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Tagesübersicht Leipziger Internet Zeitung
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Du kannst nicht vorbei! Teil 1 + Updates: Die Rechten gehen zur Gewalt über.

Daniel Thalheim & Michael Freitag
Du kannst nicht vorbei! Auf der Sellerhausener Brücke die ersten Freien Kräfte beim Erinnerungsfotos schießen.
Du kannst nicht vorbei! Auf der Sellerhausener Brücke die ersten Freien Kräfte beim Erinnerungsfotos schießen.
Foto: Daniel Thalheim
Seit heute 10 Uhr verweigern Leipziger den angereisten und einheimischen Nazis zu ihrer Demonstration die Straßenhoheit. Unter dem Slogan "Recht auf Zukunft" versuchen nun seit dem heutigen Morgen aktuell geschätzte 600 - 1.200 Personen aus der Gemengelage der "Freien Kräfte" und nun auch NPD auf ihrer Route vom Leipziger Osten in Richtung Zentrum zu kommen.

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Im Moment stecken sie fest - in der Eisenbahnstraße, am Torgauer Platz.Der Plan des Aktionsbündnisses 17. Oktober scheint zu funktionieren und vor allem friedlich vonstatten zu gehen. Seit dem heutigen Morgen haben sich erst zirka 600 Leipziger den rechten Demonstranten mit Formen des zivilen Ungehorsams entgegen gestellt, nun werden es immer mehr. Wichtig wohl zur Stunde auch das hohe "Prominentenaufkommen" unter den Gegnern der neofaschistischen Parolenrufer aus ganz Deutschland.

Ex-OBM Wolfgang Tiefensee und OBM Burkhard Jung am Infostand der Initiative "Wir mögen's bunt in Volkmarsdorf" auf der Grünfläche  Eisenbahnstraße 107
Ex-OBM Wolfgang Tiefensee und OBM Burkhard Jung am Infostand der Initiative "Wir mögen's bunt in Volkmarsdorf" auf der Grünfläche Eisenbahnstraße 107
Foto: Daniel Thalheim

Volker Külow wurde bereits am Morgen gesichtet, wenig später kamen auch zahlreiche Stadtratsabgeordnete der SPD, der Linken und Grünen hinzu. Gleich zwei "Generationen" Oberbürgermeister, hier also Wolfgang Tiefensee und Burkhard Jung unterstützen mit ihrer Anwesenheit die Leipziger bei den friedlichen Aktionen. Burkhard Jungs Statement war Tanz, als er zu den Sambarythmen der Trommelgruppe in Sellerhausen die Hüfte schwingt.

Auch das Verhalten der Polizei ist ausgesprochen friedlich und kooperativ, auch als doch ein paar Idioten kurz einen Müllcontainer zum brennen bringen. Löschen, beräumen und gut. Nicht zuletzt die persönliche Anwesenheit des amtierenden Polizeipräsidenten Horst Wawrzynski sorgt augenscheinlich für besonnenes Handeln auf allen Seiten. Kein schlechtes Zeichen in einer Stadt, die einst für ihren Ruf "keine Gewalt" berühmt wurde. Vielleicht bis zum Ende sogar ein guter Tag für eine wehrhafte Demokratie mit friedlichen Mitteln.

Mal eine andere Art "Lagebesprechung": Polizeipräsident Horst Wawrzynski und OBM Burkhard Jung im Gespräch
Mal eine andere Art "Lagebesprechung": Polizeipräsident Horst Wawrzynski und OBM Burkhard Jung im Gespräch
Foto: Daniel Thalheim

Auch Baubürgermeister Martin zur Nedden, Sportbürgermeister Heiko Rosenthal, die Landtagsabgeordneten der Grünen Antje Hermenau und Mirko Jennerjahn, Bundestagsabgeordnete der Grünen Monika Lazar, der grüne Stadtrat Wolfram Leuze kamen zum Bahnhof Sellerhausen, um gegen rechts und für Demokratie und Toleranz zu demonstrieren.

Um 13 Uhr sind es dann schätzungsweise 600 bis 1.200 Rechtsextreme, die sich im hinteren Teil der Eisenbahnstraße sammelten. Später stieß NPD-Funktionär Axel Reitz hinzu. NPD und Freie Kräfte zeigen sich mal wieder geeint, während Jugendliche ihnen deutlich zeigen, was sie von Nazis halten. Sprüche wie "Ihr könnt nach Hause gehen", "Nazis raus!", und kreatives Trillerpfeifen waren die Begrüßungstöne für die ankommenden Freien Kräfte während des gesamten Morgens.

Du kannst nicht vorbei!: Hier und da auch deftigere Ablehnungszeichen von jungen Gegendemonstranten neben Trillerpfeifen und Rufen.
Du kannst nicht vorbei!: Hier und da auch deftigere Ablehnungszeichen von jungen Gegendemonstranten neben Trillerpfeifen und Rufen.
Foto: Daniel Thalheim

Der Zug steht seit zirka 15 Uhr. Am Torgauer Platz haben sich nun genügend Leipziger gesammelt, um die Demonstration am Fortkommen zu hindern. Und es werden nicht weniger mutige Leipziger, sondern mehr. Bis 20 Uhr soll der braune Spuk in Leipzig noch andauern - Zeit genug, sich an die Seite der Leipziger Bürger zu stellen, welche diesem friedvoll aber bestimmt entgegentreten.

aktuelle Informationen des Aktionsbündnisses via Twitter
www.leipzig-nimmt-platz.de

UPDATE 16 Uhr:
Die Demonstration der Freien Kräfte artet aus. Die rechten Kräfte haben soeben die Leipziger Polizeikräfte angegriffen. Nachdem einzelne Kräfte aus der Demonstration heraus mit Flaschen oder Steinen (ungenaue Angaben) geworfen haben, wollte der Veranstalter Tommy Naumann selbst die Demo auflösen, während seinen Kameraden die Nerven durchgingen. Seit wenigen Minuten ist die Polizei gezwungen, gegen die rechten Demonstranten mit physischer Gewalt einzuschreiten, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Die Gegenveranstaltung des Aktionsbündnisses ist weiterhin friedlich.

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Update 16:10 Uhr
Zur Zeit empfiehlt es sich wohl eher, den Bereich Eisenbahnstraße / Torgauer Platz zu meiden, weitere Gewaltakte aus der mittlerweile aufgelösten Demonstration der Freien Kräfte stehen zu befürchten. Die Polizei ist mit Einsatzkräften vor Ort massiv vertreten und Herr der Lage. Die Demonstration ist keine mehr und es geht in diesen Minuten nur noch um die einigermaßen geordnete Auflösung der rechten Versammlung.

Update 16:50 Uhr
Zur Stunde werden konsequente Personenkontrollen bei allen an der rechten Demonstration beteiligten Personen durchgeführt. Neben den üblichen Identitätsfeststellungen videografieren die Einsatzkräfte dabei jede kontrollierte Person, um aufgrund der stattgefundenen und ebenfalls gefilmten Straftaten aus der Menge heraus später genaue Zuordnungen der Täter vornehmen zu können. Es ist anzunehmen, dass die Polizei dafür jeden der rund 1.000 Teilnehmer kontrollieren wird.

Es könnte also ein langer Abend für die Demonstranten und die Polizeikräfte werden. Die Blockadeveranstaltung neigt sich allmählich dem Ende entgegen und die Leipziger Bürger ziehen sich zurück.

Update 17:12 Uhr
Das Aktionsbündnis 17. Oktober bedankt sich öffentlich auf der Internetseite www.leipzig-nimmt-platz.de bei allen friedlichen Veranstaltungsteilnehmern und Unterstützern und wünscht einen angenehmen Abend und noch viel Spaß beim Feiern. Man sei jetzt auch nicht mehr vor Ort.

Die Leipziger Polizei wird noch heute eine Pressekonferenz zu den Vorfällen rund um die Demonstration in der Eisenbahnstraße geben. Der Bericht darüber im Anschluss in der Leipziger Internet Zeitung.

Leipziger und auswärtige Polizeikräfte: Bereits seit Morgen mit massiven Kräften vertreten
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Foto: Daniel Thalheim


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