Neonazi-Demos am 16. Oktober: Erstes Treffen von "Leipzig nimmt Platz", Neonazis melden einen dritten Aufzug an
Patrick Limbach
12.09.2010
Platz nehmen
Foto: Patrick Limbach
Gegen die geplanten Neonazi-Aufmärsche am 16. Oktober regt sich Widerstand in weiten Teilen der Leipziger Zivilgesellschaft. Über 40 Leipziger, darunter Vertreterinnen und Vertreter aus den verschiedensten gesellschaftlichen, kulturellen, religiösen und politischen Initiativen und Vereinigungen fanden sich am Donnerstag zu einem ersten Treffen des Aktionsnetzwerks "Leipzig nimmt Platz" zusammen.
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Es dauerte nicht lange, bis einstimmig beschlossen wurde, sich den rechtsnationalen Demonstrationen zu widersetzen und ihnen damit, wie vor einem Jahr, erneut nicht die Straße(n) zu überlassen. Am 17. Oktober 2009 blockierten mehrere tausend Menschen in Leipzig friedlich und gewaltfrei den Start des Aufzuges von rund 1.400 Rechtsextremisten. Die Veranstalter, identisch mit denen des Vorjahres, sind indes nicht untätig geblieben. Sie meldeten nach eigenen Mitteilungen im Netz noch einen weiteren dritten Aufzug an.
Wo die Versammlung unter dem Motto "Zukunft statt Krisenzeiten" stattfinden soll und welche Person sich für die Anmeldung verantwortlich zeichnet, ist bisher nicht bekannt. Offenbar scheinen die Leipziger Neonazis ihre politischen Gegner mit einer Vielzahl von Anmeldungen in die Irre führen und so Gegenproteste erschweren zu wollen. Mit weiteren Anmeldungen von Rechts ist in den nächsten Tagen und Wochen zu rechnen.
Platz nehmen - nicht nur in Leipzig: 2008 saßen in Berlin ebenfalls junge Menschen, wie in Leipzig die Jahre zuvor auf der Straße
Foto: Patrick Limbach
„Mit der Strategie, inzwischen drei Demonstrationen in Leipzig anzumelden, wollen die so genannten „Freien Kräfte“ um die Anmelder Tommy Naumann und Istvan Repaczki ihren Misserfolg vom 17. Oktober 2009 wett machen", erklären Juliane Nagel und Gunnar Georgi vom Aktionsnetzwerk "Leipzig nimmt Platz".
"Erfreulicherweise gibt es nach wie vor viele Menschen, die ihr Tun nicht unbeantwortet lassen. Erfolgreiche Aktionen gegen Nazidemonstrationen wie im letzten Jahr in Leipzig, und dieses Jahr in Dresden und Berlin sind Motivation für den 16. Oktober. 'Leipzig nimmt Platz' ruft in diesem Sinne zu vielfältigem, friedlichem und entschlossenem Protest auf. Wir wünschen uns, dass an diesem Tag viele Menschen den Protest teilen.“
In verschiedenen Arbeitsgruppen bereitet das Aktionsnetzwerk in den kommenden Wochen ein Konzept vor und hofft erneut auf Unterstützung aus allen politischen Lagern des demokratischen Spektrums. Im vergangenen Jahr hatten sich jedoch in Leipzig liberale und christliche Parteien auffallend zurückgehalten, als es darum ging ihr Gesicht zu zeigen.
„Wir selbst sind verantwortlich für die Stadt und die Gesellschaft, in der wir leben", heißt es im Aufruf des Aktionsnetzwerks. "Bei aller Unterschiedlichkeit unserer politischen Ansichten verbindet uns die Entschlossenheit, den erstarkenden Neonazi-Strukturen unsere Überzeugung, unseren Mut und Verstand, unsere Gemeinsamkeit und Vielfalt entgegenzusetzen.“
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