sollen Erfahrungen gesammelt werden, die weiter auszubauen sind. So ist die Beschlusslage. Doch was hat das mit Bürgerhaushalt zu tun?
Die Grundidee des Bürgerhaushalts wurde von den Podiumsteilnehmern dargestellt und auch erläutert, welche Beteiligungsformen die Verwaltungen in Köln und Berlin-Lichtenberg für die Bürgerbeteiligung gewählt haben. Die Grundidee zum Bürgerhaushalt beinhaltet zwei wichtige Komponenten:
Den gemeinsamen Willen von engagierten Bürgern, Politik und Verwaltung zur Zusammenarbeit.
Einen lesbaren, für jeden verständlichen Haushaltsplan.
Darauf lässt sich aufbauen und ein eigener Weg finden. Ralf Elsässer hat den schwierigen Weg beschrieben, den er bisher als Leiter des Agenda-Prozesses gegangen ist, um die Fraktionen und die Verwaltung ins Boot zu holen. Zu Beginn seines Vortrages fragte er, wie man einen Beteiligungsprozess startet, wenn aus Verwaltung und Politik keine Impulse kommen.
Also führte er mit einer Arbeitsgruppe ein Bürgergutachten durch. Dessen Ergebnisse stellte Ralf Elsässer den Fraktionen und den Stadtbezirken vor. Daraus entstanden die oben erwähnten Beschlüsse und der Haushaltsrechner im Internet. Was entstehen kann, wenn sich die Verwaltung der Aufgabe annimmt, stellte Herr Behrendt aus Köln dar. Dort werden keine imaginären Gelder verschoben, sondern konkrete Vorschläge vor allem über ein Internetforum gesammelt, bewertet und in den Haushaltsplan nachvollziehbar eingearbeitet.
Die Bürger Kölns dürfen über 10 % der Haushaltsmittel mitbestimmen. Wurden in Köln beim ersten Beteiligungshaushalt von ca. 11.000 Bürgern 4.900 Vorschläge formuliert, waren es in Leipzig 90. Einwände gleichen Inhalts werden in Leipzig zusammen gefasst, so dass 14.000 Unterschriften für das Sozialticket wie ein Einwand behandelt wird.
Auch wenn Köln doppelt so viele Einwohner hat wie Leipzig, zeigt es doch deutlich, dass die Beteiligungsmaßnahmen angenommen werden. Doch was heißt jetzt "den Leipziger Weg finden?" Sollen wir aus der Vergangenheit schließen, dass zwar informiert wird, aber Anliegen, die aus der Bevölkerung angemeldet werden, letztendlich doch nicht wichtig genommen werden? Dirk Müller, seit einem Jahr der Amtsleiter der Kämmerei, stand Rede und Antwort. Er ist mit Ralf Elsässer im Gespräch über die weitere Zusammenarbeit. Das ist zumindest ein Hoffnungsschimmer.
Rotlicht an. Es wird heiß am Donnerstag, 9. Februar, ab 20 Uhr im Helheim (Weißenfelser Straße 32). Das Leipziger PerformanceTheaterKollektiv FormLos stattet Volly Tanner einen Besuch auf seiner Terrasse ab. mehr…
Die Straße des 18. Oktober ist lang. Länger, als mancher denkt. Sie beginnt am Bayrischen Platz, führt schnurstracks zum Deutschen Platz und danach quer durchs alte Messegelände zum Völkerschlachtdenkmal. Eigentlich ist sie auch die Magistrale der Alten Messe, auch wenn sie derzeit nicht so aussieht. Aber sie soll wieder so aussehen. Stückweise ab 2013. mehr…
In „Voland & Quists Literatursalon“ im Horns Erben (Arndtstraße 33) tritt am Freitag, 10. Februar, ab 20 Uhr die Dresdner Lesebühne Sax Royal auf. Sax Royal sind der Kolumnist, Blogger und Moderator Michael Bittner, der Poetry-Slam-Bühnenheld Julius Fischer („Ich will wie meine Katze riechen“), der Lyriker und Prosaist Roman Israel, der Erzähler, Cartoonist und E-Orgel-Alleinunterhalter Max Rademann sowie Stefan Seyfarth. mehr…
„Anders wachsen – Eine sächsische christliche Initiative gegen die Ideologie des Wirtschaftswachstums“ lautet das Thema eines Vortrags- und Gesprächsabends am Freitag, 10. Februar. Die Veranstaltung im Pfarrhaus der Gnadenkirche Leipzig-Wahren, Rittergutsstraße 2, beginnt um 20 Uhr. mehr…
Die Selbsthilfegruppe für Kinderlose sucht neue Mitstreiter zum regelmäßigen Erfahrungsaustausch. Nächster Treff ist am kommenden Mittwoch, 8. Februar, um 19 Uhr im Soziokulturellen Zentrum „Die Villa“ (Beratungsraum 3. Etage, Lessingstraße 7), teilt das Gesundheitsamt mit. mehr…
Ganz unbekannt ist Anne Dorn als Lyrikerin nicht. Aber trotzdem feiert die 1925 in Wachau bei Dresden Geborene mit 86 eine Premiere: Erstmals erscheinen ihre Gedichte in einem eigenen Band - und das noch als Nummer 1 der Reihe "Neue Lyrik", die im Poetenladen erscheint. Ein Auftakt in Quittegelb. mehr…
Die Fördermittelvergabe durch den schwarz-gelb regierten Freistaat orientiere sich offenbar weniger an den tatsächlichen Problemlagen als an Parteipräferenzen, meint Ilse Lauter. Eine solche Einschätzung lege die jüngste Analyse der Dresdner Vergabepraxis für die Jahre 2007 bis 2010 nahe, nach der Leipzig insgesamt 600 Millionen Euro weniger Mittel erhalten hat als die Landeshauptstadt. mehr…
„Zum jetzigen Zeitpunkt sind Kürzungen bei der Förderung im Bereich erneuerbare Energien und energieeffizientes Bauen das völlig falsche Signal. Es fehlt ein schlüssiges Gesamtkonzept. Die Energiewende ist so nicht zu schaffen“, erklärt Reinhard Schröter, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Leipzig, vor der Sitzung des Vermittlungsausschusses (8. Februar) zwischen Bund und Ländern zur steuerlichen Förderung der energetischen Gebäudesanierung. mehr…
Das Viertelfinale im europäischen Cupwinners Cup ist für die Handballerinnen des HC Leipzig zum Greifen nah. Im Achtelfinal-Hinspiel am Sonntag gab die Madsen-Sieben ihren mazedonischen Gästen von Metalurg Skopje einen 12-Tore-Rucksack mit auf die Heimreise. Ob der schwer genug ist, wird sich bereits am kommenden Sonntag herausstellen. mehr…
Die beiden sind eigentlich putzig. Mutti macht in Frankreich Wahlkampf und der Kleine kommt sicher auch mal vorbei, wenns 2013 losgeht. Obwohl man kaum glaubt, dass dies etwas nützen sollte. Und natürlich nur wenn er gegen den bösen Sozialisten die Wahl gewinnt. Heute saßen sie traut vereint vor der ZDF-Kamera und erklärten die Welt. mehr…
Martin Scorsese ist Cineasten bekannt für harte Stoffe. Seine Mafia-Trilogie hat längst Kultstatus. Zuletzt tischte er dem Publikum mit "Shutter Island" (2010) einen düsteren Psychothriller auf. Sein Kinderfilm-Debüt "Hugo Cabret" entpuppt sich dagegen als leicht verdauliche Kost höchster Güte. mehr…
Kettcar ist mit "Zwischen den Runden“ zurück. Und wie! Vor allem anders als erwartet. War ihre letzte Scheibe „Sylt“ eine wütende, eher weniger positive Bestandsaufnahme der Gegenwart, so dominieren jetzt die persönlichen, auch ruhigeren Töne. Auf einmal gewinnen die Texte enorm an Bedeutung. Für Radio Mephisto ist die CD schon jetzt das Album der Woche. mehr…
Armin Zarbock ist Schauspieler. Sonst oft in den Leipziger Cammerspielen zu sehen, verschlägt es ihn am 8. Februar ins Horns Erben. Zusammen mit Susanne Bolf und August Geyler erzählt er die Geschichte von Adolf Südknecht und Familie. Mal historisch verbürgt, mal halb wahr, mal völlig erfunden. Armin Zarbock erzählt mehr. mehr…
"Stellplatzbaupflicht - Fluch oder Segen?" heißt eine Veranstaltung im Tapetenwerk am 8. Februar. In der "K3 Werkstatt" im Haus K diskutieren Verkehrsexperten über den Sinn oder Unsinn von Parkplätzen. Die so genannte Stellplatzbaupflicht gehört dazu. Jürgen Kasek, Vorsitzender BUND Regionalgruppe Leipzig, gab der L-IZ im Interview einen Einblick rund um das Auto und seinen Stellraum. mehr…
Dietmar Pellmann rechnet gern. Eigentlich ist der Landtagsabgeordnete der Linken studierter Historiker. Aber mit Zahlen lässt sich Geschichte ganz hübsch illustrieren. Diesmal hat er den Finanzminister nach den sächsischen Staatspensionären gefragt. 4.519 gab es davon zum Stichtag 31. Dezember 2011. Dazu 816 Witwen und Waisen. mehr…