"Leipzig nimmt Platz" macht gegen Neonazi-Kundgebung am Völki mobil: Mit Musik und Grillen friedlich widersetzen
Redaktion
18.07.2011
Völkerschlachtdenkmal Leipzig
Sie wollen wieder nach Leipzig, angemeldet durch die NPD soll am 20. August eine Veranstaltung in der Messestadt stattfinden. Diesmal hat der sächsische Verband der Partei eine Kundgebung auf dem Vorplatz zum Völkerschlachtdenkmal angemeldet. Schon jetzt macht das Bündnis "Leipzig nimmt Platz" dagegen mobil.
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Als Sprecher für die NPD hat sich unter anderem der Vorsitzende der sächsischen NPD, Holger Apfel, mit einem Redebeitrag angekündigt. Die Veranstaltung firmiert offiziell unter dem NPD-Kampagnenmotto „Raus aus dem Euro“. Erwartet werden rund 500 Demonstranten aus dem NPD-Umfeld. Die angekündigte Demo der Rechtsradikalen ruft schon jetzt heftige Proteste beim Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ hervor.
Juliane Nagel, Sprecherin des Bündnisses: „"Wir positionieren uns klar gegen die menschenverachtende und nationalistische Ideologie der Neonazis. Die Anti-EU-Kampagne, in deren Rahmen die Kundgebung am Völkerschlachtdenkmal stattfindet, schürt Ressentiments gegen andere Staaten und verkennt damit dass die Schuldenkrise keine Angelegenheit von einzelnen Staaten ist, sondern ein weltweites, grenzüberschreitendes Problem. Wir setzen dem den Anspruch grenzüberschreitender Solidarität und sozialer Gerechtigkeit entgegen.“
Schon in den vergangenen Jahren war das Aktionsnetzwerk aktiv, wenn es darum ging, sich gegen ähnliche Aufmärsche und Kundgebungen zu positionieren. Auch am 20. August ruft man seit heute dazu auf, sich der stationären Kundgebung, auf welcher auch der rechte Sänger Frank Rennicke einen musikalischen Beitrag leisten möchte, friedlich zu widersetzen.
Im Statement des Bündnisses "Leipzig nimmt Platz" heißt es: "Wir werden den Neonazis den Weg versperren. Wir sind überzeugt, dass Menschen auch 2011 bereit sind, den nationalistischen und antidemokratischen Aufmarsch mit gewaltfreien und entschiedenen „Widersetz-Aktionen“ zu verhindern." Von Seiten des Aktionsbündnisses vermutet man hinter der dieses mal gewählten Form der stationären Kundgebung eine gezielte Taktik. Zum Marschieren waren rechte Demonstranten bei den vergangenen Versuchen nie gekommen, bereits zweimal scheiterten geplante Aufmärsche, zuletzt am 16. Oktober 2010 in der Messestadt, am entschiedenen und friedlichen Widerstand der Leipziger. Misserfolge, welche zu heftigen Debatten in der rechten Szenerie führten und nun wohl die Anmeldung durch die NPD und lieber gleich eine Standveranstaltung ergaben.
Juliane Nagel vom Bündnis zu den Ideen, dem damit stationären Ereignis dennoch etwas entgegenzustellen: „Das Areal rund um das Denkmal wird mit kreativen Aktionen ausgefüllt. Geplant ist ist unter anderem ein Konzert im Park gegenüber des Völkerschlachtdenkmals." Das Aktionsbündnis hofft dabei auf Unterstützung und bittet darum, eigene friedfertige Ideen zu entwickeln, um am 20. August 2011 ein sichtbares Zeichen zu setzen, dass Leipzig es auch an diesem Tag lieber bunt statt braun mag.
Dies könne von Grillaktionen im Park bis hin zu kulturellen Einlagen alles mögliche sein, so "Leipzig nimmt Platz" heute.
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